Samstag, 7. Mai 2016

Die Götter müssen verrückt sein


Neil Gaiman
AMERICAN GODS

Vor 15 Jahren erschien "American Gods". Im gleichen Jahr fand die erste Lesung dazu im World Trade Center statt. Wochen später schlugen zwei Flugzeuge in die Tower ein und brachten sie zum Einsturz. Wie wunderlich es sich doch liest, wenn man bedenkt, dass der unfreiwillige Held der Geschichte mit dem Namen Shadow Moon seinen mysteriösen Arbeitgeber Mr. Wednesday im Flugzeug trifft. Eine schicksalhafte Begegnung. Nahezu irrelevante Zusammenhänge und natürlich hat der 11. September nichts mit Mr. Wednesday zu tun, aber man kommt in diese konspirative Stimmung wenn man Gaimans Werk liest. Einfach weil es in diesem Fall Spaß macht. Durch seine Arbeit als Kinderbuchautor denkt man bei Neil Gaiman an Titel, die man vielleicht eher in der Kategorie kitschige Fantasystories vermutet, doch die Arbeiten des englischen Schreibers haben doch einiges mehr zu bieten. Sie sind gut recherchiert, tiefgründig und weitsichtig - und natürlich immens unterhaltsam. Bekannt geworden durch seine Comicserie "Sandman" - allerdings wurde "American Gods" sein erfolgreichstes und zugleich auch bekanntestes Werk. Das ist, was die Thematik und die Qualität der Geschichte betrifft überhaupt keine Überraschung. Ein Roadtrip quer durch die USA, gespickt mit Mythologie und feinsten Noir-Elementen.
Nach einem Raubüberfall landet Shadow im Knast, nur zwei Tage vor seiner Entlassung erfährt er vom Tod seiner großer Lieben Laura und wird vorzeitig nach Hause geschickt. Auf dem Flug trifft er besagten Mr. Wednesday. Ein Kampf zwischen den Göttern beginnt, in den Shadow da hingezogen wird. Ein verrücktes Spiel um Leben und Tod biblischen Ausmaßes. Es wird abgehen, Freunde. Ich wünsche eine gute Reise!

672 Seiten, ISBN 978-3-847905875, Eichborn Verlag, 14,00 €


P.S. Die Verfilmung des Buches als TV-Serie läuft bereits. Die Folgen sollen nächstes Jahr in den USA starten. U.a mit Ian McShane ("Deadwood") und Ricky Whittle ("The 100") als Mr. Wednesday und Shadow Moon.

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