Sonntag, 28. Juni 2015

Heiße Tage


Wenn man einundzwanzig ist, dann glaubt man, dass man irgendwie ein berühmter Ballspieler wird oder Anwalt oder Schriftsteller oder sonst was, womit man eine Million Dollar macht, dass man eine schöne Frau heiratet und in einem schönen Haus wohnt. Ganz egal, wie man an all das kommt. Man glaubt es einfach, basta.
Trotzdem, so ein harter Schlag mit einem Pistolenlauf kann selbst einen Einundzwanzigjährigen ganz schön ernüchtern; der Schlag hatte mir einen ziemlich großen Teil meiner Dreistigkeit genommen. Ich betrachtete mich ausgiebig, wie ich so durch den Staub schlurfte, Hutkrempe vorn und hinten hoch, der Magen brannte mir vom Schnaps auf leeren Magen. Was ich da sah, war ganz und gar nicht hübsch. Daran war nichts romantisch oder kühn. Ich war ein Wanderarbeiter, ein Tagelöhner, ein Aufschneider von Spieler - ein Mann, der sein Leben in der Wüstenei vertat. So weit war ich gekommen. So weit würde ich auch in weiteren einundzwanzig Jahren sein, wenn ich denn noch so lange lebte, es sei denn, ich änderte mein Leben schleunigst.

- Südlich vom Himmel, Jim Thompson

Freitag, 26. Juni 2015

Warten auf die 3


Nächsten Monat ist es soweit.
Wenn auch mit Verzögerung...
Das Warten findet ein Ende.
Die dritte Nation kommt...

Mittwoch, 24. Juni 2015

Rogue Music - Down In Mississippi

Der Soundtrack zum Zine

Lied 18


They had a hunting season on the rabbit
If you shoot em you went to jail
Season was a always open on me
Nobody needed no band

Dienstag, 23. Juni 2015

True Detective 2

Seit Sonntag wird wieder ermittelt. Die zweite Staffel hat begonnen...


Winslow und das Kartell

Bleiben wir gleich beim Thema (siehe vorheriger Post). Hier ein überaus interessanter Artikel aus der SZ über den Drogenkrieg der mexikanischen Kartelle und Winslows neues Buch:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/don-winslow-drogenkrimi-krieg-gegen-den-terror-1.2526771




Freitag, 19. Juni 2015

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (27)

Alice im Kleiderschrank

Der Sperrmüll stand neben der Haustür Nummer 7. Eine Schuhkommode, ein paar Holzbretter, ein CD- Regal und ein alter Kleiderschrank. Es war früh am Morgen. Ich schaute mir die Sachen etwas genauer an. Es waren billige Möbel und nicht sonderlich ansehnlich, aber mit der richtigen Bearbeitung wäre unter Umständen noch was zu retten. Ich öffnete den Kleiderschrank und fand eine blonde Puppe darin. Sie trug ein blaues Kleid, darüber eine weiße Schürze, dazu eine weiße Strumpfhose und schwarze kleine Lackschuhe, mit einer schwarzen Schleife im Haar. Die Puppe sah benutzt, aber nicht kaputt oder dreckig aus. Ich nahm sie aus dem Schrank und setzte sie auf der Kommode ab.
Eine Stunde später kam ich vom Einkaufen wieder an den Möbeln vorbei. Die Puppe saß nicht mehr auf der Kommode. Ich öffnete den Schrank und fand sie darin. Ich nahm sie heraus und setzte sie wieder auf der Schuhkommode ab. Ich brachte meine Einkäufe nach oben in meine Wohnung, öffnete im Wohnzimmer das Fenster und blickte hinaus. Ich wartete, bis jemand kam und die Puppe entweder mitnehmen oder zurück in den Schrank legen würde.
Ein Mann mit Fahrrad und Anhänger kam vorbei. Er lud das CD- Regal und die Holzbretter auf und fuhr wieder weg. Zwei ältere Männer mit einem Einkaufswagen schoben ihn dicht neben die Kommode, setzten Alice auf dem Boden mit dem Rücken gegen die Häuserwand gelehnt ab und hievten die Kommode in den Wagen. Einer hielt von links und einer hielt von rechts fest und dann trotteten sie langsam dahin. Es verging keine halbe Stunde, da hielt ein kleiner Transporter auf dem Bürgersteig. Zwei kräftige junge Kerle stiegen aus der Kabine, öffneten hinten die Türen vom Wagen und luden den Kleiderschrank auf. Dann fuhren sie weg. Nach einer Stunde kamen die Leute vom Sperrmüll. Einer davon ein gewichtiger Typ mit Glatze und blauer Latzhose. Er schaute sich um und sah herab auf Alice. Er zeigte auf die Puppe und fragte seinen Kollegen, ob noch soviel Platz auf der Ladefläche frei wäre. Beide lachten und machten sich kurz darauf davon. Alice ließen sie zurück. Ohne Zuhause, ohne Möbel, ohne Aussicht aufs Wunderland. 

- MM 

Dienstag, 16. Juni 2015

Homicide

Noch aus den 90ern, aber bis heute eine der besten Crime-Serien, die je gedreht wurden:


...kann man auch lesen:


Samstag, 13. Juni 2015

Tex-Mex Trash Tage auf arte


Böse, schräg, durchgepulpter Stoff auf arte. Filme online schauen oder sich auf den 18. und "Santo und Blue Demon gegen Dracula und Werwolf" freuen! Mehr Infos gibts hier: http://cinema.arte.tv/de/dossier/trash-filme-auf-arte-schwerpunkt-tex-mex-0

Zitat des Tages

Frauen, die lange ein Auge zudrücken, tun es am Ende nur noch, um zu zielen.

- Humphrey Bogart

                                                                                                (c) Giuseppe Cristiano

Freitag, 12. Juni 2015

Wochenendlektüre


In Kürze beginnt das Wochenende. Eine gute Zeit, sich das richtige Buch oder Magazin zu schnappen. Entspannen, lesen oder auch lesen lassen... Hier noch ein paar Empfehlungen des Hauses:





Die dritte Ausgabe wird demnächst (höchstwahrscheinlich noch diesen Monat) erscheinen!

Mittwoch, 10. Juni 2015

Rogue Music - Bad Girl

Der Soundtrack zum Zine 

Lied 17
 
 
what my heart feels
my lips must confess
so i will
never let that little girl alone

Donnerstag, 4. Juni 2015

In Arbeit


Die dritte Rogue Nation ist in Arbeit und sollte im Laufe des Junimonats erscheinen. Etwaige Verzögerungen nicht ausgeschlossen. Die Redaktion arbeitet mit Nachdruck. 

Danke.

Bleibt uns treu!
- MM

Mittwoch, 3. Juni 2015

Ein andrer Tag, ein andrer Dollar


Casey grinste langsam, während er sich an andere Dinge erinnerte, an die Aufnahmen, die er abgeliefert hatte, an Blaines Gesicht, als er sie auf den Schreibtisch geknallt hatte. Er leerte sein Glas und stellte es auf die Bar zurück, legte einen Dollarschein dazu.
Gus tastete achtzig Cent ein und gähnte, dann schaute er auf die Uhr. Es war Mitternacht.
"Na ja", sagte er. "Ein andrer Tag, ein andrer Dollar."
"Ja", sagte Casey. "Ein andrer Tag, ein andrer Dollar."

- Einmal rund um die Uhr, George Harmon Coxe

Dienstag, 2. Juni 2015

Larry Brown

“I didn’t know why something that started off feeling so good had to wind up feeling so bad. Love was a big word and it covered a lot of territory. You could spend your whole life chasing after it and wind up with nothing, be an old bitter guy with long nose hair and ear hair and no teeth, hanging out in bars, looking for somebody your age, but the chances of success went down then. After a while you got too many strikes against you.”

 aus