Sonntag, 29. September 2013

Fotos: Helen Levitt



Das Coverfoto der 4. ROGUE NATION stammt von der New Yorker Fotografin Helen Levitt (1913 - 2009), die für ihre Straßenfotografie in den Armenvierteln bekannt war. Mehr über Helen Levitt unter http://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Levitt

Samstag, 28. September 2013

Druckfrisch: ROGUE NATION #4




Die Nation erreicht ihr Viertes!....die Tinte ist noch nicht richtig trocken... und es kann schon wieder gelesen werden... und zwar die vierte Ausgabe des ROGUE NATION Magazins . Diesmal mit Texten von Marcus Mohr, Ivar Bahn, Eric Ahrens, Florian Günther, Ulrich Kersten und Kai Kraus. Das Coverfoto ist von der amerikanischen Fotografin Helen Levitt (mehr Infos folgen).


Donnerstag, 26. September 2013

Hail Mary!

Sie trug ihr König Jesus Kehrt Zurück! - T-Shirt und Shorts, die so kurz waren, dass man nicht sah, dass sie überhaupt welche anhatte. Ich bemerkte jemanden, der sie wie ich beobachtete, einen bös aussehenden, kleinen Mann mit einem Mädchen auf dem Schoß, einem mageren Mädchen mit starken Gelenken und Brillengläsern, sie hatte den Arm würgend um ein rattenartiges Steiftier geschlungen. Er zog ihr den Daumen aus dem Mund, und sie steckte ihn wieder zurück, und er zog ihn raus und sie steckte ihn rein. Ich sah mich nach den anderen Gästen um: Sie sahen alle grässlich aus. Diese Stadt wäre genau das Richtige für mich.

aus



Rezension folgt in der RN #4

Mittwoch, 25. September 2013

Mittwochnachmittag

Schreiben ist letztlich das Einzige, was für mich in Frage kommt, und wenn ich dafür auf dem Scheiterhaufen ende, werde ich mich nicht als Heiligen betrachten. Ich war einfach überzeugt, es sei für mich das Einzige. Das zu tun, was man tun möchte, nur darum geht es - nicht einer unter tausend tut das. Meine Niederlage wird mein Sieg sein. Nichts wird verworfen. Ich bin ganz und gar, was ich in diesem Augenblick sein kann. Und damit scheißen wir mal auf das Gerede übers Schreiben. Das ist was für Federfuchser. Ich habe mich hinreißen lassen, bloß um euch einen Gefallen zu tun. Geschenkt. Wer macht das vierte Rennen im Turf Paradise am Mittwochnachmittag?

- Notizen zum Leben eines alten Dichters, Charles Bukowski

Dienstag, 24. September 2013

Rein ins nervöse Zeitalter...

Augenblicke fallen in die Fertigungshalle für Schweißregulatoren. Durch sein Bürofenster blickt Herr Zoster auf seine Arbeitsvertragssklaven hinab, auf verwelkte Pflanzen, die kein noch so blauer Himmel ins Freie zu ziehen vermag. Es sind Leute, die die Ausbildung ihrer Persönlichkeit mit Beginn ihrer Berufsausbildung haben abbrechen müssen, Stillstehende, die ihre Entwicklung spätestens im zwanzigsten Lebensjahr an den Nagel gehängt haben; Herpes Zosters Handlanger sind fettgepolsterte Furchtfresser, Lebensstil Biedermeier.

aus


Mehr über Rüdiger Saß' Roman über den drohenden sozialen Untergang und alles sonst noch, was damit zusammenhängt findet Ihr hier: http://www.gabrieleschaeferverlag.de/index2.html

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Montag, 23. September 2013

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (8)



Manchmal kommen sie wieder…aber eigentlich immer

Er kam in die Kneipe, warf seine 2 Euro Münze auf den Tresen und bestellte, während er Platz nahm ein Glas Wasser. Dieses Glas stierte er für mindestens 15 Minuten an, als wäre es entweder der Heilige Gral oder purer Spiritus, mit dem er sich in Brand stecken wollte. Der Mann schien entzweit und gleichzeitig so niedergeschlagen. Draußen leuchtete der Vollmond am schwarzen Himmel und hier drinnen saß der ausgestoßene Fremde, den man mit misstrauischem Blick begegnete. Ich gab ihm keine drei Minuten bevor er sich in ein wildes Tier verwandeln und alle, die da saßen und tuschelten zerfetzen würde. Er nahm die 2-Euro Münze und warf sie schließlich in das Wasserglas. Der Nickel-Messing Taler trieb nach unten wie ein Stein. Ein anderer Gast kam herein und gesellte sich zum Werwolf am Tresen. Beide unterhielten sich, man hörte Bruchstücke wie „…jetzt ist Schluss…“ und „…nie wieder…“ Der neue Gast bestellte ein Bier und trank es zügig aus, während der Werwolf neben ihm wartete, dass aus seinen zwei Euro vier wurden. Wenig später standen sie auf und verschwanden. Der Wirt, auch schon völlig benebelt von billigem Korn, den er unter dem Tresen versteckte und falschen kubanischen Zigarren, die er stündlich hinten im Raucherzimmer paffte verzog das Gesicht und sagte dem Typen am Ende des Tresens: „Manchmal kommen sie wieder…aber eigentlich immer.“ 

- MM

Sonntag, 22. September 2013

Der Tag beginnt... mit Heuschrecke

Es fällt schwer, über das Bedürfnis nach Schönheit und Romantik zu lachen, egal wie geschmacklos oder gar abschreckend die Ergebnisse dieses Bedürfnisses sind. Aber es fällt leicht zu seufzen. Nur wenige Dinge sind trostloser als das wahrhaft Monströse.

aus


Rezension folgt in der RN #4

Samstag, 21. September 2013

Zwischen Labor und Couch

Der neue Befund ist raus:

Sonderausgabe mit Texten von Hermann Borgerding. Mehr dazu unter http://laborbefund.jimdo.com/

...und hier geht's nächste Woche auf die Couch - Lesung in Darmstadt:





Freitag, 20. September 2013

Kaffee & Carrino

Mir kommt es vor, als würde es in Neapel niemals regnen. Keine Ahnung, warum, aber es regnet schon seit einer Ewigkeit nicht mehr in Neapel.

aus


Mehr Pulp & Crime gibt's beim Master: http://www.pulpmaster.de/


Die ROGUE wünscht ein regenfreies und lesereiches Wochenende! Bleibt der NATION treu....Ausgabe 4 folgt demnächst.....



Mittwoch, 18. September 2013

New York, New York

"Ich werde den Teufel aus Harlem austreiben und dabei könnte ich doch gleich euch hier die Hölle heiß machen", sagte Elder Michaux.

aus


Rezension folgt in der RN #4

Montag, 16. September 2013

Abendlektüre

"Ich, äh...ich muss sie mitnehmen", sagt Michele und befreit sich aus der Umarmung. "Ich liebe sie."
Manny packt Michele an den Schultern und dreht ihn sanft herum, bis er die Lichter des Ranchhauses in der Ferne sehen kann. "Kleiner," sagt er leise, "sieh hin. Da drinnen gibt's keine Liebe. Glaub mir."

- Geister, Cowboys, Claire Vaye Watkins




Freitag, 13. September 2013

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (7)

Falsche Erinnerungen

Sie war eine Göttin, die in eine geschundene Familie hineingeboren wurde. Wahrscheinlich hatten sich in den letzten zehn Jahren über ein Dutzend Männer ihren Namen auf die Haut tätowieren lassen und nun war alle Tinte verblasst. Das waren die großen Tage auf dem Weg ins gelobte Land, doch letztendlich versank es irgendwo. Ich rufe sie, weil der Pfandflaschenautomat voll ist und sie kommt mit hängender Miene den Gang hinunter, vertröstet die beiden Trinker, die ihr Bier an der Kasse bezahlen wollen und kümmert sich darum, dass ein neuer Behälter eingesetzt wird. Ich sage Danke, sie nickt und kassiert schon wieder. Ich nehme mir meinen Pfandbon, suche mir einen neuen Kasten Bier und lass mich auch abkassieren. Sag mal, bist du nicht der Sohn von dem Immobilienmacker, dem hier die Reihenhäuser gehören? Ich schüttele den Kopf und nehme mein Wechselgeld entgegen. Ich schaue sie nochmal an. Nun, vielleicht lag ich bei ihr auch falsch. 

- MM

Mittwoch, 11. September 2013

Die Zeilen des Tages

Er hatte ihre Haut vergöttert, immer wieder dankbar, gierig, erstaunt, wenn sie sich ihm hingab. Er hatte das Gefühl gehabt, sie zu bestehlen, denn er wusste wirklich nicht, was Kim dafür zurückbekam.

- Alle, alle lieben dich, Stewart O'Nan


Nun bin ich immer noch der Idee verpflichtet, daß die Fähigkeit selbstständigen Denkens vom Beherrschen der Sprache abhängt, und Kinder, die sich damit zufriedengeben, zu sagen, sie kämen "aus einem kaputten Elternhaus", wenn sie sagen wollen, daß sich ihre Eltern getrennt haben, machen mich nicht sehr zuversichtlich. Sie sind sechzehn, fünfzehn, vierzehn Jahre alt und werden ständig jünger, eine Armee von Kindern, die darauf warten, daß man ihnen Worte gibt.

- Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben, Joan Didion 

 
Kontext ist das A und O. Verkleidet mich und ihr werdet staunen. Ich bin Jahrmarktschreier, Auktionator, Straßenkünstler, Wortverdreher, ein Abgeordneter bin ich, trunken vom vielen Reden. Ich habe Tourette.

- Motherless Brooklyn, Jonathan Lethem


und der PORCHIA des Tages:

Denen keine Möglichkeiten mehr bleiben, sollte man gerechterweise manches Unmögliche verzeihen.

- Antonio Porchia

Montag, 9. September 2013

Rogue Nation #3 ist raus!

Wie schon bereits erwähnt, erscheint die dritte Ausgabe der ROGUE NATION etwas verspätet. Doch nun ist es endlich passiert. Das Heft geht in dieser Woche noch an die Abonnenten und Autoren raus. Eine Auflistung der Schreiber, die ihre Texte der Nation zur Verfügung gestellt haben findet Ihr im vorherigen Post.

Nochmals vielen Dank für die Unterstützung und bleibt der Nation treu! Verbreitet das Wort!

Beste Grüße,
Marc