Dienstag, 28. Mai 2019

Kaffee im Wonder Valley



Ivy Pochoda
WONDER VALLEY

Willkommen im Wonder Valley, aber was ist das überhaupt? Eine kaputte Oase inmitten der südkalifornischen Wüstenregion. Blechhütten, Schrottabfälle, Autoleichen und jede Menge zerschundene Seelen. Die ehemalige Profisquash-Spielerin und seit einigen Jahren erfolgreiche Autorin mit Büchern wie "Visitation Street" (der leider noch nicht auf Deutsch erschienen ist) Ivy Pochoda hat ein literarisches Kaleidoskop der US-Glitzer- und Palmenmetropole Los Angeles geschrieben. Träume, Tränen und Tragödien vor der öden und dann auch wieder bezaubernden Kulisse dieser ambivalenten Großstadt. Was da alles passieren kann...
Da läuft gleich zu Beginn ein nackter Jogger über den Freeway. Aber vielmehr geht es um Charaktere und Schicksale wie die, des jungen Kriminellen Ren, der von New York nach L.A. aufbricht, um seine Mutter zu finden. Nach Jahren im Knast will er einfach nur raus aus dem ganzen Dreck und erhofft sich ein neues Leben an der Westküste. Ja, auch das kommt einem bekannt vor. Wie viele Träumer sind schon aufgebrochen, um das "gelobte Land" zu erobern und das Wunder zu erleben? Auch die junge Britt ist unterwegs, nicht weniger hoffnungsvoll, aber fast noch ein bisschen mehr verloren in ihrer Welt.  Zwanzig Meilen hinter Joshua Tree liegt die Howling Tree Ranch, dort wird ihr Unterschlupf angeboten und ein neues, viel besseres Leben versprochen, denn auf dieser Farm haben sich ein paar moderne Hippies niedergelassen und eine Art Kommune gegründet. Erinnert ein wenig an eine harmlose Version der Manson-Family und somit hätte man auch den nächsten L.A. Mythos aufgegriffen, aber stören tut es nicht...

Pochoda hat mit "Wonder Valley" einen interessanten und durchaus authentischen Roman über Menschen geschrieben, die man auf ihrer eigenartigen Reise gerne begleitet und neugierig beobachtet. Sie sucht sich mit Los Angeles einen einfach nicht totzukriegenden Schauplatz aus, der nach wie vor polarisiert und inspiriert. Der Schein trügt, der Glanz versinkt, das Glück zerfällt, die Liebe hält nicht durch und die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ein fantastisches Buch für den kommenden Sommer. California Dreamin, während einem die Sonne das Gehirn wegbrutzelt. Kommt also alle her und fühlt euch wie zu Hause...


400 Seiten, ISBN 978-3-86913-994-4, ars vivendi, 18,00 Euro


Sonntag, 26. Mai 2019

Once Upon a Time in...Hollywood


ab August in Deutschland....
50 Jahre nach den Morden am Cielo Drive...
ein erfolgloser Schauspieler und sein Stuntman...
mal schauen, was dabei herauskommt...






Montag, 20. Mai 2019

SCHWARZ im Juni


Vorläufiges Cover / Illustration: Giuseppe Cristiano 

Er fuhr einfach weiter, immer geradeaus. Er bemerkte, dass es dunkler wurde. Der Mond verschwand, die Nacht wurde schwarz, so wie keine je zuvor. Sie verschluckte ihn und all seine Gedanken, und es wurde nicht mehr hell.

- erscheint Mitte/Ende Juni im Krimi & Mystery Programm des Talawah Verlags 



Sonntag, 19. Mai 2019

Ein Sommer vor 95 Jahren


Hannover im Jahr 1924. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und in jenem Jahr trieb er es besonders schlimm. Am Ende wurden ihm 24 Morde zur Last gelegt, einige Fälle blieben ungeklärt. In den Monaten Mai und Juni -vor genau 95 Jahren- fand man in der Leine fünf menschliche Schädel. Es waren die Schädel von jungen Männern bzw. Jungs. Man vermutete den Täter in der Schwulenszene und hatte bald jemanden im Auge, bis schließlich ein gewisser Fritz Haarmann (der schon vorher von der Polizei verdächtigt wurde, dem aber nie etwas nachgewiesen werden konnte) verhaftet wurde.

Die Geschichte um den Massenmörder Fritz Haarmann, auch bekannt als Werwolf oder Vampir von Hannover wurde damals zum Medienereignis und ist auch heute noch weitestgehend bekannt. Autorin Franziska Steinhauer hat mit ihrem Buch, das vor zwei Jahren erschien und dieses Jahr in die zweite Auflage geht, den Fall noch einmal unterhaltsam aufgefrischt und einen echt spannenden True-Crime Krimi geschrieben, der auch ein ganzes Weilchen nach Erscheinung eine Empfehlung verdient...


Die beiden Jungs Theo und Ludwig brechen im Sommer 1924, bevor es mit dem Studium bzw für Theo mit der Arbeit im Betrieb seines Vaters weitergeht zu einer ausgedehnten Radtour auf. Theo ist unzufrieden. Viel lieber würde er sich der Schauspielerei widmen, als in die Fußstapfen seines alten Herrn zu treten, aber nun heißt es erstmal die sonnigen Tage mit seinem Kumpel Ludwig, der vorhat Arzt zu werden genießen. Sie machen sich auf in Richtung Hannover, sind aber von den Eltern gewarnt, nicht zu viel Zeit in der Stadt, die mittlerweile durch eine ungelöste Reihe von Morden einen ganz schlechten Ruf hat zu verbringen. Ein Serienmörder geht in der Landeshauptstadt um und der hat es auf Jungs und junge Männer abgesehen. Jungs wie Theo und Ludwig. Als Theo während ihres Ausflugs plötzlich verschwindet, scheint sich die Befürchtung der Eltern erfüllt zu haben. Der Killer hat wieder zugeschlagen, doch wer ist dieses Monster und wie kann man ihn fassen?

Während Steinhauer die Geschichte der beiden Jungs erzählt, schildert sie parallel dazu die Gefühlswelt eines kranken Mörders aus der Ich-Perspektive. Sehr gut recherchiert und spannend aufgebaut. Eine passende Lektüre für den späten Frühling oder bevorstehenden Sommer, auch für Leute, die nichts mit Hannover am Hut haben.

313 Seiten, ISBN 978-3-8392-2070-2, Gmeiner Verlag, 14,00 Euro


Donnerstag, 16. Mai 2019

'Round Midnight II


Wieder ein Abend in dieser Bar...
und ich beobachte,
beobachte die Leute, die hier sitzen, trinken
und sich unterhalten
und immer wieder sehe ich Frauen,
die meine Aufmerksamkeit erregen..

wie die eine dort in der Ecke,
sie sitzt ganz allein,
nicht besonders hübsch, 
aber auch nicht unattraktiv,
ich möchte sie ansprechen,
aber meine Angst ist zu groß...

sollte sie meine Einladung zu einem Drink
ablehnen, wäre ich wohl ziemlich enttäuscht,
sollte sie annehmen, wäre vielleicht
kurz darauf die Hoffnung zerstört,
ich könne sie noch nach Hause begleiten,
doch sollte sie gewillt sein, nach dem Drink 
noch mit zu mir zu kommen,
dann wüsste ich nicht, 
ob ich sie wieder gehen lassen würde,
zumindest nicht lebendig...

ich blicke verlegen in mein Glas
und bemerke dieses böse Verlangen...

ich sollte sie nicht ansprechen,
ich sollte einfach gar nicht mehr an sie denken
und dann schaute ich wieder auf
und sah sie dort sitzen...

- MM



Mittwoch, 15. Mai 2019

Kaffee & Noir


Christopher Moore
NOIR

Nun wusste ich damals nicht, was die beiden Typen in schwarzen Anzügen wussten, nämlich, dass wir über die unermessliche Weite des Weltraums hinweg von Wesen beobachtet wurden, deren Intelligenz die des Menschen weit übertraf. Sie folgten uns mit eifersüchtigen Blicken und schmiedeten Pläne, in unsere Welt zu kommen, um mit den Brüsten unserer Bräute Motorboot zu fahren.
Eine Braut. Damit fing alles an …

Es darf auch mal ein bisschen lustiger sein - so eine Pulp/Noir- Geschichte. In diesem Fall natürlich noch etwas überspitzter als die Pulp-Stories aus den 40ern oder 50ern. Christopher Moore, der für seine humorvollen Bücher bekannt ist, hat sich dieses Thema mal zur Brust genommen und einen  durchaus unterhaltsamen Roman über einen Barmann namens Sammy "Two Toes" Tiffin, der im San Francisco des Jahres 1947 einer Menge schräger Vögel begegnet. Alles beginnt mit einer Braut (was auch sonst?), die so heißt wie ein Käse. Eine Blondine mit dem Namen Stilton. Hinzu kommt ein General, der gerade auf der Air Force Basis in Roswell, New Mexico stationiert ist und einen Auftrag für Sammy hat. Wir bewegen uns also volles Brett ins Pulp-Desaster: eine Femme fatale, Außerirdische, Männer in schwarzen Anzügen, ein paar Tote, lässige Sprüche und Drinks bis die Matrosen kotzen.  Moores Ausflug ins Pulp/Noir-Land erinnert ein bisschen an Charles Bukowskis "Pulp" (1994) oder auch Bodo Kirchhoffs "Schundroman" (2002). Sehr verspielt, aber trotzdem mit einer gewissen Zutat an ernsthafter und dadurch auch mitreißender Spannung, die einem nicht unbedingt die Haut vom Fleisch pellt, aber gutes Kopfkino verursacht.

Autor Christopher Moore, der sich einst als Kellner, Dachdecker oder Versicherungsvertreter durchs Leben schlug, hat mit "Noir" einen Roman im letzten Oktober auf den deutschen Markt gebracht, der als Hommage an ein wunderbares Genre verstanden werden kann und genau die richtige Sommerlektüre bietet, für alle, die nicht immer alles zu ernst nehmen müssen. Sehr pulpig!

413 Seiten, ISBN 978-3-442-31486-7, Goldmann Verlag, 17,00 Euro


Dienstag, 14. Mai 2019

Crawl


Alligatoren und Alexandre Aja... 
Das kann ja heiter bis wolkig werden,
mit Aussicht auf ein bisschen Regen...

Ende August geht's in Deutschland los...




Montag, 13. Mai 2019

Devil at the Crossroads


Interessante kurze Doku über Robert Johnson und
den Mythos (vom 27er Club bis hin zum Treffen mit dem Teufel
an der Kreuzung in Clarksdale, Mississippi), den er schuf...

Trailer




Samstag, 11. Mai 2019

Ambulance


Old School- Thriller in bester 90er Jahre Manier...
Leicht trashig, leicht noirisch, gut gepulpt…
...und James Earl Jones und Stan Lee mischen auch mit...
…und so eine Perle findet man bei YT...





Donnerstag, 9. Mai 2019

'Round Midnight


Ich ging in die Bar,
so wie jeden Abend
ich saß da und trank
ich saß da und wartete,
wartete darauf, 
dass endlich etwas passieren würde...

es war gegen Mitternacht
ein Tag war wieder rum
und ein neuer brach an...

die Hoffnung blieb,
dass nun etwas passieren würde...

- MM





Freitag, 3. Mai 2019

Radio


Jede Nacht ich heimlich stieg
Auf den Rücken der Musik
Legt die Ohren an die Schwingen
Leise in die Hände singen
Jede Nacht und wieder flieg'
Ich einfach fort mit der Musik
Schwebe so durch alle Räume
Keine Grenzen, keine Zäune