Samstag, 30. November 2013

Sympathy for the Depp

Spandau machte den Sekretär auf und hörte den Anrufbeantworter ab. Nichts Dringendes. Sitting Bull blickte kritischer als gewöhnlich auf ihn herab, als wäre er ein noch größerer Loser als die übrigen verkorksten Bleichgesichter.

aus


Rezension folgt in der RN #6

The Ed Wood Special Part 3


"All this garbage I see, they praise, and me, they seem to love to deride me."
- Ed Wood 

Und hier hier nun "Bride of the Monster" (dt. Die Rache des Würgers). Einer der bekanntesten Filme von Wood:
 

Die Ed Wood Sonderausgabe (Rogue Nation #6) erscheint am Sonntag!

Freitag, 29. November 2013

Pol Pot Polka Pulp

Die vier vergammelten Typen aus dem Fegefeuer konnten ihre Verwandtschaft mit den Phnom-Penh-Zombies nicht leugnen. Und so wie ihre Brüder aus der Hauptstadt waren die Burschen punkto Dresscode auf ein gutes Image bedacht. Die satanische Delegation trug Sportgarn von Ralph Lauren am Leibe, wenn es auch total zerfetzt an madenzerfressenenen Extremitäten hing.

aus


Rezension folgt in der RN #6

Mittwoch, 27. November 2013

Zeichner Erik Kriek auf Tour

Der niederländische Zeichner Erik Kriek, der H.P. Lovecrafts Erzählungen einzigartige Bilder geschenkt hat (siehe auch Post weiter unten) kommt auf Signiertour.

Hier der Tourplan:

03.12. Dienstag: Mr. C, Bochum (16-18 Uhr)
04.12. Mittwoch: Bonner Comicladen, Bonn  (16-18 Uhr)
05.12. Donnerstag: T3, Frankfurt am Main  (16-18 Uhr)
06.12. Freitag: Comix, Hannover (16-18 Uhr)
07.12. Samstag: Berlin Modern Graphics  (16-18)
08.12. Sonntag: Fabelhaft Bar (ab 18 Uhr) (Schönleinstraße 6, Berlin)  Lesung!


Mehr gute Graphic Novels gibt's hier http://www.avant-verlag.de

Der neue Lehane

Sie begegneten sich kurz nach Morgengrauen, an einem Tag im Jahre 1926, als Joe und die Bartolo-Brüder die Spielhölle im Hinterzimmer eines Speakeasy in South Boston ausraubten...

Dennis Lehane's Gangsterroman "In der Nacht" ist heute ganz frisch erschienen. Einer der besten Krimiautoren unserer Zeit.

Ein altes Interview aus der 6. LV mit Dennis Lehane findet Ihr hier: http://issuu.com/elvau/docs/lv_ausgabe_06/14




Samstag, 23. November 2013

The Ed Wood Special Part 2

Das Dorf Hollywood ist entworfen nach den Vorstellungen
Die man hierorts vom Himmel hat. Hierorts
Hat man ausgerechnet, daß Gott
Himmel und Hölle benötigend, nicht zwei
Etablissements zu entwerfen brauchte, sondern
Nur ein einziges, nämlich den Himmel. Dieser
Dient für die Unbemittelten, Erfolglosen
Als Hölle.

- Hollywood-Elegien, Bertolt Brecht




Die ROGUE NATION wünscht ein schönes Wochenende!
Die Ed Wood-Spezial Ausgabe erscheint am 01.12.13!

Donnerstag, 21. November 2013

Browers letzter große Schrecken

Nach dem Krieg hat er tatsächlich nur noch wenige Filme gedreht. Vielleicht wegen der Drogen, aber davon hat Bela Lugosi sich auch nicht aufhalten lassen. Jedenfalls verließ er das Studio und begann mit wechselndem Erfolg zu arbeiten, meistens wechselnd. Er ging für kurze Zeit nach Deutschland zurück, um einen Film zu produzieren, bei dem er auch Regie führte und mitspielte (und den er anscheinend auch geschrieben hatte), an den man aus Gründen, die auf die eine oder andere Art mit der Regierung in Bonn zu tun haben, nicht herankommt.

aus


Rezension folgt in der RN #6

Mittwoch, 20. November 2013

The Ed Wood Special



Zum 35. Todestag von Filmemacher Edward D. Wood Jr. (am 10. Dezember 1978 in Hollywood gestorben) wird die sechste Ausgabe der ROGUE NATION zu Ehren des Trash-Virtuosen eine Sonderausgabe. Mit Essays von Ed Wood Biograf Rudolph Grey und Doku-Filmer Jordan Todorov. Dazu natürlich wie gewohnt Prosa, Gedichte und Rezensionen.

Bis dahin...hier etwas zum Einstimmen:




Bastards Love Child




*LOVE CHILD* – superbastard extra #1
Songdog Verlag Wien
Paperback, 88 Seiten
€ 9,95 (zzgl. Porto und Versand)
ISBN 978-3-9503557-2-7

Gedruckt wie immer bei MARO, Erscheinungsdatum pünktlich zu Weihnachten.

Wer vorbestellen möchte, darf das gerne tun und bekommt den Sonderbastard zum Sonderpreis von € 8,00 (zzgl. € 2,00 für Porto und Versand). – Bitte bis 30. November unter www.superbastard.de/ 
oder unter http://songdog.at/



Montag, 18. November 2013

Die Zeilen des Tages

Unterwegs kamen mir trübsinnige Gedanken. Wozu war der Mensch auf der Welt? Zum Sterben. Und was hieß das? Rumhängen und warten. Warten auf den Glückstreffer. Warten auf ein Paar dralle Titten in einem Hotelzimmer in Las Vegas an einem Abend im August. Warten, dass die Maus ein Lied singt. Warten, dass der Schlange Flügel wachsen. Rumhängen.

- Pulp, Charles Bukowski

Lieber Freund, jetzt in den staubigen zeitlosen Stunden der Stadt, wo die Straßen schwarz daliegen und im Kielwasser der Sprengwagen dampfen, jetzt, wo die Betrunkenen und Obdachlosen in den Gassen oder auf verlassenen Grundstücken im Schutz der Mauern gestrandet sind und Katzen hochschultrig und mager durch trostlose Gelände streunen, jetzt inmitten dieser rußschwarzen Ziegel und kopfsteinigen Durchgänge, wo die Schatten der Leitungsdrähte die Kellertüren in schauerliche Harfen verwandeln, wird keine Seele gehen außer dir.

- Verlorene, Cormac McCarthy


und der PORCHIA des Tages:


Ich werde mich entfernen. Ich beklage lieber
deine Abwesenheit als dich.

- Antonio Porchia

Sonntag, 17. November 2013

Verflucht, verdammt, Palahniuk

Am meisten quält mich immer noch die Hoffnung. In der Hölle ist Hoffnung eine ganz, ganz schlechte Angewohnheit, ähnlich wie Rauchen oder Nägelkauen. Hoffnung ist was sehr Widerspenstiges. Eine Sucht, die man bekämpfen muss.

aus


Rezension folgt in der RN #6

Donnerstag, 14. November 2013

Aliens, Nazis, Trash und Mystery

Regel Nr. 1: Heb nie das Telefon ab, wenn du auf einem Trip bist. Regel Nr. 2: Steig nie in ein Flugzeug, wenn du schwebst! Regel Nr. 3: Steck dir deine Regeln in den Arsch, wenn deine Königin dich ruft!

aus


Rezension folgt in der RN #6

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (12)


Um ein Haar

Kurz nachdem ich in den hinteren Wagon eingestiegen war, hörte ich ein lautes Rülpsen von weiter vorn. Drei junge Mädels, eine davon hielt sich die Hand vor den Mund, kicherten los und liefen rot an. Die S-Bahn setzte sich kurz darauf in Bewegung. Die Zugestiegenen nahmen Platz. Es war kurz nach sechs Uhr morgens. Der Himmel grau, ein kleines Licht hatte sich in den Wagon verirrt und zitterte durch die Fensterscheibe über die Sitze. Ich sah mich kurz um. Malergesellen, Einzelhandelskauffrauen mit Smartphone in der Hand, ein paar alte Männer und Frauen mit traurigen, müden Gesichtern. Weiter hinten saß ein Mann, mit Vollbart, dicker Strickpullover, bis oben zugeknöpft, ein fades Abbild von Al Pacino als Serpico. „Die Fahrkarten, bitte.“ Zwei Kontrolleure bahnten sich ihren Weg durch meinen Wagon. Ich hatte keine Fahrkarte, da ich nur eine Station fahren wollte. Ja, auch dies ein Vergehen, aber ich bitte Sie. Wie vom Blitz getroffen hielt die Bahn mitten auf der Brücke an. Der Fahrer entschuldigte sich. Es würde gleich weitergehen, versicherte er uns, doch wir standen und standen und egal wie sehr ich mich von den Kontrolleuren entfernte, sie kamen doch immer näher und die Bahn wollte einfach nicht weiterfahren. Es gebe ein technisches Problem, kam es durch die Lautsprecher, doch das interessierte mich nicht. Ich wollte eine Lösung und kein Problem. Schließlich kamen zwei Schwarzfahrer- Sheriffs auf mich zu, zwei unscheinbare Typen in grauen Mänteln, aber mit den nötigen Ausweisen. Der Serpico-Typ hatte seine Hand unter dem Strickpullover versteckt, als würde er jeden Moment ein Messer hervorziehen und zustechen. Einer der grauen Männer kam zu mir, der andere ging zu Serpico. Er reagierte erst nicht darauf und auch ich versuchte Zeit zu schinden. Es war als würde der eine auf den anderen warten. Wer stach zuerst zu und würde demnach dem anderen die Strafe als Schwarzfahrer ersparen? Dann kam seine Hand zum Vorschein. Sie hielt einen Fahrschein in der Hand. Er war gültig. „Ihr Fahrschein, bitte“, sagte der Kontrolleur erneut zu mir. Ich schüttelte den Kopf. Hätte Serpico zugestochen, Freunde oder hätte die Bahn nicht so lange gehalten. Um ein Haar wäre ich aus der Sache rausgekommen. Ich hatte verloren und wir fuhren weiter. 

- MM

Neues aus dem Labor

Der "LaborBefund #9 - Literatur aus der Wirklichkeit" ist am 13. November erschienen und kann ab sofort bestellt, gekauft und gelesen werden! Bestellungen über die Website --> www.laborbefund.jimdo.com

Diesmal ein Autorenheft mit Texten von "Arnd Dünnebacke - In Form gegossen":

 

Mittwoch, 13. November 2013

Ein Pulp Master...

Wyatt wartete darauf, einen Mann um fünfundsiebzigtausend Dollar zu erleichtern...


Ganz heiße Ware aus dem Pulp Master Verlag. Mehr von dem guten Stoff gibts hier: http://pulpmaster.de

Dienstag, 12. November 2013

Poem of the Day

if you want a revolution
return to your childhood
and kick out the bottom

dont mistake changing
headlines for changes

if you want freedom
dont mistake circles
for revolutions

think in terms of living
and know
you are dying
& wonder why

from Tombstone as a Lonely Charm (Part 3), D.A. Levy

Montag, 11. November 2013

Feierabend mit Jim



"Wie gefällt dir dein neuer Job?" fragte Mom. "Musst du schwer arbeiten?"
"O nein", antwortete ich.
"Und was machst du so? Buchhaltung und Schreibarbeiten?"
"Ja", sagte ich, "Buchhaltung und Schreibarbeiten."
Dann verlor ich die Beherrschung und erzählte ihr, was ich in Wahrheit getan hatte.
"Wie schön", sagte sie, als ich fertig war, und ich wusste, sie hatte kein Wort verstanden.


Sonntag, 10. November 2013

Babylonische Nacht

Hier bekommen wir sie zu sehen, die Reichen, die Schönen, die Berühmten, die Derben, die Dummen, die Gierigen, die Schwierigen und leider oft genug auch die lediglich Schmierigen. Dagegen kann kein Fellini mithalten. Und alles gratis, ohne Warteschlangen, ohne miefige, überfüllte Kinosäle, ohne Sprachprobleme und ohne Fehldeutungen der zugrunde liegenden Botschaften.

aus


Rezension folgt in der RN #6

Schreiben am Wochenende


Samstag, 9. November 2013

Poem of the Day

he's the night
chasing rabbits,
a pot of dust
under the asphalt sky
cracked the stars.
athlete,
'colored boy from Houston makes good.'
standing straight as a razor
he cuts my vagina open
stretches it like bleeding lights thru dark air
his rabbit teeth drag my tongue
over sabers hidden in salt,
from the slit tip
red roses drip
screaming: daddy don't.

- from Rabbit Man, Sapphire

Donnerstag, 7. November 2013

Einfach mal reinschaun...

Kleine Leseprobe zum Feierabend:

Chaotic Revelry im November

Kürzlich erschienen: Mondo Kranko von Jonis Hartmann


und schon ein bißchen älter, aber ebenfalls wärmstens zu empfehlen sind die Arschbacken von Voltaire: 


Mehr Infos zu den Büchern und Bestellungen unter http://www.cr-verlag.de/

Mittwoch, 6. November 2013

Jesus is coming...


James Freys Geschichte über die Rückkehr des Zimmermanns ist ganz neu als Taschenbuch erschienen. Ein noch nicht ganz so altes Interview mit James gab's in der 12. LV, einfach mal reinlesen: http://issuu.com/elvau/docs/lv_ausgabe_12/16?e=0

Waiting for God

through the branches of
the thin trees of tenth street
the blue sky waits
with me &
im waiting for god
(on a white horse)
to ride thru the
branches of
the lower east side
before returning to
cleveland
& something
tells me
he isn't coming

- from sitting on a bench near TSQuare,  D.A. Levy

Dienstag, 5. November 2013

Sam wird 70


halb vier morgens

ist das ein Hahn
oder eine Frau, die in der Ferne kreischt

ist das ein schwarzer Himmel 
oder wird er gerade tiefblau

ist das ein Motelzimmer
oder das Haus von jemand

ist das mein Körper, lebendig
oder tot

ist das Texas
oder Westberlin

wieviel Uhr ist es
überhaupt

welche Gedanken
sind meine Freunde

ich bete um eine Pause
von allem Denken

eine saubere Pause
im leeren Raum

bitte laß mich auf die Straße
mit leerem Kopf

nur einmal

ich bettle nicht

ich fall nicht auf die Knie

ich bin nicht zum Kampf gerüstet

- Motel Chronicles, Sam Shepard

Montag, 4. November 2013

Here's Danny!

Er hockte an der Mündung des Regenkanals und blickte über einen mit wildem Gras bewachsenen Hang auf den Cape Fear River und die Brücke hinab, die den Fluss überspannte. Die Nacht war klar, und der Mond war voll. Es ging kein Wind, es schneite nicht. Und das Hotel Overlook war verschwunden. Selbst wenn es nicht während der Amtszeit des Erdnussfarmerpräsidenten niedergebrannt wäre, wäre es über tausend Meilen weit entfernt gewesen. Weshalb hatte er dann solche Angst?

aus


Rezension folgt in der RN #6

Poem of the Day


To live as I have done is surely absurd
In cheap hotels and furnished rooms
To walk up side streets and down back alleys
Talking to oneself
And screaming to the sky obscenities
That the arts is a rotten business indeed
That mediocrity and the rage of fashion rules
My poems and paintings piled on the floor
To be one with himself
A Saint
A Prince
To persevere
Through storms and hardons
Through dusk and dawns
To kick death in the ass
To be passed over like a bad penny
A midget
An Ant
A roach
A freak
A Hot Piece
An Outlaw
Raise your cup and drink my friend
Drink for those who walk alone in the night
To the crippled and the blind
To the lost and the damned
To the lone bird flying in the sky
Drink to wonder
Drink to me
Drink to pussy and dreams
Drink to madness and all the stars
I hear the birds singing


- A Poem to the Freaks, Jack Micheline

Sonntag, 3. November 2013

Almost Monday...


Das Wort zum Sonntag


Ich lebe vom Schreiben, aber ich mag Schriftsteller nicht besonders. Marcel Proust? Kenn ich nicht, interessiert mich nicht. Ich bevorzuge Boxer, Huren und Gauner. Da bin ich zu Hause, da fühl ich mich wohl.

- Nelson Algren

Freitag, 1. November 2013

Die 5. NATION ist raus!


Drei Cover, ein Heft, heckenschützenmäßig ins Visier genommen und mit todsicheren Texten zusammengeschossen. Diesmal mit dabei sind Sven Heuchert, Dan Fante, Jonis Hartmann und Benedikt Maria Kramer. In einem Interview kommt Rich Machin von den Soulsavers (siehe Post weiter unten) auch zu Wort.

Mein Dank richtet sich wieder an alle Autoren, Abonnenten und sonstigen Wegbegleiter dieser kleinen, unscheinbaren Publikation. Viel Vergnügen beim Lesen!

Gruß,
MM