Sonntag, 29. Mai 2016

RIP Holmes


Cécil, Luc Brunschwig
HOLMES (1854/†1891?)
Abschied von der Baker Street

Sherlock Holmes ist tot. Als Arthur Conan Doyle 1893 diese Entscheidung traf und seinen weltberühmten Detektiv, samt Wiedersacher Moriarty in die Reichenballfälle stürzen ließ war seine Leserschaft traurig und empört. In London trug man damals schwarz. Hätte ich ihn nicht getötet, hätte er mich getötet, bemerkte Doyle, der Holmes 1901 wieder auferstehen ließ. Die erste Sherlock Holmes Geschichte wurde 1887 veröffentlicht. Was ist alles seit dieser Zeit mit dem Meisterdetektiv passiert?! Von Maurice Costello, über Basil Rathbone bis hin zu Benedict Cumberbatch. Zahlreiche Verfilmungen, 56 Kurzgeschichten, vier Romane und natürlich auch Comics bzw. Graphic Novels. Einen ganz besonderen Band hat der Verlag Jacoby & Stuart auf den Markt gezaubert. Luc Brunschwig erzählt und der Illustrator Cécil liefert die sehr düsteren, tiefprägenden Bilder. Erzählerisch, wie auch visuell eine wunderbare Hommage an einen der größten Detektive der Literaturgeschichte. Aber es ist viel mehr als nur eine Hommage. Brunschwig und Cécil schaffen es, ein ganz eigenes Werk daraus zu machen. Markant und spannend.
Wo waren wir also? Sherlock Holmes war gestorben, oder doch nicht? Was war wirklich bei den Reichenballfällen in der Schweiz passiert? Dr. Watson liefert die Aufzeichnungen und schon nehmen die Dinge wieder ihren Lauf. Der Spürhund aus der Bakerstreet schein nämlich wieder zurück zu sein und bekommt mit dem Ermittler Wiggins gleich mal ein wenig Konkurrenz. So versuchen der Doktor und der neue junge Detektiv das Rätsel um Holmes' Tod irgendwie zu lösen. Der arme alte Zyniker und geniale Ermittler, der viel mehr zu bekämpfen hatte, als nur Mörder und Diebe. Alles andere als trivial oder ideenlos erzählt Brunschwig seine Geschichte des gefallenen Meisterdetektivs, doch der ganz große Gewiner dieser Comicreihe ist der Künstler Cécil. Tieftrübe, bis ins Mark gestochene Illustrationen voller morbider Poesie.

80 Seiten, ISBN 978-3-941087-51-4, Jacoby & Stuart, 19,95 €

Samstag, 28. Mai 2016

The Art of Francesco Francavilla


Einer der ganz großen Comiczeichner, mit einer Vorliebe für Pulpstories. Hier eine kleine Auswahl seiner Filmposter:



Mehr Illustrationen und Infos zu Francesco Francavilla findet Ihr unter http://www.francescofrancavilla.com

Dienstag, 24. Mai 2016

Die Expedition geht weiter...


Chris Dingess, Matthew Roberts, Owen Gieni
MANIFEST DESTINY 2
Band 2: Insecta und Amphibia

Die Reise geht weiter. Nachdem Meriwether Lewis und William Clark ihre Überlandexpedition im Mai 1804 in Amerika gestartet haben, ereignete sich auch schon eine sogenannte Begegnung der monströsen Art. Man kann sich gar nicht ausmalen, was Pflanzen für einen Schaden anrichten können?! Folglich steckt ihnen ihr letzter Zwischenstop in La Charrette noch allen in den Knochen. Lewis und Clark hätten sich wahrscheinlich einiges auf ihrer Expedition erhofft, dass es derartig brutal und blutig zugeht, wäre selbst ihnen nicht in den Sinn gekommen und das die Natur grausam sein kann, wusste man auch schon damals, aber hier in der Graphic Novel von Dingess, Roberts und Gieni bekommt sie ein ganz neues Gesicht. Wer sich in Teil 1 der "Manifest Destiny" Reihe eine Machete griffbereit gelegt hat, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen. Comicliebhaber, Hobbybiologen und Fans guter alter Abenteuer -und Monsterklassiker aus den 80er Jahren erleben ein knallhartes und knallbuntes Fest im Grünen. Cross Cult hat einfach den richtigen Riecher für gute Stories im Graphic Novel Bereich. Was hier angepflanzt wurde ist nichts für sanfte Gemüter. Der zweite Teil steht dem ersten in nichts nach. Bildgewaltig, blutig und extrem bissig. Einfach aufschlagen, Machete vorher nochmal schleifen und eintauchen in den Wahnsinn! Eine gute Weiterfahrt, die Herrschaften!

128 Seiten, ISBN 978-3-86425-827-5, Cross Cult, 20,00 €

Noch mehr cross-kultiges unter www.cross-cult.de



Montag, 23. Mai 2016

Neuer Pollock im Juli & Lesetour im Herbst


...erscheint am 12.Juli im Liebeskind Verlag.
Im Herbst folgt dann die Lesetour:
Hamburg (8.11.), Dortmund (9.11.), Berlin (10.11.),
Zürich (11.11.), München (12.11.)

Donnerstag, 19. Mai 2016

Hell or High Water & Don't Breathe



Trailer:


Der Neo-Western-Noir ist noch ohne deutschen Starttermin,
der Thriller "Don't Breathe" von Alvarez und Raimi
kommt im September:


Trailer:


Mittwoch, 18. Mai 2016

The Photography of Stephan Würth




Wild, sexy & provokant, einfach meisterhaft geisterhaft.
 Fotograf Stephan Würth und gefährliche Ladies in der Wüste... 


Mehr Fotos und Infos über den Künstler gibt es auf seiner Website: http://www.stephanwurth.com


Dienstag, 17. Mai 2016

Neues von Burke


Texanisches Noir-Epos mit viel Chili, Pistolen, Korruption,
Tristesse, Schlachtfelder im zweiten Weltkrieg und
einem netten Besuch von Bonnie und Clyde...

...und kürzlich erschienen bei Heyne Hardcore


Sonntag, 15. Mai 2016

ROGUE NATION 03/01 IST RAUS!

Die erste Ausgabe des Rogue Nation Magazins im dritten Jahr erscheint nur als digitale Version. Texte gibt es diesmal von Ralph Stieber, Julian Drescher, Frank Trummel, Jason Dunkle, Johannes Tosin und Ivar Bahn. Viel Vergnügen!

Samstag, 14. Mai 2016

Freitag, 13. Mai 2016

Montag, 9. Mai 2016

Wegen der Sache mit den Gaspistolen (Hörbuch)


...von Julo Drescowitz. Ein kleiner dirty realism-Pulp-Krimi, ziemlich dreckig und brutal. Es geht um Russenmafia, einem missglückten Überfall und dem Gefühl, dass irgendetwas nicht mit einem stimmt. Sprecher ist Felix Pielmeier. Reinhören & Nachladen!

Samstag, 7. Mai 2016

Die Götter müssen verrückt sein


Neil Gaiman
AMERICAN GODS

Vor 15 Jahren erschien "American Gods". Im gleichen Jahr fand die erste Lesung dazu im World Trade Center statt. Wochen später schlugen zwei Flugzeuge in die Tower ein und brachten sie zum Einsturz. Wie wunderlich es sich doch liest, wenn man bedenkt, dass der unfreiwillige Held der Geschichte mit dem Namen Shadow Moon seinen mysteriösen Arbeitgeber Mr. Wednesday im Flugzeug trifft. Eine schicksalhafte Begegnung. Nahezu irrelevante Zusammenhänge und natürlich hat der 11. September nichts mit Mr. Wednesday zu tun, aber man kommt in diese konspirative Stimmung wenn man Gaimans Werk liest. Einfach weil es in diesem Fall Spaß macht. Durch seine Arbeit als Kinderbuchautor denkt man bei Neil Gaiman an Titel, die man vielleicht eher in der Kategorie kitschige Fantasystories vermutet, doch die Arbeiten des englischen Schreibers haben doch einiges mehr zu bieten. Sie sind gut recherchiert, tiefgründig und weitsichtig - und natürlich immens unterhaltsam. Bekannt geworden durch seine Comicserie "Sandman" - allerdings wurde "American Gods" sein erfolgreichstes und zugleich auch bekanntestes Werk. Das ist, was die Thematik und die Qualität der Geschichte betrifft überhaupt keine Überraschung. Ein Roadtrip quer durch die USA, gespickt mit Mythologie und feinsten Noir-Elementen.
Nach einem Raubüberfall landet Shadow im Knast, nur zwei Tage vor seiner Entlassung erfährt er vom Tod seiner großer Lieben Laura und wird vorzeitig nach Hause geschickt. Auf dem Flug trifft er besagten Mr. Wednesday. Ein Kampf zwischen den Göttern beginnt, in den Shadow da hingezogen wird. Ein verrücktes Spiel um Leben und Tod biblischen Ausmaßes. Es wird abgehen, Freunde. Ich wünsche eine gute Reise!

672 Seiten, ISBN 978-3-847905875, Eichborn Verlag, 14,00 €


P.S. Die Verfilmung des Buches als TV-Serie läuft bereits. Die Folgen sollen nächstes Jahr in den USA starten. U.a mit Ian McShane ("Deadwood") und Ricky Whittle ("The 100") als Mr. Wednesday und Shadow Moon.

Freitag, 6. Mai 2016

Neues Pulpcore eBook!


18x Horror und Crime der härteren Gangart aus dem englischsprachigen Untergrund – zum ersten Mal auf Deutsch erhältlich. Blutig, bedrohlich, oft poetisch und immer unterhaltsam.

Hier könnt Ihr das Buch kostenlos downloaden: http://www.pulpcore.de

Marlene


27. Dezember 1901 - 6. Mai 1992

In Orson Welles' "Im Zeichen des Bösen":

 

Montag, 2. Mai 2016

Neue Notes!

 (c) Giuseppe Cristiano
Mit Bus und Bahn

Es roch eigenartig. Ein Gemisch aus Rasierwasser, Duftbäumen und Salbei. Am intensivsten roch es aber nach totem Fleisch. Er saß am Fenster, zwischen seinen Beinen der schwarze Rucksack. Sein Blick starr nach draußen gerichtet. An der Station die nah am Wald lag stand er auf, nahm seinen Rucksack und verschwand ganz schnell. Zuvor war er zweimal mit jeweils einem Koffer losgezogen, hatte sich ein Tagesticket für zwei Zonen besorgt und war in den Bus gestiegen. Beim dritten und letzten Mal fuhr er nicht ganz so weit. Für den Rucksack würde der Wald reichen. Als man ihn später fragte, warum er nicht zu Fuß gegangen sei, antwortete er, dass das viel zu auffällig gewesen wäre. Ein Auto hatte er nicht und zu Fuß ging er so gut wie nie.
Die Beamten waren sofort misstrauisch geworden, als er seine Frau als vermisst gemeldet hatte. Sie spürten seine Angst, als er dort auf dem hölzernen Stuhl saß, aber nicht, weil er sich Sorgen um sie, sondern vielmehr um seine Geschichte machte. Er war hektisch und viel zu nachdenklich, als sage er einen auswendig gelernten Text auf.
"Körpergröße?" fragte der Bulle.
Er musste lange überlegen. Als er sie das letzte Mal gesehen hatte, waren es mehrere Größen gewesen. Er kaute auf seiner Unterlippe und setzte die einzelnen Körperteile seiner Frau gedanklich wieder zusammen.