Montag, 31. August 2015

Ein bißchen geht noch...Texte für die 5!


Während die vierte Ausgabe kurz vorm Druck steht, darf ich alle Schreiber der Nation darum bitten das Magazin einmal mehr mit ihren Texten zu beschmücken. Damit die fünfte Nummer pünktlich zum 31.10. fertig ist, werden die Stories und Gedichte, die diesmal auch gerne ein wenig blutiger ausfallen dürfen bis zum 30.09.15 benötigt.

Kurzgeschichten gerne bis zu 12 Seiten lang.
Am besten Name und Titel als Dateinamen. Keine PDFs bitte.

Texte nur an rogueblogue@gmail.com

Dank und eine gute Woche!

- MM

Sonntag, 30. August 2015

R.I.P. Charlie


3. November 1921 - 30. August 2003


Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (32)

Meerjungfrauen

Am Tisch setzten wir kleine Beträge. Mein Blatt war miserabel, aber ich hatte sowieso den ganzen Abend schon miserable Blätter gehabt. Ich hatte mich daran gewöhnt. Mein Blick ging immer wieder rüber zu Frank, der nun vorsichtig seine Hand in Richtung von Marios Portemonnaie führte, das einfach so auf dem Tisch lag.
„Frank“, rief Gabriel und schüttelte den Kopf, „lass das mal sein.“
„Der hat soviel Geld, dem macht das nichts aus“, sagte Frank und nahm langsam Marios Portemonnaie in die Hand. Mario war vor knapp einer Dreiviertelstunde eingeschlafen. Er gab keinen Laut von sich. Kein Schnarchen, Pusten, Schnaufen, oder ähnliches. Mario schlief ganz ruhig, die Arme vor seinem Brustkorb verschränkt, den Kopf herabhängend. Er bekam gar nichts mehr mit. Frank klappte dessen Portemonnaie auf und sah hinein. Verwundert zog er Fotos heraus. Keine von den Kindern, Neffen, Nichten, dem Heiland oder der Ehefrau. Es waren sechs oder sieben Fotos von Meerjungfrauen.
„Guckt mal,“ sagte Frank und zeigte uns die Fotos, „was soll das denn?“
„Jetzt steck es wieder zurück und halt die Schnauze, Frank, du hast eben nichts ins Marios Brieftasche zu suchen“, pfiff Gabriel ihn an.
Mario schaute auf die Fotos und schüttelte den Kopf. Er nahm sich ein Foto, schob es sich in die Brusttasche seines Hemdes, steckte den Rest zurück in Marios Brieftasche und legte es wieder auf den Tisch, ohne auch nur einen Cent einzusacken.

- MM

Freitag, 28. August 2015

Der Hund ist wieder los!


Da schnüffelte er sich gestern in meinen Briefkasten. Optisch wie inhaltlich zum Beißen schön. Wunderbar gestaltet, sehr gute Textauswahl. Ein ganz dicker Hund...

Der Kettenhund ist ein Magazin für Literatur und Illustrationen aus Speyer, welches von den Autoren Kai Kraus und Sabrina Albers sowie Jochen Fuchs herausgegeben wird. In ihrer zweiten Ausgabe mit dem Untertitel "Heimkehr und zurück..." stellen sie Kurzgeschichten und Gedichte vor, die in schonungsloser und ehrlicher Sprache von dem Verlust der Heimat, Abschied von einem geliebten Menschen, Scheitern, aber auch dem Sprengen der eigenen Ketten und der Sehnsucht nach Freiheit erzählen.

Das Heft bekommt Ihr für 2 Euro (zzgl. Versand) hier:bestellung@kettenhund-magazin.de

Und mehr zum Projekt unter  http://kettenhund-magazin.de/

Donnerstag, 27. August 2015

Rogue Music - To Be Treated Rite

Der Soundtrack zum Zine

Lied 25
 
 
Oh we are what we are when we're praying
In our way of seeking some light
May the mission bells still ring of the colorful dream
In the faith that everyone will be treated right

Dienstag, 25. August 2015

Nachts...

(Darwyn Cooke)

Tagsüber liegt der Schatten der Manhattan Bridge auf den Fenstern von Landau's Bar and Grill. Nachts gibts es zu viele Schatten, als dass sich der Ursprung eines einzelnen feststellen ließe.
Mal parkte seinen Wagen zwei Häuserblocks entfernt und ging zu Fuß durch den Dutsch Slum zum Landau's. Die über den Tresen gebeugten Stammgäste beobachteten ihn im Spiegel an der Rückwand, während er das Lokal in ganzer Länge durchschritt, und er gefiel ihnen nicht, weil er Anzug und Krawatte trug. Aber sie hüteten sich davor, sich umzudrehen, etwas zu sagen, eine Geste zu machen oder ihn sonstwie zur Kenntnis zu nehmen. Irgendwie wussten sie, dass sich das Landau's von den anderen Bars im Viertel unterschied, dass es eine Art Doppelleben führte. Ab und zu versammelten sich Anzüge und Krawatten im Hinterzimmer, und es war am besten, sie zufriedenzulassen.
Stegman war schon da, und er war nervös. Er stand vom einzigen Tisch in dem kleinen Zimmer auf, als Mal hereinkam, und sagte: "Mein Gott, bin ich froh, dich zu sehen! Das ist vielleicht ein Loch hier."
Mal machte die Tür zu. "Wie hat er ausgesehen?"
"Wie? Groß. Ein fies aussehender Typ, Mal. Er hat mich ohne Kanone oder Messer oder sonstwas in die Mangel genommen. Er hat gesagt, wenn es sein muss, macht er mich mit bloßen Händen kalt, und ich schwöre bei Gott, ich hab's ihm geglaubt."
"Es ist Parker", sagte Mal zu sich selbst.

- The Hunter, Richard Stark

Donnerstag, 20. August 2015

Poem of the Day

I’ve got to be honest. I can
make good word music and rhyme

at the right times and fit words
together to give people pleasure

and even sometimes take their
breath away – but it always

somehow turns out kind of phoney.
Consonance and assonance and inner

rhyme won’t make up for the fact
that I can’t figure out how to get

down on real paper the real or the true
which we call life. Like the other

day. The other day I was walking
on the lower exercise yard here

at San Quentin and this cat called
Turk came up to a friend of mine

and said Ernie, I hear you’re
shooting on my kid. And Ernie

told him So what, punk? And Turk
pulled out his stuff and shanked

Ernie in the gut only Ernie had a
Metal tray in his shirt. Turk’s

shank bounced right off him and
Ernie pulled his stuff out and of

course Turk didn’t have a tray and
caught it dead in the chest, a bad

one, and the blood that came to his
lips was a bright pink, lung blood,

and he just laid down in the grass
and said Shit. Fuck it. Sheeit.

Fuck it. And he laughed a long
time, softly, until he died. Now

what could consonance or assonance or
even rhyme do to something like that?

- Poetry, William Wantling

Freitag, 14. August 2015

Scorsese verfilmt The Devil in the White City


Und wieder einmal greift sich Martin Scorsese ein gutes Buch (wie beispielsweise einst Dennis Lehanes "Shutter Island") und verfilmt die Story mit DiCaprio in der Hauptrolle. Dieser wird den ersten Serienkiller H.H. Holmes spielen. Scorsese und Killer und das alles in Chicago um die Jahrhundertwende zur World Fair 1893. Man kann gespannt sein...



Beneath the gore and smoke and loam, this book is about the evanescence of life, and why some men choose to fill their brief allotment of time engaging the impossible, others in the manufacture of sorrow. In the end it is a story of ineluctable conflict between good and evil, daylight and darkness, the White City and the Black.

- Erik Larson (about The Devil in the White City)

The Hateful Eight & Trumbo



Trailer:




Trailer:


Dienstag, 11. August 2015

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (31)

Sehnsucht

Vor den Augen einer 31jährigen aus unserer Gegend hatte sich ein Mann vor zwei Wochen im Wald in den Kopf geschossen und seit diesem Tag träumte sie oft vom Selbstmörder und nach einer Weile musste sie sich sogar eingestehen, sich in ihn verliebt zu haben. Ich dachte darüber nach, wie sich diese junge Frau jede Nacht im Bett wälzt und an diesen unaufhaltsamen, explosionsartigen Schuss denkt, der durch den Kopf dieses verzweifelten Mannes ging und dann kurze Zeit später mitten in ihr Herz traf. Er kam hinter einem Baum hervor und stellte sich vor ihr auf. Er trug eine Pistole in der Hand, hielt sich den Lauf an den Kopf und drückte ab. In der Zeitung stand er hätte sich wohl aus Einsamkeit getötet. Nachbarn beschrieben ihn als schüchternen jungen Mann, der hin und wieder davon erzählte, dass demnächst seine Frau oder Freundin (es wechselte immer) zu Besuch kommen würde. Eine weibliche Person hat man bei ihm allerdings nie gesehen. Die 31jährige, die Zeugin des Selbstmords wurde hing sich den Zeitungsartikel an ihre Küchenwand. Jeden Morgen betrachtete sie das Foto des Mannes, trank ihren Kaffee und vermisste ihn. Jeden Abend, bevor sie ins Bett ging, trank sie ihren Tee, betrachtete sein Foto und wünschte sich bei ihm zu sein. 


- MM

Montag, 10. August 2015

Lansdales Drive-In Trilogie

Allmächtiger Gott, was für ein Anblick! Als sähe man den Herrn des Rummels, den Dunklen Gekrönten Fürsten des Blutes, Gemetzels und billigen schlechten Popcorns von Angesicht zu Angesicht. Den Gott der All-Night-Horror-Show höchstpersönlich.
Ihr fahrt weiter, mitten hinein in diese freitagnächtliche Revue, diese texanische Institution der Hohen Kunst der Party, Sexualerziehung und des Wahnsinns, und ihr seht Leute, die sich verkleidet haben, als wäre Halloweennacht (und es ist Halloweennacht, jede Freitagnacht im Orbit), Leute, die brüllen, schwatzen, fluchen und alles in allem die Hölle entfesseln.

aus



Sonntag, 9. August 2015

Kaffee mit Chuck


Es war etwas ruhig um Tyler Durdens Vater geworden. Nun erleben wir den ersten Teil seiner Fight Club- Fortsetzung im kommenden Dezember. Anscheinend hat er sich selbst auch nicht gerade an Regel 1 gehalten. Also statt Regeln, hier doch mal ein paar Schreibtipps von Chuck und dazu eine schöne Tasse heißen Kaffee mit viel Milch und noch mehr Zucker...

Number One: 
Two years ago, when I wrote the first of these essays it was about my “egg timer method” of writing.  You never saw that essay, but here’s the method:  When you don’t want to write, set an egg timer for one hour (or half hour) and sit down to write until the timer rings.  If you still hate writing, you’re free in an hour.  But usually, by the time that alarm rings, you’ll be so involved in your work, enjoying it so much, you’ll keep going.  Instead of an egg timer, you can put a load of clothes in the washer or dryer and use them to time your work.  Alternating the thoughtful task of writing with the mindless work of laundry or dish washing will give you the breaks you need for new ideas and insights to occur.  If you don’t know what comes next in the story…  clean your toilet.  Change the bed sheets.  For Christ sakes, dust the computer.  A better idea will come.

Number Two:
Your audience is smarter than you imagine.  Don’t be afraid to experiment with story forms and time shifts.  My personal theory is that younger readers distain most books – not because those readers are dumber than past readers, but because today’s reader is smarter.  Movies have made us very sophisticated about storytelling.  And your audience is much harder to shock than you can ever imagine. 

Number Three:
Before you sit down to write a scene, mull it over in your mind and know the purpose of that scene.  What earlier set-ups will this scene pay off?  What will it set up for later scenes?  How will this scene further your plot?  As you work, drive, exercise, hold only this question in your mind.  Take a few notes as you have ideas.  And only when you’ve decided on the bones of the scene – then, sit and write it.  Don’t go to that boring, dusty computer without something in mind.  And don’t make your reader slog through a scene in which little or nothing happens.

Number Four:
Surprise yourself.  If you can bring the story – or let it bring you – to a place that amazes you, then you can surprise your reader.  The moment you can see any well-planned surprise, chances are, so will your sophisticated reader.

Number Five:
When you get stuck, go back and read your earlier scenes, looking for dropped characters or details that you can resurrect as “buried guns.”  At the end of writing Fight Club, I had no idea what to do with the office building.  But re-reading the first scene, I found the throw-away comment about mixing nitro with paraffin and how it was an iffy method for making plastic explosives.  That silly aside (… paraffin has never worked for me…) made the perfect “buried gun” to resurrect at the end and save my storytelling ass.

Number Six:
Use writing as your excuse to throw a party each week – even if you call that party a “workshop.”  Any time you can spend time among other people who value and support writing, that will balance those hours you spend alone, writing.  Even if someday you sell your work, no amount of money will compensate you for your time spent alone.  So, take your “paycheck” up front, make writing an excuse to be around people.  When you reach the end of your life – trust me, you won’t look back and savor the moments you spent alone.

Number Seven:
Let yourself be with Not Knowing.  This bit of advice comes through a hundred famous people, through Tom Spanbauer to me and now, you.  The longer you can allow a story to take shape, the better that final shape will be.  Don’t rush or force the ending of a story or book.  All you have to know is the next scene, or the next few scenes.  You don’t have to know every moment up to the end, in fact, if you do it’ll be boring as hell to execute.    

Number Eight:
If you need more freedom around the story, draft to draft, change the character names.  Characters aren’t real, and they aren’t you.  By arbitrarily changing their names, you get the distance you need to really torture a character.  Or worse, delete a character, if that’s what the story really needs.

Number Nine:
There are three types of speech – I don’t know if this is TRUE, but I heard it in a seminar and it made sense.  The three types are:  Descriptive, Instructive, and Expressive.  Descriptive:  “The sun rose high…”  Instructive:  “Walk, don’t run…”  Expressive:  “Ouch!”  Most fiction writers will only use one – at most, two – of these forms.  So use all three.  Mix them up.  It’s how people talk.

Number Ten:
Write the book you want to read.

Mehr Tipps gibt's hier: Stocking Stuffers: 13 Writing Tips From Chuck Palahniuk


Samstag, 8. August 2015

stern CRIME

Nach der ersten Ausgabe war ich gespannt, wie das Projekt weitergeht und ob es die hohe Qualität was Inhalt und Gestaltung betrifft aufrechterhalten kann, aber auch die zweite Ausgabe des stern Crime Magazins, das kürzlich erschienen ist überzeugt. Verbrechen faszinieren nach wie vor oder wie stern Autorin Frauke Hunfeld in Ausgabe 1 so passend am Schluß ihres Essays "Am Anfang war der Mord" formuliert: Wir sind alle Gefährdete, immer vom Absturz bedroht.
Sehr empfehlenswerte Magazinreihe im Printformat.



Mehr Infos und Leseprobe unter www.stern-crime.de

Ronnie Biggs


 08.08.1929 - 18.12.2013



Freitag, 7. August 2015

Rogue Music - Down in Mexico

Der Soundtrack zum Zine

Lied 22


So if you're south of the border
I mean down in Mexico
And you wanna get straight
Man, don't hesitate
Just look up a cat named Joe

Weisheiten aus dem Barrio

Hier galt dasselbe wie im Barrio Logan: 
Einstecken zählt mehr als Austeilen.


Donnerstag, 6. August 2015

Neues von Jürgen Landt


 Sein neues Buch „Als das Dasein sich verpfiff“ versammelt verschiedene Kurzgeschichten, die einen tiefen Einblick in den atemberaubenden Kosmos Jürgen Landts bieten und mit allem aufwarten, das uns in seinen Texten seit Jahrzehnten begegnet: seltsame Typen, alltägliche Absurditäten, durchspielte Nächte, gekaufte Liebe und vieles mehr.

Erscheinungsdatum: 31.08.2015 76 Seiten; Hardcover; 14,8 x 21,0 cm ISBN: 978-3-943672-63-3 19,95 EUR (D)

Das Buch können Sie unter info@freiraum-verlag.de vorbestellen.

Schnee mitten im Sommer


Einen so deprimierenden Schuppen hat er selten gesehen. Betrunkene amerikanische College-Boys, traurige Männer mittleren Alters, noch traurigere Bardamen und Huren - und natürlich Narcos. Keine dicken Fische, eher kleine und mittlere Drogenschieber und Möchtegern-Dealer. Die meisten in der roten Kluft der amerikanischen Narco-Cowboys.
Keller nippt an seinem Bier. In dieser Bar bekommt man, wie auch sonst in der zona, nur Bier und Tequila. Er hält sich lieber ans Bier.
Auch für ihn sind traurige Zeiten angebrochen.

- Das Kartell, Don Winslow

Dark Places & Ich seh Ich seh

DARK PLACES:


ICH SEH ICH SEH:


Dienstag, 4. August 2015

The Photography of Alex Coghe




Mit viel Liebe für die Menschen und viel Liebe für die Straße. 
Mehr Infos und Fotos von Alex Coghe findet Ihr hier:

Auf jeden Fall einen Blick wert.