Dienstag, 6. März 2018

McMafia von Misha Glenny

Misha Glenny
McMAFIA

Der britische Journalist Misha Glenny kennt Osteuropa. In den 1990er Jahren berichtete er für die Zeitung The Guardian und dann für die BBC als Europa-Korrespondent über den Konflikt in Jugoslawien. Glenny hat einiges mitbekommen und recherchiert. Insgesamt schrieb er sechs Bücher über kriminelle Machenschaft unter dem Deckmantel der sogenannten Weltwirtschaft. Krumme Geschäfte gibt es überall auf der Welt und besonders oft führten die Wege zwielichtiger Abkommen einflussreicher Politiker und Geschäftsmänner durch osteuropäische Staaten. Jene Region findet sich in Glennys Büchern immer wieder. Er beißt sich fest und lässt einfach nicht mehr los. Investigativer Journalismus der durch Wände schlägt. Sachlich zusammengetragen und einwandfrei dargelegt. Misha Glenny weiß, wie man aufklärt, trotzdem sollte man aufpassen, dass man bei all den Verstrickungen und Namen, die sich in der internationalen organisierten Kriminalität so die Hand und manchmal auch die Kugel reichen nicht den Überblick verliert.
Es handelt sich um ein weitreichendes Netz, dessen Fäden in alle Richtungen reichen. Was einem bei diesem ausgezeichneten fast 600seitigem Dokument unserer Zeit immer wieder in den Sinn kommt, ist die Frage, ob es denn tatsächlich jemals ein Mittel gegen Habgier, Korruption und Täuschung auf politischer und wirtschaftlicher Ebene geben wird. Wahrscheinlich nicht. Was man tun kann, ist weiter aufzuklären und zu recherchieren. Tiefer in den Abgrund zu blicken und noch mehr als Licht zu bringen. Das könnte vielleicht helfen. Misha Glennys Bericht liefert eine eindrucksvolle Vorlage für weitere großartigen Arbeiten.
Mittlerweile dürfen sich Zuschauer auch schon über eine Fernsehserie freuen. Kein Wunder. McMafia bietet genügend Zündstoff. 2008 bereits erschienen, nun im Tropen Verlag in einer überarbeiteten und ergänzten Neuauflage.

599 Seiten, ISBN 978-3-608-50379-1, Tropen Verlag, 14,95€


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