Samstag, 28. März 2015

Oh Brother

Die Tage bluten die Nächte aus und wieder in Tage, in Wochen. Nichts beginnt und nichts endet. Wie im Koma. Am Morgen dringt Licht durch die Jalousien und taucht die Wände in ein sanftes Orange, und nachts kommt das Licht, so scheint es, immer aus anderen Räumen. Alles im Haus hat eine Langsamkeit und Schwere, was Peter besonders auffällt, wenn er ins Freie tritt, wenn er selbst nicht mehr langsam und schwer ist.

aus


Dienstag, 24. März 2015

Texteinsendungen noch bis zum 31.03.!


Die Deadline für die nächste Rogue Nation ist der 31.03. Dann ist die 2. Ausgabe in diesem Jahr auch irgendwann Mitte April fertig gedruckt. Es können also noch die nächsten 7 Tage Texte eingereicht werden. Seitenzahl max 12. Bitte an rogueblogue@gmail.com

Cheers,
MM

Sonntag, 22. März 2015

Der leichteste Fehler

Er war aus dem Gefängnis ausgebrochen und wieder auf dem Weg nach Kolumbien. Seit seiner ersten Fahrt dorthin, der Fahrt, die ihn ins Gefängnis gebracht hatte, wusste er, dass die schwersten Fehler am leichtesten zu begehen waren. Es gibt Fehler, die mitten auf dem freien Feld stehen und um Liebe betteln.

aus


Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (22)

Jeder zahlt seine Rechnung – so oder so

Sven lehnt sich auf die Theke, Notizblock vor ihm, Stift in der rechten Hand. Er wedelt mit dem Ding zwischen Zeige- und Mittelfinger herum. Er denkt nach, presst dabei die Augen zusammen und verzieht den Mund nach dem Motto Das ist doch alles ein riesenhaufen Scheiße. Ich sitze ihm schräg gegenüber, trinke einen Kaffee und beobachte ihn beim Rechnen. Es geht um offene Deckel. „Guck dir das an,“ sagt Sven, „157 Euro für Martin. Der hat sich hier schon seit zwei Monaten nicht mehr blicken lassen. Die Kohle kann ich in den Wind schießen.“ Sven schüttelt den Kopf und geht die Liste weiter durch. „Dann ist hier Gaby, 57 Euro. Die war auch schon seit mindestens zwei oder drei Wochen nicht mehr da. Hektor hat auch noch 69 offen. Walter, 46. Der ganze Scheiß summiert sich und am Ende stehste da und guckst inne leere Kasse.“ Er wirft den Stift neben den Notizblock, schenkt sich einen kleinen Schnaps ein und kippt ihn runter. „Und Charly hat auch noch 57 offen. Das alles zusammen sind das fast 400 und keiner von diesen Leuten kommt mehr vorbei. Was glaubst du wohl warum? Die gehen durchs Leben, machen Schulden und kümmern sich einen Dreck darum, wie es anderen dabei geht. Denen geht’s ja gut.“ Ich nehme einen Schluck Kaffee, behalte meine Gedanken vorerst für mich und wundere mich, warum die Nachrichten noch nicht bei Sven gelandet sind: Martin hatte vor gut einem Monat einen schweren Verkehrsunfall und hat dabei ein Auge verloren. Gaby hat eine Brustkrebsdiagnose bekommen und ist seitdem nicht mehr dieselbe. Hektors Frau ist mit den Kindern weg, weil sie so'n Typen bei einer Zugfahrt kennengelernt hat und einfach sexier fand als ihren kleinen Hektor und der gute Walter hat bei einer Kneipenschlägerei in der Innenstadt vor zwei Tagen gegen zwei Typen mit Karabinerhaken und Messer den Kürzeren gezogen und wird wahrscheinlich nicht mehr durchkommen. „Die werden ihre Rechnungen schon noch zahlen“, sage ich. Sven nickt nicht ganz überzeugend. „Manche kommen einfach damit durch und andere wieder nicht.“ 

- MM

Dienstag, 17. März 2015

What is Noir?

What makes these noir novels such fascinating reads are the ways in which they open up the human psyche and leave bare the dark impulses that can drive us to do the unthinkable. What makes them such exhilarating and dread-inducing reads is being sucked into the noir protagonist’s private hell, and hoping he can somehow escape the abyss waiting for him while knowing there’s no escape.

- Auszug aus Dave Zeltsermans Artikel "One Crime Writer's Thoughts On Noir"

Hier der komplette Text: http://artery.wbur.org/2015/03/16/dave-zeltserman-noir

Montag, 16. März 2015

JETZT RAUS: ROGUE NATION 02/01!


Liebe Freunde der Nation,

nun wird fortgesetzt, was so lange auf sich warten ließ. Das erste Heft im Jahr 15 ist vom Drucker gekommen und kann bestellt werden. Gnadenlose Texte von Sven Heuchert, Frank Trummel, Jason Dunkle, Elizabeth Ellen, Jonas Gawinski, Jonis Hartmann, Ulrich Kersten, Juliet Escoria und Marc Mrosk. Dazu die passenden Bilder von IIllustrator Giuseppe Cristiano (in Farbe und s/w). Passt wie Kugel zwischen die Augen. Literarische Chilischoten auf 52 Seiten

Preis pro Heft beträgt 3 Euro plus Porto.
Bestellungen bitte per eMail: rogueblogue@gmail.com

Danke für die Aufmerksamkeit und eine gute Woche!

Cheers,
MM

Freitag, 13. März 2015

U-Bahn Poesie


Spontane Gedichte an der New Yorker U Bahn Station Union Square. Der 28jährige Dichter Lynn hat für jeden ein paar Worte übrig und das für jeden Preis. Hier ein interessanter Artikel über den Schreiber aus NY in der SZ: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/591956/Passanten-Poesie

Mittwoch, 11. März 2015

Dienstag, 10. März 2015

Todesfahrt

Ich möchte nicht, dass Sie anfangen, an Ihre Waffe denken.
Aber an die denken Sie tatsächlich, nicht wahr?
Ich möchte mit einem letzten Gedanken von dem schließen, der Ihnen "durch die Lappen ging". Dieser Gedanke lautet:
FICK DICH INS KNIE, DU VERSAGER.
War nur ein Scherz!
Mit den freundlichsten Grüßen
DER MERCEDES-KILLER

aus




Mittwoch, 4. März 2015

Coffee & Carlos


Der Junge war fast atemlos und hatte einen trockenen Mund, weil er gerade etwas von sich selbst gesehen hatte, etwas Schreckliches und Beglückendes und Drängendes zugleich, dem er sich nicht verweigern konnte, irgendein grimmiger Bereich seines eigenen Seins, der ihn erwartete wie der Horizont in den Badlands, rot wie die Hölle. 


Sonntag, 1. März 2015

Wer will noch mit?


Liebe Freunde der Nation,

die erste Ausgabe im neuen Jahr wird Ende kommender Woche endlich erscheinen und anschließend entsprechend verteilt werden. Es wird ein richtig gutes Ding - das schon mal versprochen!

Aber wir denken natürlich schon weiter: die zweite Ausgabe ist bereits in Planung und soll Mitte / Ende April fertig sein. Dafür werden wieder neue Texte (Stories / Gedichte) gesucht.

Wer sich beteiligen will, der schicke bitte sein Material an folgende Adresse: rogueblogue@gmail.com

Bevorzugt werden wie immer Texte aus dem Genre "Pulp & Noir" (gerne auch längere Stories - mit bis zu 12 oder 13 Seiten / normal formatiert).

Ich danke für die Aufmerksamkeit und hoffe auf rege Unterstützung.

Cheers,
Marc