Dienstag, 27. August 2019

Kaffee und Fauser


Jörg Fauser
DAS SCHLANGENMAUL

Darf ich euch Heinz Harder vorstellen? Den meisten von euch wahrscheinlich nicht - von Jörg Fauser ganz zu schweigen. Einer der ganz großen Schriftsteller der Bundesrepublik Deutschland. Einer mit so vielen Titeln: "Poet der Beat Generation", "Meister des Noir" oder auch der "große Meister des BRD-Pulp". Und "Das Schlangenmaul" ist tatsächlich einer der besten deutschen Pulp/Noir Romane, die je geschrieben wurden. Man merkt zwar die Einflüsse von Fausers Vorbildern Dashiell Hammett und Raymond Chandler, aber Fauser hatte seinen ganz eigenen Stil und seine eigenen, ganz besonderen Figuren.
Da ist also dieser Harder, der "Bergungsexperte für außergewöhnliche Fälle". Der Anti-Held, hoch verschuldet, arbeitslos, ehemaliger Journalist und jetzt eben dieser Detektiv-Job. Auftraggeberin, eine wohlhabende schöne Blondine, die ihre Tochter seit einem halben Jahr vermisst und ihren Ex-Mann hinter diesem Verschwinden verdächtigt. Harder soll nun losziehen und den Teenager zurückholen.
Der bereits 1985 erschienene Roman ist einfach nicht totzukriegen und das aus gutem Grund. Wer bisher noch nie Fauser gelesen hat, sollte dies unbedingt demnächst nachholen. Nicht nur "Das Schlangenmaul", auch Werke wie "Rohstoff" und Fausers Biografie über Marlon Brando. Für seine Bücher braucht man kein Jubiläum oder besonderen Anlässe. Zeitlos und eindrucksvoll... so sind seine Texte...


Fauser ist Noir, Fauser ist Pulp, Fauser bleibt unvergesslich...
In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1987 verließ Fauser die Party zu seinem 43. Geburtstag und will die Autobahn A94 bei München zu Fuß überqueren. Er wird von einem LKW erfasst und stirbt.

Hier der erste Teil der "Autor-Scooter" Sendung mit ihm aus dem Jahr '84...


320 Seiten, ISBN 978-3-257-07036-1 , Diogenes Verlag, 24,00 Euro


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