Sonntag, 31. Mai 2015

Rogue Music - Busted

Der Soundtrack zum Zine 

Lied 16
 
 
Lord, I ain't no thief, but a man can go wrong,
when he's Busted
The food that we canned last summer is gone,
but I'm Busted

Mittwoch, 27. Mai 2015

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (26)

Walter K.

Ich baute auf der Spielwiese ein Kartenhaus und der Wind ließ mich das ein oder andere mal so laut fluchen, dass die ersten Mütter ihre Kinder zu sich holten. Ich wollte mir wirklich nur einen kleinen Spaß damit machen. Weiter nichts. Ich gebe ja zu, dass es durchaus ein wenig unkonventionell war, was ich dort tat, aber man möge mir meine Albernheiten einfach ab und an mal verzeihen. Welcher Verrückte kommt schon auf die Idee im tiefsten November ein Kartenhaus auf einer Wiese bauen zu wollen und dann auch noch in meinem Alter? Ich bin 58, das muss ich wohl noch hinzufügen. Aber gehen wir doch noch ein paar Jahre zurück. Damals war es so viel aufregender. Ich hab im ersten Krieg gedient, ich hab im zweiten Krieg gedient, allerdings nicht als Soldat. Im 1.Weltkrieg war ich Entfesselungskünstler und habe die Armeen auf den dreckigsten Schlachtplätzen Europas unterhalten. Aber gehen wir doch noch weiter zurück. Damals war ich Zahnarzt und hab Napoleon kurz vor dem Einzug in Waterloo alle vier Weisheitszähne gezogen. Ich lag beim Roten Baron auf dem Flügel, als er eintausend und eine Wolke durchbrochen hat. Ich heiße Walter K. und wohne in diesem toten Stadtviertel, in dem ein Geschäft nach dem anderen schließt. Was diese Mauern und Wände hier brauchen ist mehr Farbe, viel mehr Farbe. Ich werde mich demnächst als Graffitikünstler versuchen, doch der Dieter B., mein guter Freund von gegenüber hat mich davor gewarnt. Er meinte, dass Graffiti Krebs verursachen würde. Erst das Rauchen und nun auch das noch. Ich muss doch irgendwas tun. Die Hälfte der Zeit verbringe ich damit nichts zustande zu bringen und die andere Hälfte damit, es zu bereuen. Meine lieben Nachbarn. Ich heiße Walter K. und ich wohne hier. 

- MM 

Sonntag, 17. Mai 2015

White Trash Beautiful

Johnson war direkt vom Gefängnis nach Forever and Forever gekommen. Und ballerte täglich mit seiner 22er-Sportpistole in den Sumpf, der an den Trailer Park grenzte, weil er glaubte, der Sumpf habe irgendwo eine verwundbare Stelle, und wenn er die träfe, würde er austrocknen und absterben, anstatt sich auszubreiten und Forever and Forever zu verschlingen und früher oder später zu zerstören. Er hatte eine pathologische Angst davor, den Trailer Park verlassen zu müssen, wenn der Sumpf ihn eines Tages verschlungen und zerstört hatte.

aus


The Hateful Eight

Nicht offiziell, aber trotzdem gut:


Sonntag, 10. Mai 2015

Die Stille vor dem Sturm

Er fragte sich, wie das Ganze wohl enden würde, und spielte in Gedanken verschiedene Möglichkeiten durch. Am Ufer. Auf dem Hügel. Im Sand, im Gras, auf glatten Holzdielen. Oder in einem Haus mit einem abgenutzten Teppich und einer Kerze, die auf einer Anrichte flackerte.
Die Sonne geht unter, und vor der Tür bläst der Wind. Leute stehen herum. Gewehre gehen los wie in einem Fernsehfilm. Einer stirbt, und das war es dann, tot, egal wie unfassbar das auch sein mag. Man hört Musik, ferne Musik.

aus


Freitag, 8. Mai 2015

Riding the Pig - Die Straßenfeger/Ratriot Affäre


Es wird wieder gefegt und ratriotet. Ein brutaler Ritt durch die Literatur des Unmenschlichen. Schön bebildert und bewusst mit allerlei Texterei versehen. Bitte sichten und weiterempfehlen. Eine Fusion mit glänzender Zukunft! Mehr zur Straßenfeger/ Ratriot Ausgabe gibt's hier: http://www.ratriot.de

Donnerstag, 7. Mai 2015

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (25)

Tauben scheißen, Tauben schießen

Sein Schlitten war schwarz lackiert, ein mattes Schwarz. Das hat Stil, hatte er gesagt, so ist man richtig unterwegs. Dass mit dem Unterwegsein, war an dem Sonntagmorgen auch nicht das Problem, es war vielmehr der Parkplatz, den er sich ein paar Stunden zuvor ausgesucht hatte.
Spät in der Nacht, Udo war angetrunken, konnte aber noch gut seinen Benz auf den Hinterhof steuern. Er parkte seinen Traum auf vier Rädern direkt unter dem großen Birkenbaum. Er stieg aus, schloss ab, ging gerade den Hof hinunter und verschwand irgendwann im Haus.
Er schlief sich aus, ging duschen, nahm was gegen die leichten Kopfschmerzen und machte sich auf den Weg zu seinem Lieblingsbäcker. Dort gab es die besten Bagels.
Udo blieb vor seinem Auto stehen. Sein einst aufgrund der letzten Nacht etwas geknickter Körper nahm eine steife, kampfbereite Haltung an. Doch die Gegner, der ihm bevorstehenden Auseinandersetzung waren allesamt weggeflogen. Er konnte sie jedenfalls nicht zwischen den Ästen erkennen. Hoch oben, über seinem bis auf den letzten mattschwarzen Fleck zugeschissenen Benz gab es nichts außer Geäst und Blätter zu sehen. Es müssen Dutzende Tauben gewesen sein, die sich ihre Schisse für eine ganz bestimmte Zeit und einen ganz bestimmten Ort aufgespart hatten.
Dann kamen sie wieder, als ob sie ihr Werk und den damit verbundenen Gesichtsausdruck von Udo bestaunen wollten. „Mistviecher“, drang es aus Udos Kehle. Er machte kehrt, ging hoch in seine Wohnung und kam wenige Augenblicke später mit einem Luftgewehr in den Händen auf dem Balkon wieder zum Vorschein. Er legte an und drückte ab. Es erwischte die Taube seitlich, sie versuchte zu fliegen, doch fiel kurz darauf wie ein Stein zu Boden. Die anderen Vögel flogen vor Schreck davon. Udo schoss weiter. Nachladen und schießen. Nachladen und schießen, bis weit und breit kein Vogel mehr zu sehen war. Nur das arme Vieh, das er als erstes ins Visier genommen hatte und nun auf dem Asphalt mit dem Tod kämpfte war geblieben. Die Flügel zitterten, der Kopf wackelte leicht von einer Seite zur anderen. Udo blickte nach unten, sah, wie sich das Federvieh quälte und ging wieder hinunter auf den Hinterhof. Nur er, sein Gewehr, die halbtote Taube und die ganze Scheiße auf seinem Benz. Udo legte an, zielte aus zwei Zentimetern Entfernung direkt auf den Kopf des Vogels, der nun ruhig auf dem steinernen Boden lag und verpasste ihm den Gnadenschuss. 

- MM

Mittwoch, 6. Mai 2015

Hack / Slash Honeymoon



aus


Der Tag geht dahin und Natchez brennt


Albert Norris sang ein paar Takte von Howlin' Wolfs "Natchez Burnin'", um die Geräusche des Paares zu übertönen, das sich im Hinterzimmer seines Ladens liebte. Die Vordertür war abgesperrt. Es war nach sieben, die Straßen waren menschenleer. Aber heute war ein schlimmer Tag gewesen.


Dienstag, 5. Mai 2015

Hillmann / Hammett - Fliegenpapier


"Joe. Hatte er nicht dieses Papier, mit dem sie umgebracht wurde, wie Sie sagen?"
"Und warum hat er sie umgebracht?"
"Was weiß ich. Manchmal hat er einfach saublöde Sachen angestellt."
"Du warst es nicht?"
"Nein, nein, nein!"
"Na gut. Werft sie in eine Zelle, da kann sie nachdenken. 
- Du weißt, was du heute nachmittag zu Joe gesagt hast:
Spiel hier nicht den Schweiger. Denk gut darüber nach heute nacht."

aus


Trailer:

 

Samstag, 2. Mai 2015

Rogue Nation kaufen...



Wer sich das Porto sparen will oder schon aus Prinzip keine eMails schreibt, aber trotzdem mal ein Heft in seinen Besitz bringen möchte, findet die Ausgaben in folgenden Geschäften:

Buchhandlung Decius GmbH, Marktstraße 52, 30159 Hannover

COMIX am Steintor, Goseriede 10, 30159 Hannover 

25 Music, Lister Meile 25, 30161 Hannover

Alternativ können die Hefte natürlich weiterhin per eMail bestellt werden: rogueblogue@gmail.com 

Cheers,
MM 


Freitag, 1. Mai 2015

Rogue Music - Treat Me Like Your Mother

Der Soundtrack zum Zine 

Lied 14

 

Stand up like a man
You better learn to shake hands
Look me in the eye now,
Treat me like your mother