Freitag, 19. Mai 2017

Larry Brown's FAY


Larry Brown
FAY

Fay ist siebzehn. Fay will weg. Fay will endlich diesem trostlosen Umfeld ihres saufenden Vaters entfliehen und nimmt eine lange Reise durch den tiefen Süden im Bundesstaat Mississippi auf sich, um an ihr Ziel zu kommen. Was ist ihr Ziel? Die Küste, aber vor allem will sie leben. Zu guter letzt, nicht mehr und nicht weniger. Einfach leben. Doch der Weg durchs finstere Tal wird hart und erbarmunglos, aber er ist auch geprägt von Hoffnung und Liebe, den es scheint tatsächlich ein fader Schein von Licht durch die Dunkelheit der jungen Kämpferin zu brechen.
US- Autor Larry Brown zählt zu jenen Schreibern aus dem amerikanischen Süden, die es irgendwie erst nach ihrem Tod geschafft haben, einen gewissen Kultstatus zu erreichen. In Deutschland kannte man ihn bisher zu gut wie gar nicht. Die Südstaaten- Autorengeneration um Harry Crews, Charles Willeford, Daniel Woodrell gehören in seine Klasse und das ist eine Klasse für sich.
Authentisch, knallhart und so präzise wie ein Scharfschütze. Brown beschreibt die Gefühle und die Leidenswege der Menschen am anderen Ende des Regenbogens mit höchster Genauigkeit. Ein genialer Beobachter und wahrer Mann aus dem Süden. Sein Roman "Fay" ist mit etwas über 650 Seiten zwar ein ganz schöner Seitenkoloss, aber in keiner Weise inhaltlich ausufernd oder übertrieben in seiner Schilderung. Für mich ist es kein Epos, das Brown hier schaffen will, sondern vielmehr schenkt er diesem jungen Mädchen die Seiten und somit auch die Zeit, die sie und ihr Kampf verdient haben. Ein ganz besonderes Werk! Ja, der Sommer könnte heiß werden. Dieses Buch legt so oder so noch eine Schippe glühende Kohlen drauf. So wie die Sonne, darf auch Larry Browns Deutschland Debüt auf einen Fall in den hitzigen Monaten fehlen... und auch sonst nicht.

Heyne Hardcore, ISBN: 978-3-453-27096-1, 656 Seiten, 22,99 € 

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