Dienstag, 29. September 2015

Sieben Jahre Nacht

Ich bin der Henker meines Vaters.
Am frühen Morgen des 12. September 2004 stand ich zum letzten Mal an seiner Seite. Damals wusste ich von nichts - nichts von seiner Festnahme, nichts vom Tod meiner Mutter oder den Ereignissen der Nacht zuvor. Lediglich eine vage Unruhe hatte sich in mir ausgebreitet, während ich mich gut zwei Stunden im Stall des Seryong-Hofs versteckt hatte. Erst als ich an der Hand von Onkel Sunghwan aus dem Stall trat, erkannte ich, dass etwas nicht in Ordnung war.

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Mittwoch, 23. September 2015

Rogue Music - Nebraska

Der Soundtrack zum Zine

Lied 28


Zum 66. Geburtstag von Bruce!

From the town of Lincoln Nebraska 
with a sawed-off .410 on my lap
Through to the badlands of Wyoming 
I killed everything in my path

I can't say that I'm sorry 
for the things that we done
At least for a little while sir 
me and her we had us some fun

Mr. Smyths Rache

Sie wollen Millionär werden? Dann Finger weg von der Erwerbsarbeit. Fünfzig Jahre im Hamsterrad und bevor Sie sich versehen, gräbt irgendein Arsch ein Loch und schmeißt Sie hinein. "Ach, das war ein so netter Mensch. Wir werden Ihn schmerzloich vermissen." Schwachsinn. Lassen Sie's sich gesagt sein: Wer weniger arbeitet, lebt länger.
"Ja, schon, das mag für dich gelten, du Armleuchter", höre ich Sie sagen. "Aber wie kommen wir zu einer Million?" Eine berechtigte Frage. Sie könnten es mit einer Entführung versuchen - ich rate allerdings ab. Mir ist keine bekannt, bei der nicht irgendetwas schiefgelaufen ist.

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Gibt's beim Pulp Master

Freitag, 18. September 2015

Notes I Found In Pigtown - Geschichten aus dem Viertel (33)

Fuckleberry Hinn

Der Mann, den ich seit jenem Tag nur noch Fuckleberry nenne, stand auf dem Balkon und fächerte den Rauch in verschiedene Richtungen. Seine Haare tanzten im leichten Wind. Kurz darauf segelte die Zigarette auf den Gehweg vor seinem Haus und schon saß er wieder auf seinem Plastikstuhl und drehte sich einen Joint, während im Glas vor ihm die Eiswürfel im Whiskey schmolzen. Er nahm einen Schluck, feuchtete mit seiner whiskeygeschwängerten Zunge das Blättchen an und entdeckte mich unten.

„Hey“, rief er mir zu und ich drehte mich hoch zum Balkon. Er deutete auf den noch freien Stuhl auf seinem Balkon und hob das Glas feierlich in die Höhe. Ich folgte seiner Einladung. Das Wetter war angenehm. Ein kühler Wind wehte, mal schwach, mal schwächer von nordöstlicher Richtung uns unter die Nasenflügel während die Sonne uns bei knapp 18 Grad wärmte. Wir spielten Karten, tranken, rauchten und genossen einen freien Tag.

Nach ein paar Gläsern entwickelte Berry seine eigene Sprache, verdrehte alles und schaffte seinen ganz eigenen Slang. „Jetzt machen wir Neger mit Köpfen“, sagte er und lächelte seinen Karten, die er in der Hand hielt entgegen. Er sagte solche Sachen wenn es halt angebracht war ohne diskriminierend sein zu wollen. „Ein Wind mit dem Zaunpfahl“, sagte er wenig später, den Zeigefinger erhebend und schüttelnd. „Hab neulich ein gutes Buch aufm Flohmarkt gefunden.“ Er legte seine Karten ab. „Ein Royal Pasch!“ „Das ist kein Royal Flush“, sagte ich.
„Ich weiß. Das hier ist ein Royal Pasch. Zwei Könige!“
„Verstehe.“ Ich legt meine Karten hin. Full House. Ich nahm die Plastikchips und schenkte noch einen Jack Daniels nach. „Welches Buch?“ fragte ich.
„Na, Fuckleberry Hinn.“
„Mark Twain.“
„Nein, Fuckleberry Hinn.“
„Schon klar.“
Er teilte die Karten aus. Er nahm drei neue, ich zwei. Er schaute zu mir rüber und lächelte. Er wollte bluffen, dass konnte man in seinen glasigen Augen sehen und dann sagte er einfach nur „Ich passe“.
„Kann ich dein Blatt sehen?“ fragte ich.
„Der Teich wird kommen und dann wird es Blitze regnen“, sagte er und lachte.
Ich nickte einfach nur und sammelte die Karten ein, ohne einen Blick auf seine zu werfen.
„Verstehe“, sagte ich und mischte. Kein Mensch verstand ihn wirklich. 

- MM 

Dienstag, 15. September 2015

Pistolero

Paul ritt davon, und ich sagte zu John, dass ich glaubte, Mage würde sterben. "Die Unionstruppen werden nach dir suchen", sagte ich und riet ihm, direkt zu seinem Vater zu reiten und ihm zu sagen, was geschehen war. Ich gab ihm ein Zwanzig-Dollar-Goldstück für den Fall, dass ihm der Weg von den Yankees abgeschnitten wurde und er in fremden Orten Zuflucht suchen musste.
Einen Augenblick lang sah er wieder aus wie der fünfzehnjährige Junge, der er war. Dann nahm er eine entschlossene Haltung an. Er stieg auf, schob sich den Hut tief in die Augen, schüttelte mir die Hand und gab dann die Sporen Richtung Trinity County.
Zwei Tage später war Mage tot und John Wesley Hardin ein gesuchter Mann.

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Samstag, 12. September 2015

Meet William Gay

Nach ein paar Ratschlägen und Anekdoten von zwei großartigen Südstaatenschreibern (Brown & Crews), schließen wir den kleinen Kreis mit dem genialen William Gay:

 

Donnerstag, 10. September 2015

You have to keep writing

Larry Brown gehört zu den besten US-Autoren aus dem Süden. Schaut euch nach seinen Büchern um! Leider im Alter von 53 Jahren viel zu früh verstorben. Hier zwei Clips aus der Doku "The Rough South of Larry Brown":




Dienstag, 8. September 2015

Rogue bei Comix!


Freunde der Nation,

wer sich eine aktuelle Ausgabe der Rogue Nation sichern möchte, kann dies ganz anonym und ohne großes Aufsehen bei Comix Hannover tun. Direkt am Steintor. Der beste Laden für Comics, Graphic Novels und Bücher aus verschiedenen Pulpgenres. Immer einen Besuch wert!

Mehr Infos gibt's hier: http://comix-hannover.de

Regression



Trailer:


Montag, 7. September 2015

Glut und Asche

Der Gerichtsmediziner drehte eine Zigarette in seine Zigarettenspitze und klemmte sie sich zwischen die Zähne. "Manchmal wird sie auch La China genannt. Ihr richtiger Name ist allerdings Anton Ling. Sie stammt aus Indochina oder Französisch-Indochina und sieht aus wie eine Schauspielerin aus einem Graham-Greene-Film. Weißt du jetzt, was ich meine?"
Hackberry zwinkerte ihm zu.
"Ja, ganz genau." Darl zündete die Zigarette an und blies eine Rauchwolke in die Luft. "Ich erinnere mich noch an eine Sache, die du mal gesagt hast, Hack. 'Die großen und wichtigen Kriege werden seit jeher in unbedeutenden Landstrichen ausgefochten', oder so was in der Art."
"Und?"
"Auf mich kannst du bei der Sache nicht zählen", sagte Darl.
"Der Fall stinkt schon jetzt zum Himmel. Ich garantiere dir, dass du im Handumdrehen durch ein Meer von Scheiße waten wirst."

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Sonntag, 6. September 2015

Freitag, 4. September 2015

ROGUE NATION 02/04 IST RAUS!


Liebe Freunde der Nation,

der Teufel steckt im Detail und in der neuen Ausgabe der Rogue Nation. Er steckt in den bitterbösen Stories von US-Autor Joe R. Lansdale, der es richtig bluten lässt, oder in den Geschichten von Frank Trummel, Rüdiger Saß oder Julian Drescher die von Wahnsinn und Angst berichten. Der Belzebub schlängelt sich durch die Gedichte von Ivar Bahn und Arthuro de las Cosas und beißt sich bei euch fest. Dazugehörige Bilder liefert wie immer Illustrator Giuseppe Cristiano. Ein teuflischer Mix. Wer eine Kostprobe haben möchte, kann diese für höllische 3 Euro plus Porto unter der folgenden Adresse bestellen: rogueblogue@gmail.com

Danke für die Aufmerksamkeit und ein schönes Wochenende!

- MM

Donnerstag, 3. September 2015

Poem of the Day

The warrior broke a clump of hash
off the heel of his boot
& dropped it in his pipe,
“Here’s to the bleeding heart of Jesus!”
he exclaimed, “Here’s to his thorny crown!”
A chorus of prostitutes joined in
alternately singing God’s praises
& Satan’s too.
Light began to fill the room
& butterflies escaped
out of the mouth of a girl.
Our hero was tired,
having walked all morning
through meadows of marijuana,
having crossed the Great
River of Opium,
washed up unconscious
on its golden shores of hashish,
Happy to be home
& in good health,
Humble & triumphant
with many a blood battle beneath his belt,
He leaned back reclining & sighed,
“I’ve fought a good fight.
I’ve kept the Faith
& the Faith’s kept me.”
He struck a match
on the sole of his shoe
& drew a deep breath
through the stem of the pipe.
Jesus spiraled out the mouth of the bowl
& stood in front of the window,
“Lotsa ailanthus trees in the alley” 

he said, “Lotsa redemption too.”

- The Bleeding Heart of Jesus, David Roskos