Dienstag, 24. Februar 2015

Coffee & Crime


Gedanken schossen mir durch den Kopf: Die Stille vor dem Sturm kann so bedrohlich sein wie das dann eintretende Ereignis, jeder, der die Unbarmherzigkeit dieser Stille einmal erlebt und erfahren hat, wie sehr sie uns manipuliert, weiß das.

- True Crime, Sam Millar

Mittwoch, 18. Februar 2015

Bob in the Drop

Aber sie lebte trotzdem in ihm. In aller Stille und meistens hoffnungslos. Hoffnungslose Hoffnung, dachte er manchmal und brachte ein schwaches Lächeln zustande, so dass die Leute in der U-Bahn sich fragten, was zum Teufel Bob zum Lächeln brachte. Bob, der seltsame, einsame Barmann. Ein netter Typ, auf den man sich verlassen konnte, wenn es darum ging, beim Schneeschippen zu helfen oder eine Runde auszugeben, einer von den Guten, aber so schüchtern, dass man die meiste Zeit nicht verstand, was er sagte, bis man es schließlich aufgab, ihm höflich zunickte und sich jemand anderem zuwandte.

aus


Dienstag, 17. Februar 2015

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (21)

Hendrik, mach das Licht wieder an!

Sie stritten sich jeden Tag. Mehrmals am Tag. Er hatte die Mitte 60 schon hinter sich, trank zu viel und beschimpfte seine Frau. Sie lief humpelnd und an Krücken auf die 60 zu und hörte sich den ganzen Hasshagel, der auf sie einprasselte an. Mittendrin ihr 35jähriger Sohn Hendrik, psychotisch und zu Gewaltausbrüchen neigend, es sei denn er nahm seine Pillen zur rechten Zeit. So wie an jenem späten Abend als sein Vater seiner Mutter einmal mehr ihre Nutzlosigkeit vorwarf. Sie saßen alle zusammen in der Küche. Sie nannte ihn einen Säufer, er schlug auf den Tisch, brüllte herum und dann wurde es kurz still. „Hendrik, mach das Licht wieder an“, rief die Mutter dazwischen. Der Streit wurde verschoben. Hendrik hatte den Raum schwarz gemacht und ihn anschließend verlassen. Der Vater soff im Dunkeln weiter und Mutter stützte sich auf ihre Krücken, um hoch zu kommen, rüber zum Lichtschalter. „Siehst du, was der Junge macht, wenn du laut wirst?“ sagte sie und ging aus der Küche. Der Vater nahm noch einen Schluck und schlief dann am Tisch ein. Eine Woche später segelte er im Treppenhaus die Stufen runter. Unten angekommen gab es nichts mehr, was sein Sohn, der oben auf dem Treppenabsatz stand für ihn hätte tun können. Es war schon spät. Kurz zuvor war das Licht ausgegangen. Vielleicht wollte der Junge es wieder an machen, vielleicht wollte er seinen Vater halten, vielleicht aber auch erlösen aber wahrscheinlich ließ er den Dingen einfach nur ihren Lauf. 

- MM

Dienstag, 10. Februar 2015

Ein bisschen Rache kann nicht schaden

Parker legte die Waffe hin und griff nach dem Hörer. "Na schön", sagte er. "Er ist tot. Ich habe Ihren Namen und Ihre Telefonnummer. In fünf Minuten habe ich Ihre Adresse. In vierundzwanzig Stunden habe ich Sie in den Händen. Ja oder nein?"
"In vierundzwanzig Stunden sind Sie tot! Kein Einzelgänger kann es mit der Organisation aufnehmen."
"Wir sehen uns", sagte Parker.

aus


Sonntag, 8. Februar 2015

10 Questions with James Sallis

Da es in der nächsten ROGUE NATION leider kein Interview geben wird, hier nun zehn Fragen an den Crime/Noir Meister James Sallis - gestellt wurden sie von Keith Rawson.


What was the first story you ever wrote, and what happened to it?
There were of course early miscarriages, but the first story I wrote that felt like a story, walked like a story, and quacked like a story was “Kazoo.”  It was published in New Worlds. Two others quickly followed, one for F&SF, and one for Damon Knight’s Orbit, inculcating in me the absurd and sweetly naive notion that I could make a living writing. From such moments are lives ruined.

When you sold your first piece of writing, how did you celebrate?
I was 21 and impoverished – excellent training for a writer, by the way – so I probably took my wife out for a fine meal at Howard Johnson’s.

Mehr unter https://litreactor.com/interviews/10-questions-with-james-sallis

Samstag, 7. Februar 2015

Weekend!


"Love is the hardest thing in the world to write about. It's so simple. You've gotta catch it through details, like the early morning sunlight hitting the gray tin of the rain spout in front of her house, the ringing of a telephone that sounds like Beethoven's Pastorale, a letter scribbled on her office stationary that you carry around in your pocket because it smells like all the lilacs in Ohio"

Montag, 2. Februar 2015

Alter Killer

Das Wochenende verlief wenig spektakulär. Ich hatte starke Kopfschmerzen, aber das war nichts Neues. Samstagnacht schob derselbe Knabe Wachdienst am Empfang, und wie zuvor schwiegen wir uns an, doch allmählich konnte ich dem etwas abgewinnen. Ich arbeitete mich durch die Nacht, mit einem Radiosender, der klassische Rocktitel spielte, und ohne allzu viel zu grübeln; mehr konnte man nicht verlangen.

aus


Sonntag, 1. Februar 2015

...und weiter gehts...



So, liebe Freunde der bösen Unterhaltung,

das Heft ist so gut wie fertig und wird in den nächsten Tagen den Weg zum Drucker antreten. Es sind mal wieder sehr gelungene Texte zusammengekommen, so viel schon mal gesagt. Die erste Ausgabe im neuen Jahr wird mit über 50 Seiten so dick wie noch nie zuvor. Ein guter Start für die nächste Runde - auf das noch viele folgen werden....

...weitere Infos folgen...

Bleibt treu und schaltet hin und wieder mal ein....

- MM