Montag, 13. März 2017

Der letzte beste Ort

Callan Wink
DER LETZTE BESTE ORT

Als ich vor einigen Monaten eine Leseprobe von Callan Winks Short-Story-Sammlung in die Hände bekam machte mich das Titelfoto sehr neugierig. Dazu der Klappentext und ein Blick auf die ein oder andere Zeile. Meine Erwartungen waren ziemlich hoch und nachdem ich die erste Geschichte "Hund Lauf Mond" gelesen hatte war ich ehrlich gesagt nicht wirklich vollends überzeugt. Also legte ich die Leseprobe wieder weg und vergaß erstmal Callan Wink. Dann, vor nicht allzu langer Zeit gab ich Winks Stories eine zweite Chance und manchmal braucht es das einfach. Manchmal ist es die falsche Zeit oder der falsche Ort. Diesmal schlugen seine Geschichten richtig ein.
Der letzte beste Ort. Hier ist das Leben hart und das Geld immer viel zu wenig. Gescheiterte Existenzen, geplatzte Träume, es geht um Menschen, die irgendwo im Nirgendwo ein eher belangloses Leben führen und dennoch in Callan Winks Kurzgeschichten wie Sterne leuchten, denn an diesem letzten besten Ort haben sie noch diese Möglichkeit, auch wenn einige von ihnen nicht an ihr Ziel kommen werden. Die meisten von ihnen, haben dieses sowieso schon seit geraumer Zeit aus den Augen verloren, wenn es überhaupt jemals eines gab. Wink lässt die Zeit einfach mal stillstehen.
Der Autor selbst kommt aus der rauen Gegend in Montana und kennt die weiten einsamen Landschaften des amerikanischen Westens. Er schreibt mit viel Nähe zu seinen Figuren und schafft es den Staub der sandigen Landstraßen über die Seiten hinaus in den Kopf des Lesers zu bringen. Geschichten, die das Leben schreibt und Geschichten, die so schnell nicht vergessen werden. Ein wahres Juwel unter den Kurzgeschichten-Sammlungen der letzten Jahre.

282 Seiten / Suhrkamp Verlag / 22,00 €

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