Samstag, 20. Februar 2016

Panowichs Bull Mountain


Cooper Burroughs saß da und kaute Tabak, während er seinem neunjährigen Sohn dabei zusah, wie er sein erstes Grab aushob. Das war eine wichtigere Lektion, als jeden Achtender zu erlegen.

Brian Panowich
BULL MOUNTAIN

Der Berg ruft... nach Blut und Vergeltung. Ein Bruderkampf steht uns bevor. Die klassische Konfrontation zweier Blutsverwandter, die auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes stehen. Gut gegen Böse. Cop gegen Gangster. So weit klingt das nach konventionellem Thriller, der Marke archaisch und kantig. Harte Typen in einer Männerwelt. Fäuste, Knarren, breite Autos und viel Schweiß. Ja, das alles hat "Bull Mountain" zu bieten, aber auch noch vieles mehr. Autor Brian Panowich hat seinen ersten Roman geschrieben und wenn der Feuerwehrmann aus Georgia sonst eher dafür verantwortlich ist Brände zu löschen, entfacht er hier das Feuer, ohne seine Geschichte zu einem schießwütigen Karussell verkommen zu lassen. Viel mehr liefert er ein solides Familiendrama, das auf leisen Sohlen daherkommt, um einem dann mit spitzen Lederstiefeln in den Arsch zu treten. Der Burroughs-Clan ist das, was man eine alteingesessene kleine Mob-Dynastie des amerikanischen Südens nennt. Von den Schwarzbrennern bis hin zum hartumkämpften Geschäft mit Crystal-Meth. Die Geschichte der Burroughs, die sich in Panowichs Heimatstaat Georgia breitgemacht haben. Und ausgerechnet einer aus der Sippschaft wird Sheriff. Viel Ärger kommt auf den Clan zu. "Bull Mountain" ist ein fantastischer Roman, bei dem man sich schon auf die Fortsetzung freuen kann. Ein Neo-Western mit viel Tiefgang, authentischen Figuren und guten Dialogen.

335 Seiten, ISBN 978-3-51846-657-5, Suhrkamp, 9,99 €

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