Freitag, 2. Oktober 2015

Ein Dreier zum Wochenende


Den Hut in der Hand, stand er vor dem noch frischen Stück Erde. Fünfzig Jahre war die Frau bei seiner Familie gewesen. Hatte seine Mutter als Baby behütet; hatte bereits vor deren Geburt auf der Ranch gearbeitet; hatte die schon so lange toten Onkel seiner Mutter, die wilden Grady-Jungen, noch gekannt und versorgt. Und den Hut in der Hand, stand er da, nannte sie seine Abuela und sagte ihr auf Spanisch Lebwohl; dann wandte er sich um, setzte den Hut auf, drehte das nasse Gesicht in den Wand und streckte einen Moment land die Arme aus, als suche er festen Halt, als segne er die Erde oder wolle die Welt in ihrem Dahinwirbeln bremsen, die Welt, die sich um die Alten und Jungen, die Reichen und Armen, die Dunklen und Hellen, um ihn oder sie nicht zu scheren schien. Nicht um ihre Kämpfe, nicht um ihre Namen. Nicht um die Lebenden und nicht um die Toten.

- All die schönen Pferde, Cormac McCarthy

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