Montag, 19. August 2013

Demnächst...

Die dritte Ausgabe der ROGUE NATION erscheint mit kleiner Verspätung erst am 08.09.13. Dann gibt es wieder saftige Texte von Penny Weiss, Marvin Chlada, Urs Böke, Eric Ahrens, Florian Günther und Henry Rollins, der sich ebenfalls in einem Interview äußern wird.


Henry: Portrait of a Serial Thinker (Interview)

In der dritten ROGUE NATION (die nicht wie erst angekündigt am 22.08.13, sondern doch erst am 08.09.13 erscheinen wird) ist der Interviewpartner Henry Rollins.

                                                                               Photo (c) Heidi May

Autor u.a. von





und vielen weiteren Titeln...
 
Mehr über Henry unter
 






Sonntag, 18. August 2013

Fotos: Weegee

Das Titelfoto der dritten ROGUE NATION, sowie des Blogues stammt diesmal vom berühmten Weegee.


Life After Death III

Sie sind die wahren lebenden Toten. Die Welt hat sich weitergedreht, und sie sind vergessen. Der Gedanke daran, dass ich so leicht einer von ihnen hätte werden können, erfüllt mein Herz mit Entsetzen. Ich habe eine unbeschreibliches Glück gehabt, weil ich ein paar Freunde hatte, die fast von Anfang an zu mir gestanden haben.

aus


Rezension folgt in der RN #3

auch empfehlenswert (Teil 3 von "Paradise Lost") :

- Teil 1+2 weiter unten im Blogue -


oder

 www.wm3.org

Freitag, 16. August 2013

Hart wie Stein

"Meine Lieben, ihr hört "Eckis Edelkirsch", die Sendung für die Freunde und Gäste der Huren. Mir liegen wie immer die Kalauer auf der Zunge, aber hier geht es um ernste Dinge."

aus


Rezension folgt in der RN #3


Donnerstag, 15. August 2013

Flussabwärts

Während ich so dastand, öffnete Daddy die Augen und sah mich an. Nach einer Weile lächelte er, und die wenigen Zähne, die er noch hatte, schimmerten im Mondlicht.
Ich runzelte die Stirn, schlug das Holzscheit in die offene Hand, bis sein Lächeln verblasste, schloss dann die Tür und ging davon.

aus


Rezension folgt in der RN #3

Dienstag, 13. August 2013

Life After Death II

Hier unten im tiefen, dunklen Süden kennen wir die wirkliche Welt und leben mit ihr. Der Idealismus von Candy-Land erstickt lautlos in der erbarmungslosen Schwüle. Dies ist die Welt, in der die Faust das Auge trifft. Hier sind die Schwielen an den Händen eines Mannes größer als sein Gewissen, und Träume ersticken in Schweiß und Tränen. Gegenseitige Vernichtungsverheißungen fahren auf den Gewehrhaltern in den Heckfenstern der Pick-up-Trucks über diese Straßen. Das Gute der menschlichen Natur wird mit dem Spielzeug der Kindheit fortgeräumt, und mein Drittes Auge brauche ich, um hinter mich zu schauen. Im Sonntagsstaat entrichten alle ihren Tribut im Schlachthaus der Religion und setzen sich zum Kannibalenmahl der Kommunion. Die Menschen stemmen die Schulter gegen die Steine des Feldes und schieben, bis ihre Eingeweide reißen, und sie ziehen ihr Essen mit blutigen Händen aus der Erde. Bildung ist ein Fremdwort für diese sonnenverbrannten Lasttiere, und ihren Schmerz stillen Flaschen mit dem schwarzen Etikett aus Tennessee.

aus





Rezension folgt in der RN #3

auch empfehlenswert (Teil 2 von "Paradise Lost") :

- Teil 1 weiter unten im Blogue -


und

Montag, 12. August 2013

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (6)



Fackelträger

Es war zwei Uhr morgens und ich konnte nicht schlafen, wie es so oft der Fall war. Mir fiel nichts ein, was ich anstellen könnte. Keine Lust aufzustehen, keine Lust liegenzubleiben. Ein völliges Durcheinander meiner Willenskraft und kein Fünkchen Ambition meinen Arsch auch nur fünf Zentimeter weit zu schleppen. Schließlich schaffte ich es in die Küche, torkelnd wie ein hart angeschlagener Boxer, auf dem Weg in seine Ecke. Ich steckte mir eine Zigarette an und setzte mich an den Esstisch. Lange Überlegungen ins Nichts hinein. Was am Ende bleibt ist ein stilles Zimmer in der Mitte der Nacht und viel Rauch um nichts. Dann hörte ich das Jaulen von draußen, es war vielmehr ein Kreischen und dann sah ich einen jungen Mann, mitten auf der kleinen Kreuzung stehen, in seiner rechten Hand eine bengalische Fackel, die er gen Himmel hielt. Er fing an „You’ll never walk alone“ zu singen, doch er war nicht besonders textsicher, aber darauf schien es ihm sowieso nicht anzukommen. Sein Singen wurde leiser und verstummte schließlich. Meine Zigarette war inzwischen verglüht und so erlosch auch das bengalische Feuer, das noch wenigen Augenblicken zuvor die Straßen in ein schrilles Rot getaucht hatten. Das Licht verblasste, doch der Arm des Fackelträgers stand noch kerzengrade noch oben gerichtet. Ein Reisender, ein Suchender, ein Seemann inmitten des tiefen schwarzen Meeres. Dort draußen ganz allein, umgeben vom Nichts. Nun konnte ich endlich schlafen. 

- MM

Sonntag, 11. August 2013

Die Zeilen des Tages

Es wäre angebracht, an dieser Stelle noch einmal die Verse eines großen Dichters zu zitieren, aber lassen wir das.

- Strahlend schöner Morgen, James Frey


Wie ein nachträglicher Trailer laufen die Szenen meines Lebens an diesem 14. November vor meinen Augen ab - flüchtige Bilder seltsamen Daseins, wie die zwei Wochen eines Mückenlebens.

- Jesus von Texas, DBC Pierre


Durch die Decke dringt das ewige Stampfen und Stampfen einer Trommel. Durch die Wände hörst du das Lachen und Klatschen toter Leute.

- Lullaby, Chuck Palahniuk


und der PORCHIA des Tages:


Wenn wir allein gelassen werden, ist alles zu viel.

- Antonio Porchia

Freitag, 9. August 2013

Life After Death

Später empfand ich glühenden Stolz darauf, aus solchen Verhältnissen gekommen zu sein. Ich sehe die Leute, die mir Schreckliches angetan, die Lügen über mich erzählt, mich misshandelt und versucht haben, mir mein Leben zu nehmen, und ich weiß, sie hätten es niemals geschafft, sich über das alles zu erheben, wie ich es getan habe. Sie wären innerlich gestorben.

aus





Rezension folgt in der RN #3
(die schon am 22.08. erscheinen wird)

auch empfehlenswert:


oder 


 


Mittwoch, 7. August 2013

Neuer Befund

Kürzlich erschienen:

Inhalt: 
Diagnosen von Michael Köhn (Hitzacker/Hamburg), Florian Vetsch (St. Gallen/Schweiz), Lukas Grundmann (Köln/Bonn), Marcus Mohr (Köln), Arnd Dünnebacke (Hanau), Roland Adelmann (Dortmund), Gudíx (Berlin) und Mario Thorban (z. Zt. Kenia).
 
Literatur aus der Wirklichkeit über die Toten Dichter und Blaue Blümchen, Iren in Berlin, das Bier bei Schlappen-Paule und andere seltsam durchdachte Baufälligkeiten.
 
Andreas Balck (Hrsg.)

Bestellungen unter http://laborbefund.jimdo.com

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (5)



Gerade noch mal gut gegangen

Der Autofahrer bremste im letzten Moment und der Typ auf dem Rad sprang vor Schreck mitten auf dem Zebrastreifen vom Sattel. Zur Sekunde genau trat eine Frau um die 50 mit zwei Flaschen Bier aus dem Kiosk auf die Straße und ließ vor lauter Aufregung alles fallen. Der Radfahrer schrie den Autofahrer an, er solle gefälligst aufpassen, wenn er auf einen Zebrastreifen zufährt und außerdem wären hier nur 30 erlaubt. Der Autofahrer schrie zurück: „Dann geh zu Fuß, du Arschloch.“ Die Frau schrie sowieso, weil sich vor ihren Füßen das ganze Bier zwischen den Scherben verteilte. Der Kioskbesitzer kam heraus und checkte die Lage. Was passiert war, wollte er wissen und der Radfahrer schilderte ihm den Fall, während er wild gestikulierend auf den PKW zeigte, der noch immer vor dem Zebrastreifen stand. Durch das geöffnete Seitenfenster sah er den rot angelaufenen Kopf des Fahrers, auf der Nase eine schwarze runde Sonnenbrille. „Der Idiot hätte mich beinahe auf dem Zebrastreifen weggeputzt und zu schnell war er auch noch.“ Der Kioskmann blickte vom Auto zum Boden. „Jetzt liegt aber diese Scheiße hier vor meinem Laden…“ Die Frau rieb sich die Augen, als könnte sie immer noch nicht glauben, was sich vor ihr abspielte. „Mein Mann wird durchdrehen.“ Der Kioskmann blickte noch immer auf die Pfütze und die Scherben. „Wer macht denn jetzt hier den Dreck vor meinem Laden weg?“ Die Frau raufte sich die lockigen, an einigen Stellen schon ergrauten Haare und war den Tränen nah. Der Radfahrer zeigte den Mittelfinger Richtung Autofahrer und stieg wieder auf. Der Autofahrer wiederum brüllte ein „Pass bloß auf“ rüber und fuhr davon. „Was mache ich denn jetzt?“ fragte die Frau den Kioskmann und der drehte sich schulterzuckend zum Radfahrer, der gerade in die Pedale trat. „Frag das Arschloch im Auto, der ist Schuld.“ Der Kioskmann ging wieder in sein Laden und kam mit Handfeger und Kehrblech zurück. „Erzähl bloß meinem Mann nichts davon“, wiederholte die Frau. Der Kioskmann nickte und fing an die Scherben in der Bierpfütze aufzufegen. „Ich geb dir noch mal zwei Bier, das Geld kannste mir später geben.“  Sie lächelte und ihre Erleichterung war noch kilometerweit zu spüren.

- MM

Montag, 5. August 2013

Der August wirds bringen...

In knapp zwei Wochen ist es soweit, der Acheron Verlag bringt pünktlich zu Buks Geburtstag am 16.08. die Bukowski Hommage "Don't Try" heraus:


 Bestellungen und mehr Infos unter www.acheron-verlag.de

Außerdem wird die Septemberausgabe der ROGUE NATION diesmal etwas früher erscheinen, also wahrscheinlich so um den 22.08. herum. Mehr Infos dazu folgen noch....


Freitag, 2. August 2013

Fotos: Mayra Martell

Das Coverfoto der aktuellen Rogue Nation und das Coverfoto des Blogues dieser Tage sind von der mexikanischen Fotografin Mayra Martell. Mehr Fotos von ihr gibt's auch in ihrem Fotoband "Ciudad Juarez":



Mehr zum Buch: http://www.seltmannundsoehne.de/de/buecher/ansehen/113
Mehr zu Mayra: www.mayramartell.com