Sonntag, 2. April 2017

Die lachenden Ungeheuer


Denis Johnson
DIE LACHENDEN UNGEHEUER

Mit sehr hohem Tempo ist er mal wieder unterwegs: US- Autor Denis Johnson, der mit solch markanten Krachern wie der Short-Story Sammlung "Jesus' Sohn" (1992) oder "Ein gerader Rauch" (2007), für den er den National Book Award erhielt auf dem Buchmarkt für Furore gesorgt hat. Diesmal geht es wieder nach Afrika. Nach Sierra Leone. In seinem Reportageband "In der Hölle: Blicke in den Abgrund der Welt" schilderte Johnson einst die unmenschlichen und tödlich-brutalen Lebensumstände der dritten Welt und legte seinen Finger auf die "Wunde Afrika".
Der schwarze Kontinent wird in seinem aktuellen Roman zum Schauplatz eines tückischen Katz-und-Maus-Spionage-Spiels in bester Graham Greene- Manier.
Die beiden Freunde Roland Nair und Michael Adriko, einst verbündet und auf der Suche nach dem schnellen Geld während des Bürgerkriegs treffen sich nach zehn Jahren in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones wieder. Doch weniger Freude, vielmehr Misstrauen bestimmt das erneute Aufeinandertreffen der undurchschaubaren Geheimdienstler bzw. Spione und als Adriko seinen Kumpel bittet ihn und seine neue Flamme, eine Studentin aus Colorado in ein Dorf im Grenzgebiet zwischen Uganda und Kongo zu begleiten, wird die eh schon getrübte Harmonie noch feuriger.
Johnsons neuestes Buch ist tatsächlich ein grandios gutgeschriebener Roman, der von seinen Figuren, dem Erzähltempo und der Atmosphäre lebt, aber den Handlungsstrang manchmal ein wenig baumeln lässt. Doch Johnson ist einfach ein viel zu guter Schreiber, als dass man ihm ein paar kleine Hänger übel nehmen könnte. Da lachen ja die Ungeheuer.

Rowohlt Verlag / 270 Seiten / ISBN:  978-3-498-03342-2 / 22,95 €

 

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