Sonntag, 4. Juni 2017

A Kind Of Murder


Nimmt man Patricia Highsmith, bekommt man meistens ein ganz perfides doppeltes Spielchen. Die US- Autorin gilt als die große Meisterin des psychologischen Krimis. Bereits 1951 verfilmte Alfred Hitchcock ihren Roman DER FREMDE IM ZUG. Ein Riesenhit. Auch die Verfilmung von DER TALENTIERTE MR. RIPLEY (1995) mit Matt Damon und Jude Law dürfte vielen noch ein Begriff sein. Nun kommt Regisseur Andy Goddard und nimmt sich ihr Buch „Der Stümper“ vor. Wieder stehen zwei Männer im Blickpunkt. Haben beide ihre Ehefrauen ermordert? Wie es der Zufall will, wurden die zwei Leichen der Frauen im Abstand weniger Tage auch noch hinter demselben Diner gefunden. Architekt und Hobby-Autor Walter Stackhouse (Patrick Wilson) befasst sich in seiner Freizeit gerne mit wahren Mordfällen. Eher unglücklich mit seiner leicht labilen Ehefrau Clara (Jessica Biel) stürzt er sich nur allzu gerne in seine Schreibarbeiten oder recherchiert für seine Kurzgeschichten. Jener besagte Leichenfund einer Frau hinter einem Diner weckt ganz besonders seine Aufmerksamkeit. Von nun an nehmen die Dinge ihren Lauf. Patrick Wilson versteht es einen Patricia Highsmith- Charakter zu verkörpern. Das dezent-romantisch schleimige und zugleich verlorene Gehabe, dass aber nicht nur der Zeit, sondern auch dem sozialen Umfeld geschuldet ist lässt den Zuschauer stehts zwischen Schuld und Unschuld des Ehemannes pendeln. Das New York der frühen 60er wird wunderbar durch die Bilder vom britischen Kameramann Chris Saeger, der auch schon bei zwei GOT- Folgen sein Werkzeug einsetzte dargestellt und verleiht genau diesem modernen Noir- Thriller seine Tiefe und gekonnte Atmosphäre. Regisseur Andy Goddard, der seit A KIND OF MURDER sich ein bißchen bei Marvel- Serien austoben konnte – DAREDEVIL, LUKE CAGE und IRON FIST stehen auf seiner Arbeitsliste – hat aus einem guten Kriminalroman einen spannenden, tiefgründigen und optisch äußerst gelungenen Film geschaffen. Leider geht zum Ende hin der Geschichte ein wenig die Luft aus. 

(mm)

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