Sonntag, 29. April 2018

Die Frau im Mond

Andy Weir
ARTEMIS

Auf dem Mond ist vieles anders, aber manche Dinge sind auch knapp 385.000 Kilometer entfernt genau wie hier: der nackte Kampf ums nötige Kleingeld, denn money makes the moon go round. Das weiß auch die kesse Triggerin Jazz Bashara. Trigger sind Kuriere auf dem Mond, doch diese Tätigkeit bringt ihr gerade genug ein, um über die Runden zu kommen. Da ist das Schmuggeln von einigen besonderen Waren schon um einiges lukrativer.

Schon als Kind kam Jazz in die Mondstadt...

Ich lebe in Artemis, der ersten und bislang einzigen Siedlung auf dem Mond. Sie besteht aus fünf riesigen Kugeln, die wir "Blasen" nennen. Die Hälfte der Kugeln liegt unter der Oberfläche, wodurch Artemis exakt so aussieht wie eine Mondstadt in den alten Science-Fiction-Romanen...

Im Stil dieser alten Science-Fiction Romane -pulpig, dramatisch und leicht verspielt- erzählt Weltraum-Kenner Andy Weir die Geschichte einer jungen Frau, die nicht nur hart im Nehmen ist, sondern auch noch überzeugend die ganze Story tragen kann. Weir macht aus Jazz eine coole Protagonistin, aber keine, die sich in unzähligen Klischees verliert. Auch wenn der Kampf der armen Heldin, unter den reichen zwielichtigen Gestalten ein bisschen abgegriffen scheint, kann "Artemis" durch gute Beobachtung und unaufgeregte Erzählstruktur punkten. Die Story kommt langsam in Fahrt und zieht einen bis zum Schluss mit. Wir begleiten Jazz gerne von der dunklen Seite des Mondes bis ins erlösende Licht, sofern eins leuchten wird...

Es ist teuer, hierherzukommen und unglaublich teuer, hier zu leben. Aber eine Stadt kann nicht allein aus reichen Touristen und exzentrischen Milliardären bestehen. Sie braucht aus Angehörige der Arbeiterklasse. Von J. Stinkreich Raffzahn III. erwartet man schließlich nicht, dass er seine Toilette selbst putzt, oder?
Einer dieser kleinen Leute bin ich.

Jazz bewegt sich stets am Abgrund, bis sich ihr eine einzigartige Chance bietet und diese gilt es zu nutzen. Andy Weir hat sich mit seinem Bestseller "Der Marsianer" bereits einen Namen gemacht. Ridley Scotts Verfilmung trug natürlich seinen Teil dazu bei. Nun könnte oder wird wohl "Artemis" einen ähnlichen Weg beschreiten und man darf sich auf eine Adaption für die Leinwand freuen, denn Artemis hat alles, was ein intelligentes und spannendes Weltraum- Abenteuer ausmacht. Alte Sci-Fi Schwergewichte wie Dick, Verne oder Wells würden mit Sicherheit ihren Hut ziehen. Weir ist auf einer ganz besonderen Reise. Es bleibt zu hoffen, dass er so schnell nicht landet.

432 Seiten, ISBN 978-3-453-27167-8, Heyne Verlag, 15,00 Euro


Freitag, 20. April 2018

Black Grease


But I give give give give
I give what I can give
So just give give give give
Give me what you have, dear



Donnerstag, 19. April 2018

ROGUE SHOTS: Am Ende des Flurs


Vor einem Jahr verschwand sie
in einem Motel auf unserer Hochzeitsreise
seitdem begegnet sie mir nur noch
in meinen Träumen

so wie in dieser einen Nacht...

ich wurde auf der Couch wach,
stand auf und
folgte diesem Geräusch,
das wie ihr Atmen klang

die Tür am Ende des Flurs
stand einen Spalt offen
ich schob sie weiter auf
und sah sie dort auf dem Sessel
neben unserem Bett sitzen

ich wollte hinein,
doch es ging nicht
etwas hielt mich zurück,
also sah ich ihr nur zu

sie saß einfach da,
sexy wie sie halt war
und rauchte eine Zigarette
einfach so,
einfach sie,
als wäre überhaupt nichts passiert

- MM


Mittwoch, 18. April 2018

Skandal


Jener Sender, der wirklich nicht mit B-Movie-Trash Perlen
geizt, gibt ab dem 24. April wundervolle Skandalvorstellungen...

...mit richtig guten Streifen - Pulp, Noir, alles dabei...

Mehr Infos gibt's hier: Tele 5 Special Skandal Filme






Wünsch dir was


Stephen King & Richard Chizmar
GWENDYS WUNSCHKASTEN

Ein junges Mädchen, ein mysteriöser Fremder und ein Kasten, der Wünsche erfüllt. King hat gerne Kinder oder Jugendliche in seine Geschichten als Hauptfiguren eingebaut. Diese Naivität, diese Unschuld und diese Neugier, die junge Menschen auszeichnet, kitzelt den Schrecken so lange heraus, bis er schließlich alles übernimmt. Diesmal holt sich der Meister des Horrors einen Co-Autoren ins Boot. Richard Chizmar ist mehrfach ausgezeichneter Fantasy- und Horrorautor, u.a. bekam er zweimal den "World Fantasy Special Award", außerdem gibt er das Literaturmagazin "Cemetery Dance" heraus und ist Verleger von "Cemetery Dance Publications", wo die amerikanische Version von "Gwendys Wunschkasten" erschien. Seit 2002 ist er auch an einigen Film- und Serienproduktionen beteiligt. Also durchaus jemand, der einen dicken Koffer voller düsterer Ideen mitbringt. Inwieweit beide sich den Stift während des Schreibprozesses zugespielt haben, weiß man nicht genau, aber das Resultat ist ein gelungener Kurzroman, der immer wieder gekonnt kleine Stiche unter die Haut setzt.
Im Mittelpunkt steht die junge Gwendy, die -unzufrieden mit ihrem Körpergewicht- eines Tages von dem schwarz gekleideten Richard Farris auf einer Bank in Castle Rock einen kleinen Kasten aus Mahagoni geschenkt bekommt. Dieser soll ihr Wünsche erfüllen oder in erster Linie ihr helfen, schlanker zu werden. Man denkt unwillkürlich an verschiedene ältere Stories von King, wie zum Beispiel "Carrie", "Der Fluch" oder "In einer kleinen Stadt".  Natürlich weiß man, wenn King am Werk ist, werden schlimme Dinge passieren. Was mit harmlosen Wünschen beginnt, könnte bald die ganze Welt ins Angst und Schrecken versetzen. Das Schicksal spielt verrückt und einmal mehr in Kings Romanen sollten sich die jungen Menschen genau überlegen, was sie sich wünschen, denn es könnte letztendlich tatsächlich in Erfüllung gehen.
Dieser Kurzroman zeichnet einen Spannungsbogen, den man aus guten King Büchern kennt und Chizmars zusätzlichen bösen Kräuter runden dieses Grusel-Süppchen perfekt ab. Langsam und schleichend kommt das Unheil um die Ecke und wenn es zupackt, gibt es so leicht kein Entkommen mehr. Kurz und gut. Eine kleine Horror oder besser gesagt Mystery- Geschichte, die eigentlich keine Wünsche offen lässt. 

128 Seiten, ISBN 978-3-453-43925-2, Heyne, 10,00 €


Donnerstag, 12. April 2018

ROGUE SHOTS: Honeymooners


Sie waren in den Flitterwochen
und machten auf ihrem Weg
Richtung Westen in einem Motel halt...

Er stand gerade unter der Dusche,
als er einen kurzen schrillen Schrei vernahm.
Danach war nur noch der Fernseher zu hören.
Er griff sich ein Handtuch und
ging ins Schlafzimmer.
Sie war verschwunden
und durch das Fenster konnte er ein
grelles Licht erkennen.
Schützend hielt er sich die Hand vor die Augen,
einen Augenblick später war es nicht mehr zu sehen.

Durch das Fenster sah er hinaus und sah
nur noch den finsteren Schrottplatz,
direkt hinter dem Motel.
Er zog sich etwas über
und rannte zur Rezeption.

Der ältere Typ hinter dem Tresen
saß auf einem Hocker und las in der Tageszeitung.
Der junge Mann war ganz aufgeregt und fragte,
ob man an der Rezeption mitbekommen habe,
was passiert sei.
Seine Frau sei verschwunden.

Der ältere Typ schaute nicht mal auf und
sagte nur: "Stellen Sie keine Fragen,
manchmal kommen sie und holen jemanden."

- MM


Dienstag, 10. April 2018

The Meg


Feinster Monsterhai- Trash mit schönem Gebiss
...ab 30. August bei uns im Kino...

Nach der gleichnamigen Buchreihe von Steve Alten

Trailer


Samstag, 7. April 2018

BOOK SHOTS: Nachmittage mit Mördern


"Wissen Sie, ich wollte nur eine Quittung, und da sagt er: 'Für eine Quittung muss man aber was tun. Nichts gibt's umsonst auf der Welt.'"
Sie sprach in gedämpftem, doch eindringlichem Ton und beugte sich dabei über den Tisch und der weite Ausschnitt ihres T-Shirts ließ ihre straffen Brüste sehen. "Einmal zur falschen Zeit am falschen Ort, schon ist das Leben befleckt."

- Quittung, Nachmittage mit Mördern, Sibylle Tamin




Freitag, 6. April 2018

Fahrenheit 451


Nach Francois Truffaut im Jahr 1966, kommt nächsten Monat 
eine neue Verfilmung von Ray Bradburys Klassiker...
aber vorerst nur beim US- Bezahlsender.
Mal schauen, wann der Film bei uns einschlägt...

Trailer



Erstmals als "The Fireman" im Februar 1951 erschienen...


Donnerstag, 5. April 2018

Mittwoch, 4. April 2018

Süßes oder Saures?!


Jeph Loeb & Tim Sale
BATMAN: DAS LANGE HALLOWEEN

Der dunkle Ritter ist wieder unterwegs, aber wann war er das eigentlich mal nicht? Der Panini Verlag hat sich einen Klassiker vorgenommen und diesen kürzlich in einer überarbeiteten Übersetzung neu herausgebracht. Das heißt, dass viele von euch diesen Band vielleicht sogar schon kennen. Für alle, die sich diesen Comic noch nicht vorgenommen haben, sei gesagt, "Das lange Halloween" gehört zu den besten und kreativsten Geschichten aus dem DC Universum.
Zeichner Tim Sale, der schon viel für DC, aber auch für Marvel gearbeitet hat, vereint sich hier einmal mehr mit dem Schriftsteller und Drehbuchautoren Jeph Loeb. Das Ergebnis ist schlichtweg beeindruckend. Auch Regisseur Christopher Nolan bediente sich kräftig an dieser Vorlage und ließ die Handlung und die Atmosphäre in seine Trilogie einfließen. Es beginnt als klassische Gangsterstory. Mafiaboss Carmine "Der Römer" Falcone will an die Macht und das auch gerne mit oder über Bruce Wayne. "Ich glaube an Gotham City", sagt Falcone und blickt uns mit ernster Miene an. Na, schon mal irgendwo gehört? Wer sich zuerst an Filme wie "Der Pate" erinnert fühlt, denkt einige Kapitel weiter schon an Psychothriller wie "Sieben". Noir trifft Psychothriller...
Der Band erzählt die komplette Geschichte, die zwischen 1996 und 1997 in den USA als 13-teilige Serie erschien. Ein gradliniger Noir- Comic mit vielen interessanten Charakteren, die um den dunklen Ritter herum für die entsprechenden Knalleffekte sorgen. Brutale Gangstertypen, ein psychopathischer Killer namens Holiday, der sich seine Opfer stets an Feiertagen vornimmt und vom Riddler, über Catwoman bis hin zum legendären Joker lässt es sich niemand nehmen, bei diesem grandiosen Abenteuer mitzumischen.
Inhaltlich knüpft "Halloween" an die frühen Batman-Jahre, wie der "Batman: Das erste Jahr" von Frank Miller und David Mazzuchelli an und trägt die Fackel mit eben dieser Durchschlagskraft weiter. Es brennt lichterloh.
"Das lange Halloween" hat einen großen Beitrag dazu geleistet, dass die Figur Batman im DC Universum und überhaupt in der Welt der Comics auch weiterhin einen derartig hohen Stellenwert genießt. Schlicht und ergreifend: ein Meisterwerk!

364 Seiten, ISBN 9783741607363 Panini Verlag, 35,00€


Montag, 2. April 2018

The Man Who Wasn't There


Einer der besten Filme der Coen Brüder, der aber leider nie die Beachtung fand, die er verdient.
Hier eine kleine Erinnerung an einen großartigen Film Noir...



Life has dealt me some bum cards. Or maybe I just haven't played 'em right, I don't know

- Ed Crane