Mittwoch, 20. Juni 2018

Ellroys L.A. (Teil 4)


Wir sind wieder in Los Angeles und schreiben das Jahr 1958. 
Wir begeben uns auf die vierte und somit letzte Fahrt durch 
James Ellroys erstes L.A. Quartett. 
Ein zweites Quartett ist bereits in Arbeit und startete bereits im Jahr 2014 mit "Perfidia". 
Mit dem Roman "White Jazz" schloss der Meister den ersten Teil seiner Reihe ab. 
Von vielen als der schwächste Band des Quartetts bezeichnet, aber stimmt das wirklich?


WHITE JAZZ

Dave Klein. Ein eher zwielichtiger Bulle des LAPD, ganz nebenbei auch noch Anwalt und gut befreundet mit Mobster Mickey Cohen. Nicht nur, dass der gute Dave bald vom legendären Howard Hughes um Hilfe gebeten wird, mehr über die blonde Schönheit Glenda Bledsoe herauszufinden (Herzschmerz vorprogrammiert), sondern er muss sich auch noch um unerwünschte Politiker in Los Angeles, einen wahnsinnigen Killer, der Obdachlose zerstümmelt und jede Menge Pelzmäntel kümmern. Privates und berufliches mischt Lt. Klein gerne mal zusammen. Wer weiß was letztendlich alles so für ihn dabei herumkommt?
Leider muss er sich dabei stets mit den Befehlen seines Chefs Ed Exley herumschlagen. Dave Klein gerät mehr und mehr in einen Strudel aus Gewalt und Korruption. So kennen wir es aus Ellroys Büchern. Es gibt viele alte Gesichter, aber auch gleich mal ein paar neue...
Dudley Smith ist wieder dabei. Eben genannter Ed Exley und der gute Mickey Cohen, darf nach seiner Haftentlassung auch noch ein wenig in Los Angeles mitmischen.
Dave Klein wiederum ist neu im Quartett. Ein schwieriger Charakter, der neben seinen krummen Dingern, auch tatsächlich ein paar gute Eigenschaften an sich hat. Einen unbequemen Zeugen aus dem Fenster zu werfen, gehört allerdings nicht dazu...
Ellroy ist wieder unterwegs in seinem Asphalt-Dschungel - auf seinem gewohnten Terrain. Seine Bücher zeugen von komplexen Handlungssträngen und vielschichtigen Figuren, die man tatsächlich erstmal besser kennen lernen muss und sollte. Es ist stets die Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit und ohen Licht, mitten in der Nacht auf der falschen Seite der Straße. Blutige Karambolage folgt...
"White Jazz" schließt die L.A. Tetralogie wunderbar ab und ist meiner Ansicht nach nicht der schwächste Teil der Reihe. Jedes Buch hatte seine Stärken und mitunter auch Längen, aber ist als vierteilige Noir-Saga als ganz großes Werk anzusehen. "Die schwarze Dahlie" gibt eine sehr gute Einführung in Ellroys Welt, die vielleicht nicht immer ganz einfach zu verstehen ist, aber so unglaublich neugierig macht, dass man nicht anders kann, als ihr zu verfallen. Ein wahres Meisterstück des Noir Genres. Düster und böse!
Bleibt also dran und nicht vergessen, Fans: Hier habt ihr es zuerst gehört, ganz im Vertrauen, ganz heimlich, ganz Hush-Hush...

576 Seiten, ISBN 978-3-548-29013-3, Ullstein Verlag, 14,00 Euro


Der "American Dog"...





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