Freitag, 8. Januar 2016

Der Bar(r)on des Grauens


Laird Barron
HALLUCIGENIA

"Ich bin einer, der Löcher gräbt, Türen öffnet. Ich bin hier, um die Finsternis zu bringen." Diese Passage aus der Kurzgeschichte "Hallucigenia" macht vielleicht am deutlichsten, zu was sich Laird Barron seiner Leserschaft gegenüber verpflichtet fühlt. Ich darf schon mal vorwegnehmen, dass er dieser Pflicht uneingeschränkt nachkommt. Der Band "Hallucigenia" beinhaltet vier längere Kurzgeschichten, die sich mit übernatürlichem Horror beschäftigen und selbst Freunde konventioneller Thriller- oder Krimiliteratur begeistern werden. Barron bündelt seine Energie und setzt sie in genau den richtigen Momenten ein. Ein intensives literarisches Spiel, das unter die Haut geht. Aufgewachsen in einer der dunkelsten Ecken Alaskas spiegelt sich das Gefühl von Einsamkeit, Isolation und der Kampf gegen die Natur, selbst, wenn sie zurweilen jegliche Dimensionen sprengt in jeder seiner Geschichten wieder und zieht uns unaufhaltsam mit rein. Zum Beispiel Barrons Erzählung eines Ehepaars, das auf einem Ausflug von einem bösartigen Pferd angegriffen wird und nur schwerverletzt überlebt, nur um nach dem Zwischenfall langsam alles, was je von Bedeutung war zur Hölle fahren zu sehen. Die Hölle lernt auch eine Gruppe junger Männer kennen, als sie beim Campen ein okkultes Buch finden. Wenn Ihr Elemente jener Geschichten schon mal gehört habt, kennt ihr dennoch nicht die Qualität, mit der Laird Barron seine Stories erzählt. Wer die bösen Geister auf diese Art und Weise beschwört, darf sich nicht beschweren, wenn am Ende die Birnen durchbrennen und abgetrennte Köpfe unterm Bett hervorrollen. Laird Barron liefert ein hochwertiges literarisches Horrorbuffett, das man bis zum letzten Blutstropfen auskosten will.

271 Seiten, ISBN 978-3944720838, 16,90 €, Golkonda Verlag

Mehr Infos und wo Ihr den Titel bestellen könnt findet Ihr auf der Seite des Golkonda Verlags: http://golkonda-verlag.de

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