Dienstag, 29. Oktober 2019

Kaffee und Lovecraft


H.P. Lovecraft
CTHULHUS RUF - Das Lesebuch

Lovecraft sagte einmal, dass die Angst vor dem Unbekannten die älteste und stärkste Form der Angst sei, doch wie in Alexander Pechmanns Vorwort dieses Bandes geschrieben, vertraute Lovecraft seinem Freund Frank Belknap Long an, dass er sich davor überhaupt nicht fürchten würde. Der Tod sei auch nichts weiter, als langsames Vergessen, so Lovecraft, der Zeit seines Lebens, bis es dann im Alter von 46 Jahren aufgrund einer Krebserkrankung endete, nur ein Buch herausbrachte und das in ziemlich geringer Auflage. Lovecraft konnte nie von den mageren Einkünften seiner Kurzgeschichten leben. Seine phantastischen Geschichten wurden u.a. im Pulp-Magazin "Weird Tales" veröffentlicht. Ein sehr dankbarer Abnehmer und auch für Lovecraft waren es kleine Erfolgserlebnisse, seine Horror-Stories veröffentlicht zu sehen.


Ansonsten gab es nicht viel, was im Leben des am 20. August 1890 in Providence geborenen Howard Phillips Lovecraft gut verlief. Der frühe Tod des Vaters, der in einer Nervenklink verstarb - Howard war damals 8 Jahre alt - machte vieles nur noch schlimmer. 10 Jahre später erlitt er selbst einen Nervenzusammenbruch, schaffte es nie seinen High School Abschluss nachzuholen und wurde immer lethargischer, bis er eines Tages wieder anfing, an seinen Geschichten zu arbeiten. Eine Auswahl seiner Werke ist nun gerade und passend zur Jahreszeit im Tor Verlag erschienen. Vierzehn phantastische Lovecraft-Stories, die zu seinen besten Geschichten zählen. Ein größtenteils sehr schweres Leben, eines verträumten Mannes, der ebenfalls große Angst durch Überfremdung in seinem Land hatte. Lovecraft hatte wohl doch Angst vor dem Unbekannten, oder einfach vor den Menschen. Er pflegte zwar Kontakt mit anderen Pulp-Schreibern, aber fast nur durch Briefe, wie beispielsweise mit dem Autoren Robert Bloch, der dann Jahre später mit seinem Buch "Psycho" bekannt wurde. 
Lovecraft zu verstehen ist mit Sicherheit nicht einfach, sein Leben so tragisch und spannend wie seine Geschichten. Wunderbarer Pulp und eine echte Empfehlung, für alle, die noch nie etwas von dem Mann aus Providence gelesen haben.

Hier noch eine sehr gute Doku über Lovecraft und seinen Einfluss auf andere Künstler...



464 Seiten, ISBN 978-3-596-70478-1, TOR Verlag (bei Fischer), 16,99 Euro


Donnerstag, 24. Oktober 2019

Montag, 21. Oktober 2019

A Bucket of Blood


Zur Einstimmung auf die kommenden "Festtage"...
Grusel-Klassiker von Roger Corman...
mit Dick Miller in der Hauptrolle....

Viel Spaß...




Samstag, 19. Oktober 2019

The Outsider


Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Stephen King Roman...
Drehbuch von Richard Price und in der Hauptrolle Ben Mendelsohn...
Das könnte gut werden...





Freitag, 4. Oktober 2019

Kaffee und Ellroy


James Ellroy
HOLLYWOOD NACHTSTÜCKE

Los Angeles ist seine Stadt. Dort tummeln sich seine Leute. Die Traumtänzer, die Verlierer, die Dealer, die Gauner, die Mörder, die Stars und Sternchen, die Huren und alle sonstigen zwielichtigen und vom harten Leben geprägten Charaktere. Er ist der Autor von Büchern wie "Blut auf dem Mond", "Die schwarze Dahlie", "Ein amerikanischer Thriller", oder auch zuletzt "Perfidia", bzw demnächst auch "This Storm" in Deutschland. Letztgenannte sind Teil 1 und 2 aus seinem zweiten L.A. Quartett. James Ellroy ist nach wie vor ein Schriftsteller, der noch einige Kugeln im Magazin hat. Doch auch ältere Titel kommen nun nach und nach mit neuem Gewand auf den deutschen Markt zurück. Einer davon ist "Hollywood Nachtstücke".
Erzählungen, wie sie nur Ellroy schreiben kann und er hat die besten Voraussetzungen. Ellroys Lebensgeschichte liest sich ja fast selbst wie ein Noir-Krimi...


Das Foto besorgte mir ein Freund. Irre: ich, mit zehn, am 22. Juni 1958. Ein Fotograf der L.A. Times knipste das Bild, fünf Minuten nachdem ein Detective mir eröffnet hatte, dass meine Mutter ermordet worden sei. (aus "Schatten der Vergangenheit" - "Hollywood Nachtstücke")

Seine Romane gehören zu den besten Noir-Thriller überhaupt. Ellroy ist genial, dringt tief in die Abgründe seiner Figuren und besonders der Stadt Los Angeles der 40er, 50er und 60er ein. Man spürte den heißen Asphalt, man hört den Lärm der Autos und der Menschen, die über den Hollywood Boulevard gehen und man weiß, hinter jeder Ecke könnte gerade ein Verbrechen stattfinden. Im Dunkeln lauert der Killer, der korrupte Cop oder die knallharten Drogendealer. Ellroy zeichnet sich immer wieder durch diese ganz besondere, bedrückende Atmosphäre aus und zieht einen voll mit rein. Man steigt ein und dann fährt er los...


Ich ging zur Army, als der Vietnamkrieg langsam, aber sicher ins Rollen kam. Mein Vater lag im Sterben: Ich hatte keine Lust, ihm dabei zuzusehen. Die Army war das nackte Grauen - ich suchte nach möglichen Fluchtwegen. James Ellroy, siebzehn, Nachwuchsmime, zog eine irre Stotternummer ab, um seine Wehrtauglichkeit zu demonstrieren.
Ich bot eine glänzende Vorstellung, die mit sofortiger Entlassung und einer Rückfahrkarte nach L.A. belohnt wurde, wo ich endlich wieder meinen Leidenschaften frönen konnte: saufen, kiffen, Krimis lesen und in anderer Leute Häuser einbrechen, um Damenunterwäsche zu beschnüffeln. 
(aus "Schatten der Vergangenheit" - "Hollywood Nachtstücke")

Vor fast 20 Jahren in den USA auf dem Markt erschienen, dann zwei Jahre später auch bei uns. Nun in einer Neuauflage, reihen sich Ellroys "Nachtstücke" zu seinen anderen Werken, die Ullstein in den letzten Monaten in neuer Auflage herausgebracht hat ein. Authentisch, bitterböse, knallhart und zum Teil wunderbar zynisch. Ein echter Ellroy! Noir der Extraklasse!

288 Seiten, ISBN 978-3-548-29130-7 , Ullstein Verlag, 14,00 Euro


Dienstag, 1. Oktober 2019

Der Gefangene


Nicht mehr ganz neu, aber sehr empfehlenswert...
Falls ihr die Doku noch nicht kennt,
unbedingt mal reinschauen...