Freitag, 26. Mai 2017

Imperial County


Der Berliner Fotograf Lars Borges begibt sich in den südlichsten Teil Kaliforniens und bringt diese einducksvollen Aufnahmen von Mensch und Landschaft dieses abgelegenen Fleckchens mit. Imperial County - kürzlich im Kehrer Verlag erschienen.




aus






Freitag, 19. Mai 2017

Larry Brown's FAY


Larry Brown
FAY

Fay ist siebzehn. Fay will weg. Fay will endlich diesem trostlosen Umfeld ihres saufenden Vaters entfliehen und nimmt eine lange Reise durch den tiefen Süden im Bundesstaat Mississippi auf sich, um an ihr Ziel zu kommen. Was ist ihr Ziel? Die Küste, aber vor allem will sie leben. Zu guter letzt, nicht mehr und nicht weniger. Einfach leben. Doch der Weg durchs finstere Tal wird hart und erbarmunglos, aber er ist auch geprägt von Hoffnung und Liebe, den es scheint tatsächlich ein fader Schein von Licht durch die Dunkelheit der jungen Kämpferin zu brechen.
US- Autor Larry Brown zählt zu jenen Schreibern aus dem amerikanischen Süden, die es irgendwie erst nach ihrem Tod geschafft haben, einen gewissen Kultstatus zu erreichen. In Deutschland kannte man ihn bisher zu gut wie gar nicht. Die Südstaaten- Autorengeneration um Harry Crews, Charles Willeford, Daniel Woodrell gehören in seine Klasse und das ist eine Klasse für sich.
Authentisch, knallhart und so präzise wie ein Scharfschütze. Brown beschreibt die Gefühle und die Leidenswege der Menschen am anderen Ende des Regenbogens mit höchster Genauigkeit. Ein genialer Beobachter und wahrer Mann aus dem Süden. Sein Roman "Fay" ist mit etwas über 650 Seiten zwar ein ganz schöner Seitenkoloss, aber in keiner Weise inhaltlich ausufernd oder übertrieben in seiner Schilderung. Für mich ist es kein Epos, das Brown hier schaffen will, sondern vielmehr schenkt er diesem jungen Mädchen die Seiten und somit auch die Zeit, die sie und ihr Kampf verdient haben. Ein ganz besonderes Werk! Ja, der Sommer könnte heiß werden. Dieses Buch legt so oder so noch eine Schippe glühende Kohlen drauf. So wie die Sonne, darf auch Larry Browns Deutschland Debüt auf einen Fall in den hitzigen Monaten fehlen... und auch sonst nicht.

Heyne Hardcore, ISBN: 978-3-453-27096-1, 656 Seiten, 22,99 € 

Mittwoch, 17. Mai 2017

New Mexico


Well, when the drive was over, the riders would not pay
To all you happy people, this much I have to say
Go back to your friends and loved ones, tell others not to go
To the God forsaken country, they call New Mexico


Samstag, 13. Mai 2017

Only The Good Bleed IV



Backwater. Er war wieder da. Der verlorene Bruder. Johnny Love, eigentlich Tusker hatte seine alte Heimat erreicht. Er fuhr direkt durch bis zu Pete's Bar und parkte seinen Wagen an der Seite von dem alten Laden. Der Schuppen sah noch genauso baufällig aus wie vor knapp sieben Jahren, aber die Pinte stand noch da wie ein stures Pferd und gab Asyl für Wahnsinnige. Das Bier hatte hier nie wirklich geschmeckt, aber Johnny würde sogar Pisse trinken, wenn sie kalt genug wäre. Die Sonne brannte wie die Hölle und wer auch nur einen Funken Verstand hatte hielt sich drinnen auf oder lag irgendwo draußen im Schatten. 

aus "Only The Good Bleed, Kapitel 4: Der schwarze Kater"

 

Donnerstag, 11. Mai 2017

Die Drei im Mai

Der Monat bietet gleich drei Highlights mit den jeweils dritten bzw. finalen Staffeln, die man in drei Teufels Namen nicht verpassen sollte...



Läuft schon...



Ab 21. Mai...



Ab 26. Mai...


Freitag, 5. Mai 2017

Der dritte Mann

Graham Greene
DER DRITTE MANN

Irgendwo und irgendwann ist er euch bestimmt schon mal über den Weg gelaufen. Zu allererst wahrscheinlich als Film von Carol Reed, mit Orson Welles und Joseph Cotten in den Hauptrollen. Auch die bekannte Filmmusik von Anton Karas (siehe ganz unten) lässt sich so leicht nicht mehr aus dem Erinnerungsvermögen löschen. Graham Greene schrieb damals 1949 das Drehbuch, aus dem dann schließlich der Roman entstand. Ja, auch so herum läuft es manchmal - wenn auch selten.
Über Personen und Handlung muss man gar nicht mehr viel schreiben. Wer den besagten Film noch nie gesehen oder das Buch bisher nicht gelesen hat, sollte dies schleunigst nachholen.
Die Edition Büchergilde greift sich hin und wieder einen Noir- Klassiker heraus, wie vor ein paar Jahren Raymond Chandlers "Der große Schlaf" und macht daraus ein ganz besonderes Buch.
Stets mit Illustrationen ausgeschmückt, die auch bei Greenes Werk diesmal wieder eine Punktlandung vollbracht haben. Es ist natürlich schwierig mit den schon vorhandenen Bildern des Films, die sich bei vielen Lesern eingeprägt haben etwas Neues in den Köpfen zu schaffen. Die Hamburger Illustratorin Annika Siems hat es geschafft:



Das Wien der Nachkriegszeit erschattet zu neuem Leben. Siems zieht aus einer legendären Story ein nicht minder genialen Strich und schließt auf zu einem rundum perfekten Noir-Projekt, das seinen Anfang vor nicht ganz 70 Jahren hatte und in diesen Wochen nochmal so richtig an Fahrt gewonnen hat. Eine erneute Krönung für das Genre. Absolut fantastisch!

Edition Büchergilde, 200 Seiten, ISBN 978-3-86406-076-2, 25,00 €

 

Donnerstag, 4. Mai 2017

The Place I Left Behind



I'm a good ole ramblin' boy
Now that's just what I am
This fair land that you call yours
I do not give a damn


Dienstag, 2. Mai 2017

Only The Good Bleed III



Sie schaute zu Tuskers Wagen und ging rüber. Als sie für einen Moment im Inneren verschwand, dachte ich, sie würde jetzt die Chance ergreifen und abhauen, aber das tat sie nicht. Mit Quentin Tuskers Shotgun in der Hand kam sie wieder zu mir, setzte sich auf den Beifahrersitz und legte das Gewehr hinten auf der Rückbank ab.
"Das werden wir mit Sicherheit brauchen."
"Mach dir keine Sorgen. Das ist ein Dodge Charger 68er Baujahr mit 8 Zylindern und 375 PS. Wir sind mit dem Ding schneller als der Teufel. Mit dem Vorsprung den wir haben sind wir im Nu über alle Berge."
Sie versuchte sich an einem Nicken. Ihre Hoffnung war irgendwo in der Nacht versunken. Ich drehte den Schlüssel vom Dodge und die Bestie jaulte auf. Ich musste lächeln. Das war mein verfluchter Moment. Wir drehten, hinterließen eine Wolke aus schwarzem Staub und steuerten den Highway an. Es war finster hier draußen. Nur der Lichtkegel unserer Scheinwerfer war ein Beweis dafür, dass wir existierten. 

aus "Only The Good Bleed, Kapitel 3: Kein Zurück mehr"