Montag, 14. Mai 2018

Wein und Pelecanos


George Pelecanos
HARD REVOLUTION

Es waren die späten 60er. Eine Zeit, in der der junge George Pelecanos in einem Arbeiterviertel in Washington aufwuchs. Heute gehört er zu den besten Krimiautoren weltweit. Sein neuester in deutscher Sprache erschienener Roman "Hard Revolution" hat alle Zutaten, die Pelecanos zu seinem stets geschmackvollen Literatur-Süppchen benötigt und man spürt den Geist eben dieser Dekade mit jeder gelesenen Seite. Die Musik, das Lebensgefühl, die Wünsche und Träume, aber auch die Ängste einer Generation, die auf der Suche nach sich selbst war. George Pelecanos hat seine Story auf diesen Säulen aufgebaut und lässt den Wind der Revolution bis zu uns rüber wehen.
Die Menschen damals wurden bewegt durch den Krieg in Vietnam, den traumatisierten Soldaten, die in die Heimat zurückkehrten, der Bürgerrechtsbewegung und politischen Attentaten. Sex, Drugs und Rock n Roll erlebte eine neue Hochzeit, eine wilde Zeit, die nicht so leicht unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Im Jahr 1968 in Washington ist der schwarze Derek Strange Officer bei der Metropolitan Police. Sein Bruder Dennis hat es nicht so mit den Cops, ihn hat es auf die andere Seite des Gesetzes verschlagen. Eine gute Dosis Zündstoff, damit die Geschichte so richtig in Gang kommt. Ein Banküberfall und ein darauffolgender Mord an Dennis inmitten rassistischer Konflikte lassen die Bombe schließlich hochgehen.
Durch Fernsehserien wie "The Wire" oder die erst kürzlich erschienene "The Deuce" hat sich Pelecanos auch in der Fernsehwelt einen Namen gemacht. Seine Geschichten sind authentisch und kraftvoll erzählt. Ob die Nick Stefanos Trilogie, die Washington Noir- Reihe, oder eben jetzt der vierte Teil aus der Derek Strange / Terry Quinn Serie. Die Bücher von George Pelecanos werden jedem Leser noch lange in Erinnerung bleiben. Ein ganz feiner Jahrgang. Da kann man nur sein Glas erheben und genießen.

399 Seiten, ISBN 978-3-86913-766-7, ars vivendi, 24,00 €


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