Sonntag, 27. März 2016

In the Pines


Erik Kriek
IN THE PINES

Es ist eines dieser Bücher, die mich im Vorfeld schon sehr neugierig gemacht haben, bei denen man am Ende entweder überaus enttäuscht oder unglaublich erstaunt ist. Seit der Umsetzung von H.P. Lovecrafts Erzählungen in der Graphic Novel "Vom Jenseits und andere Erzählungen", die 2013 ebenfalls im Avant Verlag erschien habe ich den Zeichner Erik Kriek auf dem Zettel. Er hat das enorme Talent genau den richtigen Ton für die Stories, die er illustriert zu treffen und auch in seinem neuen Buch "In the Pines" spielt er groß auf.  
Es ist ihm erneut gelungen. Das neue Sahnestück aus dem Avant Verlag. Ein superb gestaltetes Buch, inhaltlich ein Fest für Freunde der groben, düsteren, mystischen, Ich-schlitz-dir-die-Kehle-auf-und-pfeife-dabei-die-Melodie-eines-alten-amerikanischen-Folksongs Gangsterballaden. Fünf Mordsgeschichten, die allesamt mal mehr, mal weniger auf schaurig-schönen Liedern aus der Tradition der sogenannten "Murder Ballads" basieren. Genießer von Johnny Cash, Nick Cave, Handsome Family oder alten Bluessongtexten werden visuell, wie auch akustisch eine richtig gute Zeit haben. Denn nicht nur für das Auge hat man sich etwas einfallen lassen, zusätzlich zum Buch bekommt der Leser eine CD mit jenen Liedern, die zur Inspiration der Stories dienten. Unter anderem "The Long Black Veil", "Where The Wild Roses Grow" oder "Pretty Polly".
"In The Pines" ist ein großes Ereignis unter den zuletzt veröffentlichten Graphic Novels. Man verliert sich im rauchig-versumpften Spiel des Wahnsinns. Der Killer Karneval lädt ein zur Reise ins vergnügliche Verderben. Don't be sad, Mama. I'll be alright! 

128 Seiten (inkl. CD), 978-3945034378, Avant Verlag, 24,95 Euro

Interview mit Erik auf Comic.de: Erik Kriek Interview




Das traditionelle "In the Pines",
hier in der Version der Louvin Brothers:

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