Sonntag, 28. Oktober 2018

BLOGUED



Der BLOGUE legt eine Pause ein...
Bis dahin, alles Gute und bleibt tapfer...

- MM



Mittwoch, 24. Oktober 2018

Die letzten Zeilen...


Moon nickte. "Hätte ich mir schon denken können, dass du zu smart dafür bist. Du hast ein paar gute Tricks auf Lager, Dilly, aber die bringen dich da nicht für immer durch. Und danach wäre es für dich nur umso schwerer."
"Ja, und das ist nicht alles, Moon."
Er wartete.
"Ach, keine Ahnung", meine ich. "Vielleicht kann ich das nie jemandem richtig erklären. Selbst wenn ich ein ganzes Buch darüber schreiben würde..."

- Jetzt und auf Erden, Jim Thompson


Sonntag, 21. Oktober 2018

ROGUE SHOTS: Murder On My Mind


Sie lag dort und wartete auf die Cops
sie hatte ihn erschossen
er lag im Wohnzimmer
in einer Pfütze Blut

Zeit verschwendet
aber noch nicht ganz verloren
nur ein paar Jahre
am Abgrund

ohne Geld
aber mit Zuversicht
sie hatte getan was sie konnte
eine Mörderin am Ende

voller Gewissheit
wie alles anfing
der Abstieg in die Dunkelheit
war ihr vorherbestimmt

es wird nun Zeit
zu warten...

- MM



Mittwoch, 17. Oktober 2018

ROGUE SHOTS: Die Besucherin


Erst kam sie nur selten vorbei
ich konnte sie nicht sehen
nur ihre Stimme hören

draußen auf der Schaukel war sie am liebsten
während drinnen dieses Lied spielte...





Sonntag, 14. Oktober 2018

ROGUE SHOTS: Slave New World


Es ging so schnell und keiner von uns
hatte wirklich eine Chance
viele überlebten den Angriff nicht
und nur ein paar konnten sich retten
und schafften es, irgendwo ein Versteck zu finden

einige von uns wurden mitgenommen
und versklavt
wo würden sie uns hinbringen
fragten wir uns
bis heute kann keiner wirklich sicher sein

wir können nicht mit Bestimmtheit sagen
wie sie aussehen
nur das sie uns problemlos geschlagen haben
sie waren uns überlegen
und wir waren einfach nicht gut genug vorbereitet

oder man hat diese Gefahr einfach unterschätzt
wie oft hatte ich die Lichter
über dem Hügel gesehen
oft bin ich abends noch durch den Wald
um etwas zu erkennen
und dann ging alles ganz schnell

doch ich bereite meine Flucht vor
um von diesem gottverdammten Planeten
endlich runterzukommen
es wird alles andere als einfach
aber es muss letztendlich klappen

- MM




Donnerstag, 11. Oktober 2018

Kaffee & King


Detective Anderson hat einen heftigen Fall zu lösen. Ein kleiner Junge wird ermordet aufgefunden...

Detective Anderson: Das tue ich, aber Sie müssen es aussprechen, Mr. Ritz. Fürs Protokoll.

Ritz: Er lag auf dem Bauch, und der Ast hat in seinem Hintern gesteckt. Der war auch blutig. Der Ast, meine ich. Die Rinde war teilweise abgeschabt, und es war ein Handabdruck drauf. Den habe ich ganz deutlich gesehen. Inzwischen hat Dave nicht mehr gebellt, sondern gejault, das arme Tier, und ich weiß einfach nicht, wer so etwas tut. Das muss ein Geisteskranker gewesen sein. Werden Sie ihn erwischen, Detective Anderson?

Detective Anderson: O ja. Das werden wir.

Mysteriös, verstörend und extrem spannend. Kings neueste Mystery-Krimi Geschichte weckt düstere Erinnerungen an einen bösen Traum, der einen einfach nicht loslassen will. Einmal mehr bewegt sich der Grusel- Meister durch das Krimi-Genre, aber anders als bei der "Mercedes-Trilogie" rührt er hier, gewohnt und gekonnt wie kaum ein anderer eben auch viel Mystery und Horror Elemente mit in die böse Suppe. Was geschah wirklich und ist der Verdächtige, den man so schnell schnappen konnte wirklich schuldig? Ein Spiel mit doppeltem Boden beginnt. Fantastischer Mystery-Noir-Krimi vom King.

DER OUTSIDER, Stephen King
752 Seiten, ISBN 978-3-453-27184-5, Heyne Verlag, 26,00 Euro


Freitag, 5. Oktober 2018

ROGUE SHOTS: Abschiedskuss


Der Überfall verlief nicht ganz reibungslos
das Adrenalin floss durch unsere Adern
beinahe hätten wir uns noch gegenseitig erschossen
unsere Blicke trafen uns immer wieder in der Bank
voller Anspannung, voller Wut
doch wir kamen da beide lebend raus
und schafften es bis ins Motel

da ging es dann ziemlich schnell bergab
wir waren noch total aufgedreht
tranken und rauchten zu viel
liebten uns im Bett

dann verschwand ich unter der Dusche
als ich wenig später nur mit einem Handtuch um die Hüften
aus dem kleinen Badezimmer trat
sah ich sie dort stehen
mit der Waffe in der Hand

sie schoss zweimal
ich ging zu Boden
vom Schmerz zerrissen
sie schnappte sich die Tasche mit dem Geld
und verließ ganz lässig das Zimmer

ich drückte das weiße Handtuch auf die Wunden
und spürte wie alles aus mir herauslief

- MM



Donnerstag, 4. Oktober 2018

Making A Murderer 2


Die unglaubliche Geschichte des Steven Avery geht weiter....
In zwei Wochen beginnt die 2. Staffel der True Crime Serie...


Trailer


Mittwoch, 3. Oktober 2018

Kürtens blutiger Pfad


Greifen wir noch einmal das Thema "Serienkiller" auf, mit einem der blutrünstigsten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte...

Im Oktober des Jahres 1928, vor 90 Jahren wurde ein gewisser Peter Kürten in Düsseldorf-Derendorf mal wieder aus der Haft entlassen. Er saß nicht zum ersten Mal ein. Diesmal waren es acht Monate wegen Bedrohung, Beleidigung und versuchter Nötigung. Gemordet hatte er zu diesem Zeitpunkt auch schon. Im Jahr 1913, ein neunjähriges Mädchen. Wegen dieses Mordes galt er im Jahr 1928 allerdings noch nicht mal als Verdächtiger.

Vier Monate nach seiner erneuten Haftentlassung, es war Februar im Jahr 1929 begann eine der grausamsten Mordserien in der deutschen Kriminalgeschichte. Während am 2. Februar sein Opfer noch schwer verletzt überlebte, hatte das neunjährige Mädchen, das er eine Woche später attackierte keine Chance. Mit einer mitgeführten Schere erstach er das Kind. Hier setzt auch Susann Brenneros halb-fiktiver Roman "Der Vampir vom Niederrhein" an... 


Krimi-Autorin Susann Brennero, die selbst in Düsseldorf geboren wurde schickt den ambitionierten Gerichtsreporter Egon Kron auf die Jagd nach einer Bestie, alles im gesellschaftlich hochexplosivem Deutschland bzw. der Weimarer Republik der späten 20er und frühen 30er Jahre. Großartig recherchiert und spannend geschildertes Kriminal- Katz und Maus Spiel, das eben auf diesen schrecklichen wahren Verbrechen des sogenannten "Vampir von Düsseldorf" beruht. Das Buch erschien bereits im Sommer 2016, bekommt aber, kurz bevor sich die Mordserie von Peter Kürten zum neunzigsten Mal jährt vom Blogue entsprechend Beachtung.
Jetzt, wo wir uns langsam wieder auf die etwas kältere Jahreszeit zubewegen und die Tage wieder kürzer werden, könnte Brenneros Krimi genau die richtige Lektüre sein.

Weitere Titel aus der Gmeiner- Reihe "Biografischer Kriminalroman" sind z.B. "Die Brüder Sass - Geliebte Ganoven", "Die Giftmörderin Grete Beier" oder auch "Der Werewolf von Hannover Fritz Haarmann"...

315 Seiten, ISBN 978-3-8392-1937-9, Gmeiner Verlag, 12,99 Euro

Auch wenn Fritz Lang nie den direkten Bezug zum Kürten- Fall bestätigte, fallen schon einige Parallelen auf. "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" gehört zu den besten deutschen Kriminalfilmen und gilt nicht umsonst als einer der bedeutendsten Klassiker der Filmgeschichte weltweit...


Film






Freitag, 28. September 2018

Kaffee & Pelecanos


Wie der meiste Ärger in meinem Leben, der mir widerfahren ist oder den ich mir eingebrockt habe, fing auch der in jener Nacht mit einem Drink an.

Autor George Pelecanos nimmt uns mit auf eine nicht ganz nüchterne und nicht ganz so ungefährliche Reise ins dunkle Herz der amerikanischen Hauptstadt. Wie gewohnt erzielt Pelecanos, der auch als Drehbuchautor für Serien wie "The Wire" oder "The Deuce" verantwortlich ist und mit seinem letzten Krimi-Hammer auf dem deutschen Markt "Hard Revolution" für Furore sorgte Höchstwerte auf der Noir-Skala. Nehmt Platz neben Barmann und Halbtags-Detektiv Nick Stefanos, schenkt euch einen Drink ein und taucht ein in die Dunkelheit des Großstadtdschungels. Erneut ein ganz großer Wurf von einem der besten Noir-Autoren der heutigen Tage.

Ich durchquerte die Stadt, holte mir in Georgetown auf dem Markt an der Wisconsin und P einen Kaffee, nahm dann die R und parkte in der Nähe des Dumbarton Oaks Museum. Dann stapfte ich in den Wald des Rock Creek Park hinein und suchte mir auf einem großen Felsen neben einem gewundenen Reitpfad einen Sitzplatz, von wo aus ich den Fluss und den Beach Drive überblicken konnte. Ich sah den Autos und ihren Fahrern zu, die unterwegs zu Orten waren, wo man Krawatte und Anzug tragen muss, lauschte dem Gesang der Vögel in den Bäumen und dem Rauschen des sich schlängelnden Bachs, der zum Georgetown Channel floss. Jeder hat seinen besonderen Ort auf der Welt, und dies hier war meiner. 

DAS DUNKLE HERZ DER STADT, George Pelecanos
247 Seiten, ISBN 978-3-86913-917-3, Ars Vivendi, 20,00 Euro


Montag, 3. September 2018

ROGUE SHOTS: Alles zu seiner Zeit


Es war schon spät, kurz vor Mitternacht.
Sie standen dort neben dem Diner,
in schwarzen Anzügen
und luden mich auf eine Tasse Kaffee ein.

Wir gingen hinein und setzten uns
an einen Tisch hinten in der Ecke.
Die anderen Gäste saßen nur stumm da
und starrten auf ihre Teller oder Tassen,
die vor ihnen auf dem Tisch oder auf dem
Tresen standen.

"Nehmen Sie eine Tasse schwarzen Kaffee",
sagte einer der Männer in schwarz.
Ich schaute mich um, nickte schließlich
und keine Minute später brachte mir
ein Kellner, der eine dunkle Brille trug
und blind zu sein schien eine Tasse
schwarzen Kaffee.

"Was ist das hier eigentlich für ein Laden?"
fragte ich und der Mann in schwarze sagte:
"Alles zu seiner Zeit."
Jetzt hörte ich auch erst die Jukebox,
die ganz leise dieses Lied spielte...

- MM






Sonntag, 2. September 2018

Kaffee & Dunkels Gesetz


Er nahm einen Schluck Wasser, biss in das Toastbrot und warf es aus dem Seitenfenster. Die Straße folgte einer natürlichen Trasse, die Fahrbahn wurde schmaler, die Bäume an beiden Seiten der Straße verengten den Horizont, wuchsen in Richtung des Lichts. Auf den Feldern, langgezogene, ockerfarbene Rechtecke, stand das Wasser, Sonnenlicht reflektierte auf der Oberfläche. Stellen voller Totholz - schwarze Stümpfe, die wie gebrochene Finger aus dem Boden ragten. Dunkel öffnete das Handschuhfach und tastete nach dem Flachmann. Der Himmel im Rückspiegel war grau, die Luft schmeckte nach Regen.

- Dunkels Gesetz, Sven Heuchert


Donnerstag, 30. August 2018

The House That Jack Built


Matt Dillon als Serienkiller in einem Lars von Trier Film.
Na dann...
Einen deutschen Termin gibt es noch nicht

Trailer




Dienstag, 28. August 2018

ROGUE SHOTS: Noch eine Runde


Nur noch diese eine Runde
und ich weiß, 
sie wird die schwerste von allen

Noch drei Minuten 
und jede Minute steht für einen Krieg,
brutal und ohne Gnade

Bleib ruhig, Junge
konzentriert dich
versteck deine Angst
und versuche einfach nur
auf den Beinen zu bleiben

Dann und nur dann,
ist überhaupt nur eine Wiedergeburt, 
eine Erweckung möglich....

- MM



Montag, 27. August 2018

True Detective 3


Eine der besten Noir-Thriller Serien aller Zeiten geht im Januar 2019 mit der dritten Staffel an den Start. Man darf sehr gespannt sein. Hier der erste...

Trailer




Donnerstag, 23. August 2018

ROGUE SHOTS: Mystery Letters


Irgendwann reichte es ihr nicht mehr,
nur seine Briefe zu lesen oder
sein Gesicht nur auf einem Foto zu sehen.

Doch später verfluchte sie den Tag,
an dem sie sich aufmachte, ihn zu finden.

Nie hatte er ein Treffen vorgeschlagen
und dies wunderte sie damals noch,
doch heute, weiß sie warum
und es raubt ihr noch immer den Atem.

Wieder ist sie allein und muss sogar zugeben,
dass sie es die ganze Zeit über war,
auch wenn dort etwas mehr oder weniger existierte,
das mit ihr kommuniziert hatte.

- MM


Dienstag, 21. August 2018

ROGUE SHOTS: Zeichen



Bevor ich in diese Bar bin
stand da dieser Typ an der Ecke
mit diesem Plakat in der Hand

Ich habe gerade fast zwölf Wochen Therapie
wegen dieser ganzen Spielerei hinter mir -
ich wollte doch nur auf ein Spielchen
in diese miese Spelunke

Ein paar Scheine machen,
damit ich den durch den Monat komme verdammt

Und jetzt ist die Kacke hier am dampfen
Jetzt ist hier alles im Arsch

Wäre ich bloß nicht in diese Bar zum Zocken gegangen
Es ist alles weg
Jeder verdammte Cent
und ich muss an diesen Typen
da an der Ecke denken

Mann, mann, mann...
ich hätte nicht gedacht, 
dass es noch schlimmer kommen könnte
und dann steht da dieser Typ mit
diesem Scheiß- Plakat in der Hand

und ich gehe in diese verfluchte Kneipe
und verspiele wirklich jeden verdammten Cent
am Kartentisch

- MM




Montag, 20. August 2018

Messer Chups


Die russische Surf-Band mit ihrem Album "Surf Riders from the Swamp Lagoon" 
aus dem Jahr 2011. Ziemlich guter Stoff! 

Mehr zur Band und ihrem aktuellen Album "Taste the Blood of Guitaracula"

Ride the Pulp Wave!


Freitag, 17. August 2018

ROGUE SHOTS: Voll der Gnade


Du bist bei mir
egal, was alle sagen

bist du noch bei mir?
bist du's?

wenn ich deine Stimme höre,
weiß ich, dass alles gut wird

lass mich nicht in dieser dunklen Ecke verrotten
denn du kannst mir Licht schenken

jenes Licht, für das alle hier im Viertel beten
auch wenn sie alles töten, was sie finden

hör nicht drauf, Mary
sie wissen es nicht besser

und ich auch nicht
ich kann es nicht

liebe für mich
lebe für mich

die letzte Zigarette
dann ist es aus

und alle lachen
und wundern sich

wofür wir durch diese Hölle gegangen sind

- MM



ROGUE SHOTS: The Dating Game


Im Wohnzimmer und in der Küche sah es aus,
als wären Ketchupflaschen explodiert,
aber es war kein Ketchup, der überall an den Wänden
und an den Möbeln klebte...

Vor sieben Monaten waren sie gemeinsam in dieses kleine Experiment eingestiegen:
zwei Singles, ein kleines (extra für die neue Show gebautes) Haus und die Herausforderung,
es zwölf Monate zusammen auszuhalten. Preisgeld: 50.000 Euro pro Person und die
Aussicht auf eine neue Liebe.
Sollte allerdings einer der beiden Kandidaten das Haus vor Ablauf der vorgegebenen Frist verlassen,
gäbe es keinen Cent.

Er und sie waren lange Single gewesen.
Er acht Jahre, sie sieben Jahre.
Sie sehnten sich nach jemandem an ihrer Seite und fanden
schließlich diese Anzeige im Internet.
Gesucht wurden ein Mann und eine Frau zwischen 20 und 50 Jahren.
Kandidaten für eine neue Dating- Fernsehshow.
Sie musste für ein Jahr in ein einstöckiges Haus ziehen.
Wohnfläche 35 Quadratmeter.
Zwei kleine Schlafbereiche. Ein kleines Wohnzimmer.
Eine kleine Küche. Ein kleines Badezimmer.
Das Haus war mit Kameras ausgestattet, nur im Badezimmer gab es keine.
Verlassen durfte man das Haus nur für eine halbe Stunde am Tag,
um sich im kleinen Hof ein wenig die Beine zu vertreten.
Natürlich war die Gefahr groß, dass man seinen Mitbewohner auf diesem engen Raum
bald störend finden könnte. Darin lag der Reiz der Show.
Man suchte Konflikte.
Die beiden Kandidaten waren sich dessen durchaus bewusst.
Aber da war halt dieses Preisgeld und die Möglichkeit einen Partner zu finden.
Sollten sie sich ineinander verlieben und das Jahr durchziehen,
würden beide mit 100.000 Euro aus dem Haus marschieren.
Ein schöner Start für eine Beziehung.
Neue Liebe. Neues Glück. Neues Geld.

Kurz bevor es zum großen Knall kam und in der kleinen Küche die Messer gezückt
wurden, ermahnte er sie noch ein letztes Mal lautstark:
"Halt jetzt deine Klappe und steh das alles nur noch ein paar Wochen durch. Ich will dieses Geld
und du versaust mir das nicht."
So hatten sich die Erfinder der Show das Drama vorgestellt. Viel Ärger, viel Geschrei,
Verzweiflung und schließlich die Bitte, endlich aufgeben und das Haus verlassen zu dürfen.

Doch schon beim ersten "Probewohnen" wurde es blutig.
Bevor die Show überhaupt ins Fernsehen kam, wurde sie schon wieder gecancelt.
Die beiden Turteltauben hatten sich gegenseitig so heftige Stichwunden zugefügt, dass selbst
die Sanitäter, die schnell hinzugerufen wurden nicht mehr viel ausrichten konnten.

Man saß in der Schaltzentrale und blickte auf die Monitore.
Keiner sagte etwas.
Sie schauten sich einfach nur die Bilder der Küche und des Wohnzimmers an
und dachten an die letzten Momente des tödlichen Kampfes.

"Jetzt ist es vorbei", hatte sie geschrien bevor sie ihm das Fleischermesser
tief in den Hals rammte und schließlich selbst verblutete.

- MM





Dienstag, 14. August 2018

Serenity


Der Noir-Thriller mit Matthew McConaughey und Anne Hathaway
soll Mitte Oktober in die US Kinos kommen, hat aber noch
keinen deutschen Starttermin. Hier trotzdem schon mal der...

Trailer




Montag, 13. August 2018

Kaffee & Krumme Type


Der Mann mit der Maske fiel ihm mit hoher Stimme ins Wort. "Jeder weiß, was du getan hast." Er hob einen Revolver.
Larry streckte die Hände zur Seite, während der Mann hinter dem Revolver auf ihn zukam. "Moment", sagte er.
Aber er kam gar nicht dazu abzustreiten, dass er vergangene Woche die kleine Rutherford oder vor fünfundzwanzig Jahren Cindy Walker entführt hatte, weil der Mann näher trat und ihm den Lauf in die Brust rammte, sodass Larry einen Moment lang Menschenaugen im Gesicht des Monsters sah, etwas Vertrautes darin erkannte. Dann hörte er den Schuss...

Krumme Type, Krumme Type, Tom Franklin

Aktueller Band (Nr. 49) aus dem legendären Pulp Master Verlag. 
Mehr großartige Noirs gibt es unter www.pulpmaster.de


Freitag, 10. August 2018

ROGUE SHOTS: Gimme Shelter


Das Frühstück bestand aus schwarzem Kaffee, aber nur eine Tasse.
Sein Magen spielte nicht mehr so mit, wie noch vor einigen Jahren.
Er schaltete den Fernseher ein, so wie jeden Morgen.
Es war kurz nach sechs Uhr.
Draußen gab es für ihn nichts mehr zu tun.

Vor gut einem Jahr war er noch als Taxifahrer nachts unterwegs.
Er hatte es gehasst. Es gab immer mehr Probleme mit den Fahrgästen.
Vielleicht lag es auch an ihm. Er wusste es am Ende nicht mehr so genau.
Aber das war egal. Er war raus und jetzt hier drinnen. Nur das zählte.
Es war ein Gefühl aus Angst und Wut, was ihn dazu veranlasste,
keinen Fuß mehr vor die Tür zu setzen.

Als Gesellschaft diente ihm sein Kater "Max", der so wie er selbst,
nichts anderes tat als fressen, schlafen, auf die Toilette gehen
und faul rumliegen.
Dort draußen gab es eh nichts mehr.
Die Menschen, der Verkehr, der Lärm, aber auch die Stille
an manchen Orten - all das verunsicherte ihn nur zu sehr.
Scheiß drauf. Er blieb lieber in seiner Wohnung, machte es sich in
seinem Fernsehsessel bequem und zappte durch die Kanäle
bis er etwas Interessantes fand.

Er war übergewichtig, hatte fast keine Haare mehr auf dem Kopf,
fraß ungesundes Essen und trank eine Menge Bier nach
seiner Frühstückstasse Kaffee.
Am liebsten bestellte er sich eine Pizza mit viel Käse drauf.
Das ging nicht allzu oft. Sein Budget war stark begrenzt.
Ab und zu rauchte er noch einen Joint zur Entspannung.
Heute genoss er beides. Die Pizza stand neben seinem Sessel auf dem
Wohnzimmertisch, seine Dose Bier in Reichweite, der Joint zwischen
seinem Zeige- und Mittelfinger eingeklemmt.
Er schaute sich gerade eine Dokumentation über Ozeane an,
als er den nassen Fleck vor seinem Fernseher bemerkte.

Ich legte den Joint im Aschenbecher ab, kniete sich vor den Apparat
und tupfte mit seinem Finger in das Wasser,
das sich dort auf dem Teppich verteilt hatte.
Der Sender sprang um.
Ein Mann mit ernster Miene blickte ihn an und flüsterte durch den Bildschirm:
"Es ist nur einen Schuss entfernt."
Der Mann im Fernseher lächelte
und schon wechselte wieder das Programm von selbst...

- MM





Mittwoch, 8. August 2018

Helter Skelter


Vincent Bugliosi / mit Curt Gentry
HELTER SKELTER
Die wahre Geschichte des Serienmörders Charles Manson

Heute vor genau 49 Jahren verließen Susan Atkins, Patricia Krenwinkel, Linda Kasabian und Charles "Tex" Watson auf Befehl eines gewissen Charles Manson die Spahn Movie Ranch im Nordwesten des San Fernando Valley in Kalifornien. Sie fuhren zum Cielo Drive, Hausnummer 10050 in Beverly Crest, etwas nördlich von Beverly Hills. In dem Haus sollte der Musikproduzent Terry Melcher wohnen. Dort lebte allerdings zu dieser Zeit Filmregisseur Roman Polanski mit seiner Frau Sharon Tate. Polanski war in jenen Tagen wegen Dreharbeiten in Europa. Die hochschwangere Sharon Tate hatte aber dennoch Gesellschaft. Ihr Ex-Freund und bekannte Star-Friseur Jay Sebring, Polanskis Freund und Drehbuchautor Wojciech Frykowski und dessen Freundin Abigail Folger (Erbin des großen Kaffee-Unternehmens) waren bei ihr. Es war ein lustiger Abend unter Freunden.
Es war bereits nach Mitternacht, der 9. August 1969, als die "ungeladenen Gäste" der "Manson Family" beim Grundstück eintrafen. Watson kappte die Telefonleitung und alle kletterten rechts über das Einfahrtstor und gingen zum Haus. Ein Auto tauchte auf. Der 18jähige Student Steven Parent hatte Hausmeister William Garretson, der im Gästehaus des Anwesens wohnte kurz zuvor besucht. Watson erschoss Parent schließlich mit seinem Revolver, Kaliber 22. Daraufhin befahl er Kasabian, sie solle beim Einfahrtstor bleiben und aufpassen. Watson stieg ins Haus ein. Atkins und Krenwinkel öffnete er von drinnen die Tür. Sie betraten das Haus und weckten kurz darauf Tate, Sebring, Frykowski und Folger auf...


Das unvorstellbare Verbrechen, das Anhänger der "Manson Family" in dieser Nacht verübten, ging in die Kriminalgeschichte ein, doch die Mordserie, die bereits Ende Juli '69 begann, war noch nicht beendet...


Vincent Bugliosi schreibt in seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe, dass er ein derartiges Medienecho noch bei keinem anderen Verbrechen erlebt hat. Es war damals sein Fall als stellvertretender Staatsanwalt des Los Angeles County District gewesen und vielleicht möchte man ihm hier eine kleine Übertreibung aufgrund seiner eigenen Rolle in der Mordanklage vorwerfen, aber tatsächlich hat, wenn überhaupt nur das JFK- Attentat ein derartiges Interesse, das noch Jahrzehnte danach anhielt ausgelöst. Auch mit diesem Fall und dem OJ Simpson Prozess befasste sich Bugliosi. Nach Manson fragen aber immer noch die meisten Leute schreibt er. Letztes Jahr starb Charles Manson am 19. November, es folgte ein Rechtsstreit wegen der Leiche von Manson, den sein Enkel Jason Freeman gewann. Ein Grab gab es nicht, es war geplant Mansons Asche auf dem Meer zu verstreuen, um laut Freeman "diesem ganzen Kult, um Manson, den es nie hätte geben dürfen endlich zu beenden und Manson Ruhe und Frieden zu schenken". Wer war dieser Charles Milles Manson?


Im Jahr 2009 lag die Mordserie der "Manson Family" 40 Jahre zurück. US- Talkshow Guru Larry King interviewte Vincent Bugliosi und die ehemalige Manson Anhängerin und Kronzeugin beim Prozess Linda Kasabian, die laut Bugliosi das einzig wirkliche "Blumenkind" der Mördergruppe war...


Nächstes Jahr im Sommer jährt sich das Verbrechen zum 50. Male. Hollywood in Person von Regisseur Quentin Tarantino hat schon reagiert und wird genau am 08. August 2019 seinen neunten Film "Once Upon a Time in Hollywood" in die deutschen Kinos bringen. Im Jahr 1976 kam der erste Film über die Manson Morde mit dem Titel "Helter Skelter" in den USA als Fernsehfilm heraus. Er beruht auf Bugliosis Buch. "Once Upon a Time in Hollywood" ist hingegen keine Adaption, sondern nach einem Drehbuch von Tarantino erzählt. Es geht um den abgehalfterten Fernsehschauspieler Rick Dalton und seinen Stuntmen Cliff Booth. Beide straucheln durch das Hollywood der späten 60er Jahre und hoffen durch ihre Kontakte einen neuen Job zu bekommen. Vielleicht sogar durch Ricks Nachbarin Sharon Tate? 
In den USA soll die Premiere bereits am 26. Juli stattfinden, also einen Tag bevor Manson Anhänger Bobby Beausoleil 1969 den Musikprofessor Gary Hinmen in seinem Haus erstach. Der erste Mord der Family. Kurz zuvor hatte Manson Hinmen mit einem Schwert das Ohr abgeschnitten.  


Für seinen Film hat sich Tarantino bereits eine interessante Besetzung zusammengebastelt. Neben Brad Pitt (Cliff Booth) und Leonardo DiCaprio (Rick Dalton) werden u.a. noch Margot Robbie (Sharon Tate), Al Pacino, Burt Reynolds und Kurt Russell dabei sein. Man darf gespannt sein...


...und kann davon ausgehen, dass es im nächsten Sommer wieder einige neue Dokus, Interviews und Reportagen in den Medien zum Thema Charles Manson geben wird. Vielleicht sogar ein Buch?! Der Blogue kommt ihnen zuvor und möchte schon jetzt auf Vincent Bugliosis Mammutwerk "Helter Skelter" verweisen. Erstmals 1974 erschienen, in zahlreiche Sprachen übersetzt und bis heute fast zehn Millionen mal verkauft, gilt es als erfolgreichstes True Crime Buch aller Zeiten. Es wäre also vielleicht mal wieder so weit, den Wälzer in die Hände zu nehmen und entweder endlich zu Ende zu lesen oder gar ganz neu zu beginnen.  
"Helter Skelter" ist ein großes Stück Kriminalgeschichte und eine unglaublich detaillierte Aufarbeitung eines der berühmtesten Mordfälle überhaupt. Vincent Bugliosi und Autor Curt Gentry schufen ein zeitloses Werk über einen Mann namens Charles Manson, über das vermeintliche Ende der Hippie Ära, über Hollywood, über Wahnsinn, Sex, Drugs, Rock n' Roll & Murder. 

788 Seiten, ISBN 978-3-7423-0249-6, riva Verlag, 16,99 Euro



Dienstag, 7. August 2018

I am a Killer


Insassen im Todestrakt erzählen ihre Geschichte...
Sehr gelungene neue True Crime - Reihe aus dem Hause Netflix...

Trailer


Montag, 6. August 2018

Ein wahres Monster


Emil Ferris
AM LIEBSTEN MAG ICH MONSTER

B-Movies, Pulp Magazine und alte Horrorfilme. Bleiben wir ein bisschen beim Thema, aber bauen wir die Brücke zu einer ganz besonderen Veröffentlichung in diesem Jahr...
Es hat vielleicht lange gedauert, aber dann musste sie es uns einfach erzählen: die Geschichte der zehnjährigen Karen Reyes im Chicago der späten 60er Jahre. Doch sie lebt nicht nur in jener Großstadt im Bundesstaat Illinois, sondern auch in ihrem ganz persönlichen Pulp- Universum, in der die kleine Karen sich selbst als Werewolf bzw. als Außenseiterin sieht und was diese junge Träumerin noch so alles sieht und entdeckt, erzählt sie uns in ihrem extravaganten Tagebuch...
Illustratorin Emil Ferris hat nun mit Mitte 50 ihre erste Graphic Novel auf den Markt gebracht und was für eine. Darin verarbeitet sie ihre Kindheit - ihre Träume, ihre Wünsche, ihre Ängste und ihre ganz persönlichen Abenteuer in turbulenten gesellschaftlichen Zeiten. Wunderbare Zeichnungen auf liniertem Journal-Papier, nachgemachte Cover von alten Pulp- Magazinen, alles in Sinne ihrer kreativen Ausschweifungen. Man merkt, dass in dieses Werk viele Erfahrungen und viel Herzblut eingeflossen sind. So ein Buch schreibt man mal nicht so nebenbei und so ein Buch liest man auch nicht mal eben so nebenbei. Für "Am liebsten mag ich Monster" sollte man sich Ruhe und viel Zeit nehmen.
Emil Ferris, die in einer Künstler-Hippie Familie aufgewachsen ist hat während des Heilungsprozesses ihrer Lähmung nach einem Moskito-Stich im Jahr 2001 mit der Arbeit an der Graphic Novel begonnen. 2016 kam der Band auf dem amerikanischen Markt heraus und wurde ein großer Erfolg. Erst kürzlich gewann Ferris den Eisner Award (also den Oscar für Comics) als beste Künstlerin. Insgesamt gewann das Buch dreimal den Eisner Award, einmal den Ignatz Award und wurde für den Hugo Award nominiert. Aber diese Informationen nur am Rande. Es geht um so viel mehr - um mehr als um Monster, oder die Liebe zu alten Groschenheften. Es geht um mehr, als um eine Detektivgeschichte eines kleinen Mädchens, die den (Selbst-)mord ihrer Nachbarin aufklären will. Es geht um mehr, als ums Erwachsenwerden in einer amerikanischen Großstadt Ende der 60er Jahre als halbe Mexikanerin. Es geht um mehr, als die Liebe zur Kunst. Es geht um Karen Reyes und wer dieses Mädchen versuchen will zu verstehen, muss "Am liebsten mag ich Monster" lesen. Ein absolutes Meisterwerk unter den Graphic Novels der letzten Jahre. Monströs!

420 Seiten, ISBN 978-3-74160808-7, Panini Comics, 39,00 Euro







Sonntag, 5. August 2018

Revenge


es ist Zeit, ein paar Leuten in den Arsch zu treten...
...ab 23. August für's Heimkino....

Trailer



Mittwoch, 1. August 2018

The Great Corman


...und weil wir gerade bei Willefords "Hahnenkämpfer" den großen Independent Film -oder B-Movie (auch wenn Corman diese Bezeichnung nicht mag) König - oder nennen wir ihn "King of Pop Movies", Mr. Roger Corman nicht unerwähnt ließen, nutzt der Blogue die Gelegenheit und zeigt hier noch mal eine fantastische Doku, über den Mann, der so vielen Regisseuren und Schauspielern den Weg auf die große Kinobühne geebnet und zum Teil unvergessliche Pulp-Knaller auf die Leinwand oder den Fernseher gezaubert hat...





Dienstag, 31. Juli 2018

Der geborene Kämpfer


Charles Willeford
HAHNENKÄMPFER
plus Cockfighter-Tagebuch

Eine Geschichte über einen Mann, der sich mit Hahnenkämpfen durchs Leben schlägt und sich irgendwann nach einer durchzechten Nacht schwört, nicht mehr zu sprechen, bis er zum besten Hahnenkämpfer des Landes geehrt wird. Eine Geschichte, die im Süden der USA spielt und lose auf Homers "Odyssee" beruht. Das ist Willefords "Hahnenkämpfer". Ganz kurz und knapp zusammengefasst. Aber über Willefords "Odyssee", seine Schreibe und sowieso sein Leben könnte man so viel mehr erzählen . Er gehört zu den besten amerikanischen Autoren. Seine Hoke Moseley- Reihe, die in Miami spielt ist ein großes Stück Pulp-Noir Geschichte. Seine ersten Bücher haben dieses Genre definitiv mitbestimmt. Autoren wie Chester Himes oder Jim Thompson werden immer wieder zum Vergleich herangezogen, aber auch Südstaaten-Schreiber wie Faulkner oder Woodrell werden genannt, doch Willeford ist und bleibt ein Original. Zynisch, direkt und authentisch bis zum letzten Staubkorn auf einer einsamen Landstraße irgendwo am Arsch der Welt.
Im Jahr '62 schickt er Frank Mansfield hinaus in die harte Welt des Hahnenkampfes im Süden er USA. Nicht ganz legal, aber wiederum auch nicht verboten. Im Süden machte man sich eine eigene Regeln und die Cops spielten mit. Voller Leidenschaft und Ehrgeiz getrieben will Mansfield der beste Hahnenkämpfer des Landes werden. Egal, was auf dem Spiel steht oder wie lange er dafür hungern oder hintergehen muss.  Man muss Willefords Protagonisten nicht mögen. Helden werden in diesem Roman nicht geboren. Mansfield erschwert sich seine Situation sogar noch, weil er sich selbst schwört, bis zum großen Triumph zu schweigen. Sinnbildlich für die Atmosphäre der Geschichte. Nicken und Kopfschütteln. Halt dein Maul und nimm es hin. Geh weiter oder hör auf, aber rede nicht so viel um den heißen Brei herum. Ein Männerroman der alten Schule. Das ist der raue Süden. Das ist Amerika. Das ist Willeford.

Charles Willeford (mitte) mit Hauptdarsteller Warren Oates (links) und Regisseur Monte Hellman

Anfang der 70er Jahre sicherte sich B-Movie Legende Roger Corman die Rechte am Buch. 1974 kommt der Film in die Kinos. Ähnlich wie das Buch, bleibt der Film ein kleiner Geheimtipp aus der Independent-Ecke. Als interessanten Bonus dieser Neuübersetzung hat der Alexander Verlag noch das "Cockfighter Tagebuch", das jahrelang als echte Rarität galt veröffentlicht. Mit einem Vorwort von Autor James Lee Burke, der damals maßgeblich an der Veröffentlichung der amerikanischen Ausgabe des Tagebuchs beteiligt war. Willeford hält seine Gedanken zu den Dreharbeiten und seiner Arbeit als Drehbuchautor fest. Ehrliche und interessante Einblicke eines großartigen Schriftstellers, der zwar das Filmgeschäft nicht verflucht hat, aber bei den Hoke Moseley Adaption Jahre später dankend ablehnte.

430 Seiten, ISBN 978-3-, Alexander Verlag Berlin, 22,90 Euro





Trailer



Film




Donnerstag, 26. Juli 2018

ROGUE SHOTS: Immer weiter


Ich weiß, ich bin verdammt lange gelaufen.
Alles was ich noch besitze, steckt in diesem alten Koffer.
Haben Sie ein Zimmer für mich?
Ich brauche es eh nur für eine Nacht und dann zieh ich weiter.
Nein, ich mache mir keine Sorgen um irgendwas.
Ich werde aber noch meine Familie besuchen.
Die wohnen alle verstreut im Land.
Hier, sehen Sie mal das Foto. Alle da.
Wie viel macht das für eine Nacht?
Gut. Das kann ich mir gerade noch leisten.
Ich mache mir aber keine Sorgen.
Niemand ist hinter mir her.
Viele haben nur zufällig denselben Weg.
So allein, wie es den Anschein macht bin ich gar nicht.
Danke.
Welche Zimmernummer?
238?
Das macht zusammen 13.
Das passt doch.
Ich muss jetzt aufs Zimmer.
Das ist ja eine Hitze da draußen. Verrückt.
Ich werde mich jetzt aufs Bett hauen und
versuchen zu schlafen.
Morgen ganz früh muss ich schon wieder weiter.
Aber das macht nichts.
Ich werde schon ankommen.
Falls jemand auftaucht und nach mir fragt,
sagen Sie doch bitte, Sie hätten mich nicht gesehen.
Einverstanden?
Vielen Dank.
Das ist wirklich sehr nett von Ihnen.
Ich weiß das zu schätzen.
Machen Sie es gut.
Wir sehen uns morgen. Ganz früh.
Dann trinke ich eine Tasse Kaffee
und ziehe weiter.

- MM



Mittwoch, 18. Juli 2018

Castle Rock


Leider noch ohne deutschen Termin -
dies sollte sich allerdings bald ändern...

Hier der US Trailer...



Dienstag, 17. Juli 2018

Hier spricht der Sohn des Zodiac...


Gary L. Stewart / mit Susan Mustafa
DER ZODIAC KILLER
Wie ich meinen Vater suchte und eine Bestie fand

Das behauptet zumindest der Autor Gary L. Stewart und will damit eines der spannendsten Rätsel der Kriminalgeschichte lösen. Wer war der Zodiac Killer? Im Zeitraum zwischen Dezember 1968 und Oktober 1969 mordete er im Norden Kaliforniens. Er wurde letztendlich nie geschnappt. Viele kennen die Theorien um den mysteriösen Killer, der damals den Zeitungen Briefe mit kodierten Nachrichten schickte, in denen er seine Identität verbarg oder dies zumindest in seinen Briefen behauptete. Bis heute gibt es zahlreiche Verdächtige und immer wieder treten Menschen an die Presse oder Polizei heran und erzählen ihnen, dass es ihr Vater oder ein anderer Verwandter oder Bekannte bzw. alter Freund gewesen sei. Zu denen zählt seit 2014 auch Gary L. Stewart, der mit seinem Buch viel Neugier geweckt hat.
Schafft es Stewart tatsächlich den fast 50 Jahre alten Fall zu knacken? Wenn man einigen Theorien glauben möchte, fing der Zodiac schon viel früher an zu morden. Bereits am 30. Oktober 1966 soll er die Studentin Cheri Jo Bates mit einem Messer brutal ermordet haben. Hier gab es bereits ein Bekennerschreiben, allerdings auf Maschine getippt und noch ohne Zodiac Vermerk. Auch Stewarts Buch zufolge war dies der Anfang einer von Rachegelüsten geprägten Mordserie, eben die seines Vaters.
Garys Geschichte hat tatsächlich ein paar sehr interessante Ansätze und spannend erzählt ist sie ebenfalls. Einst von seinem Vater, Earl Van Best Jr., genannt Van im März '63 in einem Treppenhaus ausgesetzt, weil die Mutter noch minderjährig und beide auf der Flucht vor der Polizei waren. Kurz darauf ging auch die damalige skandalöse Beziehung der Eltern in die Brüche. Gary wurde adoptiert und erhielt im Mai 2002 eine Nachricht von seiner leiblichen Mutter. Der Stein kam ins Rollen, denn Gary hatte so einige Fragen. Diese Fragen führten ihn letztendlich zu der Überzeugung, dass sein Vater, Earl Van Best Jr. der berüchtigte Zodiac Killer sei. Es gibt tatsächlich einige merkwürdige und sehr verdächtige Übereinstimmungen und Stewart schafft es auch ein ziemlich gutes Täterprofil seines Vaters, sowie ein Motiv zu liefern. Doch können diese Mutmaßungen überzeugen? Dies sollte jeder für sich selbst bestimmen. Denn es gab da ja noch andere Verdächtige: Arthur Leigh Allen zum Beispiel, der lange Zeit als Hauptverdächtiger galt, aber nach einigen Untersuchungen als Täter ausgeschlossen wurde, was aber einige Zodiac Experten bis heute nicht ganz überzeugt. Hinzu wurden über die Jahre weitere Namen ins Spiel gebracht.
Letzten Mai ging der Zodiac Fall erneut durch die amerikanischen Medien. Die Ergreifung des "Golden State Killers" hat einige alte ungelöste Fälle befeuert. Eine neue DNS- Analyse soll schlussendlich nun auch Licht in den mysteriösen Zodiac Fall bringen. Mit Speichelproben der angeleckten Briefmarken und Umschläge sollen Verdächtige ausgeschlossen bzw. bestätigt werden. Kommt also demnächst tatsächlich der große Durchbruch im Zodiac Fall? Lag Gary L. Stewart mit seiner Behauptung richtig? Jeder, der spannende True Crime Stories mag und eine hochinteressante und zum Teil schon verrückte Familiengeschichte gerne noch dazu nimmt, sollte sich Stewarts Buch unbedingt lesen.

432 Seiten, ISBN 978-3-404-60847-8, Bastei Lübbe, 9,99 Euro


Gary L. Stewart über sein Buch:



Gute Doku über den Zodiac Killer:


Mittwoch, 11. Juli 2018

40 Jahre später


Ein Klassiker wird 40 und gleichzeitig wieder zu neuem Leben erweckt...
1978 beeinflusste John Carpenter mit seinem maskierten Killer
Michael Myers maßgeblich das Horror-Genre...
...ab Oktober (wann auch sonst?) schaut er wieder vorbei, auch bei uns...

Trailer


Interessante Doku zum Kult:




Dienstag, 10. Juli 2018

ROGUE SHOTS: Mrs. Sandman



Sie erwachte in einem fremden Zimmer, einem Hotelzimmer.
Sie blickte sich um. Sie trug nur ihre Unterwäsche.
Bis auf ihre Zigaretten und eine halbleere Flasche Champagner konnte sie nichts finden.
Bis sie aufstand und ins Bad ging.
Dort lag ein nackter Mann in der Badewanne.
Das Wasser war mittlerweile kalt.
Seine Augen weit aufgerissen. Er schien tot zu sein.
Doch nirgends war Blut zu sehen.
Was war passiert?
Von nebenan hörte sie Musik. Sie kannte das Lied.
Es waren die Chordettes. Mr. Sandman.
Wie war sie hier her gekommen?
Wer war dieser tote Mann in ihrer Badewanne?
Sie bekam Angst.
Wenigstens dieses Gefühl schien ihr vertraut.
Es klopfte an der Tür.
Sie erschrak, warf sich ein großes Handtuch um und öffnete.
Ein Mann in einem schwarzen Anzug stand vor ihr.
"Wie geht es Ihnen, Madame?" fragte er mit einem starken französischen Akzent.
"Was geht hier vor?" fragte sie.
"Machen Sie sich keine Sorgen. Die Presse wird nichts davon erfahren."
"Wer bin ich?"
"Alles wird in Ordnung gebracht", sagte der Mann.
"Da ist ein toter Mann in meinem Badezimmer."
"Wir kümmern uns darum. Warten Sie einfach hier und schließen Sie dir Tür", sagte er und verschwand.
Sie schloss die Tür und setzte sich auf ihr Bett.
Das Lied von nebenan fing wieder an zu spielen und sie versuchte sich zu beruhigen, während sie einfach nur zuhörte...

- MM






Mittwoch, 27. Juni 2018

Lynchs Traumwelten


David Lynch / Kristine McKenna
TRAUMWELTEN

Wenn wir mit seiner Arbeit konfrontiert werden, ergibt sich daraus möglicherweise ein eigenartiges Staunen oder auch Entsetzen. Die Neugier wird geweckt, aber auch die Frage, was uns der Künstler David Lynch mit diesem (Kurz oder Spiel)Film, dieser Serie, diesem Bild oder diesem Song sagen will. Einige werden seine Werke, besonders seine Filme lieben, andere werden sie komplett ablehnen bzw. diese Art der Kunst nicht an sich heranlassen. Wer sich ihr hingibt und nicht unbedingt alles verstehen möchte, dem wird es möglich gemacht, auf eine besondere Reise zu gehen oder um den Titel seiner aktuellen Biografie zu benutzen: in eine Traumwelt einzutauchen - das trifft es durchaus am besten. Doch unweigerlich stellt sich vielleicht der ein oder andere auch die Frage nach dem Ursprung dieser Träume. Wo liegt die Quelle von Lynchs Inspiration und kann ein Buch darauf eine Antwort geben? Lynch merkt es schon im Vorwort an, dass dies gar nicht möglich ist. Das Leben ist zu vielseitig und zu komplex, als es tatsächlich in einem einzelnen Buch komplett zu sezieren und zu erklären. Trotzdem hat Lynch, in Zusammenarbeit mit der Journalistin und Autorin Kristine McKenna seine Lebensgeschichte nun erzählt...

768 Seiten, ISBN 978-3-453-27084-8, Heyne Encore, 25,00 Euro


Aufgewachsen in einem typisch klassischen amerikanischen Szenario, in den goldenen 50ern im mittleren Westen der USA, in der "kleinen Großstadt" Boise im Bundesstaat Idaho. Der Vater studierte Insektenkunde und arbeitete anschließend als Forscher, die Mutter Hausfrau, Lynch hat einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester. Es ist das gute "all american Life", in dem David aufwächst. Und so schön es sich anhört, es war wohl genau dieses Idyll, das so störte. Schaut man sich die düsteren und verstörenden Geschichten, die Lynch erzählt an, bringt man dies nicht unbedingt mit einer ausgeglichenen, wundervollen Kindheit in Verbindung. Lynch wurde oft nach seiner Kindheit oder Teenagerzeit befragt oder auch nach Drogenexzessen oder sonstigen außergewöhnlichen Einschnitten in sein Künstlerleben. Doch nichts dergleichen fand statt. Er ging den Weg des Künstlers, allerdings ohne Exzesse. Er schnitt sich kein Teil seines Ohres ab und steckte sich irgendwann auch kein Gewehr in den Mund. Lynch liebt Kaffee, Cola und Zigaretten. Mehr Laster gibt es nicht. Lynchs größte Inspiration war das Leben und die Menschen um ihn herum. Er sah all dies mit anderen Augen. Seine Jugendjahre im ländlichen Städtchen Boise in Idaho, gefolgt vom chaotischen, dreckigen, düsteren Stadtleben in einem ziemlich heruntergekommenen Stadtviertel in Philadelphia während seiner ersten Künstlerjahre. All dies übte großen Einfluss auf seine zuküftige Arbeit aus.
McKenna recherchierte und schrieb ihre Ergebnisse auf, Lynch überprüfte, gegebenenfalls korrigierte und schrieb seine Sicht der Dinge zu vorangegangenen Recherchen über sein Leben. So funktioniert die Biografie im Wechselspiel zwischen Lynch und McKenna und eröffnet so dem Leser eine etwas breitere Sichtweise auf jedes Kapitel und jeden Abschnitt in Lynchs Leben. Interessant und spannend, ohne überflüssiges Gesäusel über die erste Eistüte mit dem Vater oder ähnliche Rückblicke. "Traumwelten" entführt den Geist und inspirierend ihn. Alles gut dosiert und frei von Skandalen. Was man natürlich von seinen Filmen nicht unbedingt behaupten kann. Von verstörenden Bildern des Familienlebens in "Eraserhead", über die harten Erkenntnisse des Lebens eines jungen Menschen in "Blue Velvet" bis hin zum Meisterwerk des Twin Peaks-Schöpfers und gleichzeitig zu einem der genialsten Film Noirs der Geschichte: "Mulholland Drive". Lynch erzählt in seinem Buch natürlich auch ein wenig von den Entwicklungen und Dreharbeiten der einzelnen Filme. Er schreibt von seiner Liebe zum Kino, zur Kunst, zur Musik und einfach zum Leben und führt uns in seiner ganz besonderen Art durch die dunklen kurvigen Straße, irgendwo oben, zwischen den Hügeln Hollywoods...



Grandioser Soundtrack von Komponist Angelo Badalamenti
zum Film...


Donnerstag, 21. Juni 2018

ROGUE SHOTS: Bitch-Hiker


Sie saß auf ihrem Koffer am Straßenrand des Highways und hielt den Daumen nach oben. So sexy wie sie aussah, sollte es nicht lange dauern, bis der erste Fernfahrer auf die Bremse treten würde und so kam es kurz darauf auch. Er ließ sie einsteigen und begutachtete mit einem Lächeln ihre hübschen Beine.
Am nächsten Tag wurde seine Leiche etwas abseits der Interstate 15, in der Nähe von Barstow gefunden. Jemand hatte ihn in den Kopf geschossen und tot in der Wüste liegen lassen. Der LKW wurde 20 Meilen weiter westlich auf der State Route 58 bei einer Raststätte sichergestellt. Besucher der Raststätte erzählten den ermittelten Detectives, dass eine junge attraktive Frau aus dem Lastwagen gestiegen und dann zu Fuß weiter Richtung Highway gegangen sei.
Dort hätte sie wohl nach einer weiteren Mitfahrgelegenheit gesucht.
Einen Tag darauf wurde eine weitere Leiche kurz vor Bakersfield entdeckt...



Mittwoch, 20. Juni 2018

Ellroys L.A. (Teil 4)


Wir sind wieder in Los Angeles und schreiben das Jahr 1958. 
Wir begeben uns auf die vierte und somit letzte Fahrt durch 
James Ellroys erstes L.A. Quartett. 
Ein zweites Quartett ist bereits in Arbeit und startete bereits im Jahr 2014 mit "Perfidia". 
Mit dem Roman "White Jazz" schloss der Meister den ersten Teil seiner Reihe ab. 
Von vielen als der schwächste Band des Quartetts bezeichnet, aber stimmt das wirklich?


WHITE JAZZ

Dave Klein. Ein eher zwielichtiger Bulle des LAPD, ganz nebenbei auch noch Anwalt und gut befreundet mit Mobster Mickey Cohen. Nicht nur, dass der gute Dave bald vom legendären Howard Hughes um Hilfe gebeten wird, mehr über die blonde Schönheit Glenda Bledsoe herauszufinden (Herzschmerz vorprogrammiert), sondern er muss sich auch noch um unerwünschte Politiker in Los Angeles, einen wahnsinnigen Killer, der Obdachlose zerstümmelt und jede Menge Pelzmäntel kümmern. Privates und berufliches mischt Lt. Klein gerne mal zusammen. Wer weiß was letztendlich alles so für ihn dabei herumkommt?
Leider muss er sich dabei stets mit den Befehlen seines Chefs Ed Exley herumschlagen. Dave Klein gerät mehr und mehr in einen Strudel aus Gewalt und Korruption. So kennen wir es aus Ellroys Büchern. Es gibt viele alte Gesichter, aber auch gleich mal ein paar neue...
Dudley Smith ist wieder dabei. Eben genannter Ed Exley und der gute Mickey Cohen, darf nach seiner Haftentlassung auch noch ein wenig in Los Angeles mitmischen.
Dave Klein wiederum ist neu im Quartett. Ein schwieriger Charakter, der neben seinen krummen Dingern, auch tatsächlich ein paar gute Eigenschaften an sich hat. Einen unbequemen Zeugen aus dem Fenster zu werfen, gehört allerdings nicht dazu...
Ellroy ist wieder unterwegs in seinem Asphalt-Dschungel - auf seinem gewohnten Terrain. Seine Bücher zeugen von komplexen Handlungssträngen und vielschichtigen Figuren, die man tatsächlich erstmal besser kennen lernen muss und sollte. Es ist stets die Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit und ohen Licht, mitten in der Nacht auf der falschen Seite der Straße. Blutige Karambolage folgt...
"White Jazz" schließt die L.A. Tetralogie wunderbar ab und ist meiner Ansicht nach nicht der schwächste Teil der Reihe. Jedes Buch hatte seine Stärken und mitunter auch Längen, aber ist als vierteilige Noir-Saga als ganz großes Werk anzusehen. "Die schwarze Dahlie" gibt eine sehr gute Einführung in Ellroys Welt, die vielleicht nicht immer ganz einfach zu verstehen ist, aber so unglaublich neugierig macht, dass man nicht anders kann, als ihr zu verfallen. Ein wahres Meisterstück des Noir Genres. Düster und böse!
Bleibt also dran und nicht vergessen, Fans: Hier habt ihr es zuerst gehört, ganz im Vertrauen, ganz heimlich, ganz Hush-Hush...

576 Seiten, ISBN 978-3-548-29013-3, Ullstein Verlag, 14,00 Euro


Der "American Dog"...