Sonntag, 17. Januar 2016

So schmeckt der Winter


Clifford Jackman
WINTER FAMILY

Clifford Jackmans Debütroman "Winter Family" verspricht nichts Gutes, hier geht es nicht um ein harmonisches Familientreffen zum Ende des Jahres, während draußen der Schnee rieselt. Von einer brutalen Outlaw-Gang, die nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs mordend und raubend durch die Staaten zieht ist die Rede. Ja, Sir, harte Zeiten erfordern harte Methoden. Eben die "Winter Family", angeführt von Augustus Winter, raubeiniger Nachkriegs-Cowboy mit Hang zum Schusswaffengebrauch, wenn die Beute stimmt. Das 19. Jahrhundert floriert zurzeit so ein bißchen in den Medien, siehe auch Kino-Highlights wie "The Revenant" oder "The Hateful Eight". Cowboys und Indianer, Schießpulver, Galgenhumor und die große weite unberührte Natur, die so grausam sein kann, wie ein tollwütiger Wolf, der angeschossen wurde. Blutig, gnadenlos und rau, eine echte Männerwelt wenn man es so will. Den klassischen Western gibt es nicht mehr, aber Bücher wie "Winter Family" zeigen, wie ein erfolgreiches Update des Genres aussehen kann.
Irgendwann zwischen 1872 und 1891, von Chicago bis in die tiefsten Ecken Oklahomas. Eine düstere Reise veschiedenster zwielichtiger Figuren oder Typen, die einfach nur Pech hatten. Getränkt mit Whiskey, Gier und Rachsucht wird ein Szenario heraufbeschwört, das ein Happy-End mal getrost in den kalten Wind schießt.
Autor Clifford Jackson schreibt über seine Revolverhelden, als wäre er selbst mit ihnen herumgezogen. Gar nicht so schlecht für einen Anwalt, von dem man bisher in der Literaturwelt nichts gehört hat. Auch zu Empfehlen ist übrigens Jackmans "California 1901", das leider nur als E-Book erhältlich ist.

512 Seiten, ISBN 978-3-453-67692-3, Heyne Hardcore, 14,99 €

Mehr Infos unter Heyne Hardcore

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