Freitag, 25. September 2020

Warte, warte nur ein Weilchen

 

Kleiner Kino-Tipp: 
Am 24. Oktober findet im CineStar in Hannover-Garbsen die Premiere des Films 
"Warte, warte nur ein Weilchen" statt. 

Tickets, weitere Termine und sonstige Infos findet Ihr unter 

https://www.warte-warte-nur-ein-weilchen.de/


Trailer





Mittwoch, 19. August 2020

Demnächst...

 

ONLY THE GOOD BLEED

...erscheint im Herbst/Winter dieses Jahres... 
Mehr Infos folgen...

Cheers,
MM

Dienstag, 18. August 2020

Bière avec Rose

 


Nicolas Mathieu
ROSE ROYAL

Mit dem ersten Schluck löste sich etwas in ihrer Brust. Das Bier war kalt, die Zeitung schon zerlesen, und unter ihrer rechten Sohle spürte sie das feste Metall der Fußstütze. Diese drei Empfindungen ergaben für sie schon eine Welt, ein annehmbares Zuhause. Sie befeuchtete ihren Finger und blätterte um, und Fred fragte sie, was es Neues gebe.

Rose geht geradewegs auf die Fünfzig zu und verbringt ihre Zeit oft im Royal. Einer unscheinbaren Kneipe, zwischen Trinkern, Tagträumern, Ehemaligen, dem Wirt Fred und ihrer besten Freundin Marie-Jeanne, die das Lokal gerne auch als Arbeitsplatz nutzt, um Leuten die Haare zu schneiden. 
Rose hat schon vieles erlebt, die Kinder schon längst erwachsen, die vielen Enttäuschungen, in erster Linie mit Männern. Gewalt, Erniedrigungen hat sie erfahren müssen und so viel Zeit verschwendet. Damit soll es vorbei sein. Sie möchte sich zu nichts zu mehr verpflichten, möchte keine neue Liebschaft, vielmehr Freiheit und vor allem Sicherheit. Als ein weiterer ihrer Lebensgefährten droht handgreiflich zu werden, entschließt sich Rose einen Revolver zu kaufen - im Internet.

Nach elf Tagen kam die Waffe in einer Paketstelle ganz in der Nähe an. Als sie das Ding aus der Luftpolsterfolie zog, war sie überwältigt von seiner beinahe übernatürlichen Schönheit, silbern und schwarz, gleichzeitig üppig und erstaunlich fest. Sie sah sich Videoanleitungen im Internet an, um die Grundlagen zu lernen, dann ging sie in den Wald hinter der Stadt. Beim ersten Schuss klopfte ihr Herz wie beim ersten Rendezvous. Auch später gewöhnte sie sich nur schwer daran. Rose erwies sich als nicht besonders geschickt, das wollte sie auch gar nicht sein. Sie vergewisserte sich nur ihrer Hand, der Widerstandskraft ihres Gelenks. Vor allem wollte sie sich nicht lächerlich machen, wenn sie das Teil einem Mann vors Gesicht halten würde. Die Angst sollte die Seiten wechseln.

Eines Tages betritt Luc das Royal. Er ist im selben Alter, hat ebenfalls vieles hinter sich gelassen und überredet Rose kurze Zeit  später zu einem Treffen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf und die Angst schwingt wie ein Pendel von einer zur anderen Seite bis es schließlich ganz stehen bleibt. Der französische Autor Nicolas Mathieu ("Wie später ihre Kinder", 2018) erzählt auf wenigen Seiten eine beeindruckende Geschichte einer sehr interessanten Figur, voller Leidenschaft und auf den Punkt gebracht. Auf diesen nicht mal 100 Seiten steht alles, was dieses Buch braucht. Ein kleiner Trip ins Noir-Genre, ein Roman, der sich wunderbar als Verfilmung während der Nouvelle Vague gemacht hätte, mit diesen Dialogen, dieser Atmosphäre, dieser eindrucksvollen Protagonistin und diesem tragischen Ende. Très bon!

96 Seiten, ISBN 978-3-446-26785-5, Hanser Literaturverlag, 18,00 Euro


Freitag, 14. August 2020

The Devil All The Time

 


Eines der besten Bücher der letzten 20 Jahre...


...ab nächsten Monat läuft die Verfilmung...







 

Sonntag, 12. Juli 2020

Girl Gangs, Biker Boys, And Real Cool Cats


That's fucking it! If you wanna take a long good trip through the jungle
of Pulp Fiction and how it influenced youth culture, all the way from the 50s to the 80s - 
this is your ultimate guide!

Order this one or/and "Sticking It To The Man" at http://pmpress.org/


Freitag, 3. Juli 2020

Golden State Killer


Neben fünfzig sexuellen Gewalttaten im Norden Kaliforniens war er für zehn sadistische Morde in Südkalifornien verantwortlich. Dieser Fall erstreckte sich über ein Jahrzehnt und brachte den Staat dazu, die Gesetze über den Umgang mit DNA-Beweisen zu ändern. Weder der Zodiac-Killer, der San Francisco Ende der Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre terrorisierte, noch der Night Stalker, wegen dem die Menschen in Südkalifornien in den Achtzigern ihre Fenster verriegelten, war so aktiv. Trotzdem wurde der Golden State Killer kaum zur Kenntnis genommen. Er besaß keinen einprägsamen Namen, bis ich einen erfand. Er schlug in verschiedenen Gerichtsbezirken Kaliforniens zu, die nicht immer ihre Informationen austauschten. Als DNA-Tests enthüllten, dass Verbrechen, zwischen denen man keinen Zusammenhang vermutet hatte, einem einzigen Mann zuzuschreiben waren, lag sein letzter bekannter Mord mehr als zehn Jahre zurück, und seine Ergreifung galt nicht als dringlich. Er lebte weiter auf freiem Fuß, offensichtlich unauffällig und nicht identifiziert.

(aus "Ich ging in die Dunkelheit")

Trailer zur HBO Doku



Weitere Doku


Nachrichten vom 01.07.20




Dienstag, 30. Juni 2020

Vorbestellen


Liebe Freunde des Blogues!

Im Oktober erscheint die 8. Ausgabe des wunderbaren Pulp Magazins mit acht kultigen Texten. Von Horror bis Science-Fiction...


Marc Gore - Green Hell Rotting

1970, Corporal Walker befindet sich mit seinem Platoon auf Patrouille im Dschungel von Vietnam. Im Zwielicht des undurchdringlichen Buschwerks begegnet er seinem größten Feind …

Marco Rauch - Sick Times
Ein Mann aus der Zukunft soll ein tödliches Virus aufhalten. In der Gegenwart gestrandet, wendet er sich von seiner Mission ab und verdammt die ganze Menschheit zum Untergang. Oder hat er womöglich nur den Verstand verloren?


M. L. Torrance - Vadims Fluch
Als „Hänsel und Gretel“ des 21. Jahrhunderts stapfen Anna und Chris auf ihrem Wanderurlaub durch das Dickicht der ausgedehnten Urwälder Rumäniens … und stoßen dort auf ein unheimliches Haus mit einer noch viel unheimlicheren Bewohnerin.


Martin Compart - Das Werk eines Besessenen
Teil drei unserer Serie über die Geschichte des Spionageromans: Edward Phillips Oppenheim schrieb mehr als 100 Romane, verteufelte den Kommunismus, schätzte die Aristokratie und verteidigte die bestehende Ordnung.


Stefan Hensch - Cullen 3/Der Kollaps
Noch immer Chaos in Kalifornien. Cullen ist aber kein Mann, der sich von seinem Vorhaben abbringen lässt. Ein Kamerad aus seiner Militärzeit schuldet ihm noch einen Gefallen, der in dieser Lage sehr hilfreich sein könnte. Währenddessen spitzt sich die Lage weiter zu.


Thomas Williams - Sheriff Backwood 4/Die acht Fangarme des Todes
Trotz mehrerer bestandener Abenteuer weiß Privatdetektiv Michael kaum etwas über seinen neuen Partner Lars. In einem Pub soll es endlich zum klärenden Gespräch kommen. Doch statt Bier und Worten folgt eine Nacht voller Blut und … Tentakel!


r.evolver - Wolf und die Zombie-Insel
Auf der Flucht vor der Polizei findet Wolf Unterschlupf auf einer kleinen Insel in der Adria. Dort lernt er Marija kennen. Die attraktive und mutige Frau warnt die Bewohner vor einer tödlichen Gefahr, die auf der Nachbarinsel lauert …


Charly Blood - Agnesbründl-Saga 4/Höllenspuk am Stephansplatz Die geheimnisvolle titelgebende Agnes irrt durch das winterliche Wien. Sie folgt einem Hilferuf. Dass sie dadurch ausgerechnet ein teuflisches Treiben auslöst, kann sie nicht ahnen ...



Das gute Stück kann jetzt schon vorbestellt werden! 
Mehr Infos unter Blitz Verlag und Super Pulp



Sonntag, 21. Juni 2020

Der Trip III


Venice Beach. Hier war der Ozean,
hier fühlten sie sich sicher.
Unter ihren Füßen der Sand.
Ein Obdachloser kam zu ihnen,
blickte über das Meer und sprach wie ein Prediger:
"Ich trage keine Waffe, weil ich
kein Gangster bin, ich male nicht, weil ich
kein Künstler bin und ich singe nicht,
weil ich kein Sänger bin, aber ich
laufe über das Wasser, weil ich
der Messias bin."

Jester und Hailey schauten sich
und dann Mel an, erwiderten nichts.
Am Horizont sahen sie das Licht,
wie es langsam verschwand.
Die Nacht kündigte sich an
und sie wussten, dass die
Straße auf sie wartete.
"Lass uns aufbrechen", flüsterte Hailey,
"lass uns fahren...lass uns, verdammt nochmal endlich los..."

"Und? Wie sieht's aus? Könnt ihr mich vielleicht ein Stück mitnehmen?" fragte der Obdachlose.






Samstag, 13. Juni 2020

Schwarzer Freitag (mit Kaffee)


Nana Kwame Adjei-Brenyah
FRIDAY BLACK

Es ist Sommer. Es ist 2020. Dieses Jahr steht bis hier her ganz klar im Zeichen zweier Pandemien. Für eine von beiden könnte es irgendwann einen Impfstoff geben, für die andere braucht es mehr.
Lange bevor die Welt den Namen George Floyd kannte, gab es andere Namen, die mit ähnlichen Taten in Verbindung gebracht wurden und es gab Filme, Dokus und Bücher dazu. Schriftsteller wie  James Baldwin, Bryan Stevenson, aber auch zuletzt Alexi Zentner gingen die letzten Tage durch die Feuilletons oder durch Fernsehsendungen. Und dies sind nur drei Namen. Auch Latino-Autoren wie Luis J. Rodriguez, mit seinem Klassiker "Always Running" aus dem Jahr 1994, oder vor vielen Jahrzehnten der Anwalt und Aktivist Oscar Zeta Acosta mit seinem Appell für mehr Gleichberechtigung, haben versucht etwas zu bewirken.

Das Debüt von Nana Kwame Adjei-Brenyah ist auf dem amerikanischen Buchmarkt erfolgreich gelandet und nimmt sich in einiger der Kurzgeschichten ebenfalls diesem Thema an, ohne großartig politisch sein zu wollen. Mal extrem brutal, mal fast schon märchenhaft oder verspielt.

Adjei-Brenyahs Stories haben Kraft und kommen ungefiltert aufs Papier. Wenn auch in der ein oder anderen Geschichte etwas ausschweifend und etwas zu verspielt, wird jede von ihnen zu einem ganz besonderen (fast schon persönlichem) Brief für den Leser. Guter Stoff. Klare Sprache. Trifft den Nerv.

Morgens beim Frühstück in der Schule erhält jeder sein obligatorisches Glück, doch bei der Schwester gibt es noch mehr davon. Ich gehe zu ihr, weil ich vom Glück gut drauf bin. Wenn ich Glück genommen habe, fällt es mir leicht, stolz und wahrhaftig zu sein, alles zu ignorieren, was meine Wahrhaftigkeit trübt, wie Marlene, dass man mich nur als Probestück benutzt und ich weiß, dass ich nie perfekt sein werde.

(aus der Kurzgeschichte "Die alte Zeit")

238 Seiten, ISBN 978-3-328-60129-6, Penguin Verlag, 20,00 Euro


Dienstag, 12. Mai 2020

Kaffee und ein Klassiker



Philip K. Dick
ZEIT AUS DEN FUGEN

Es wird mal wieder Zeit für einen Klassiker. Wie Philip K. Dicks "Zeit aus den Fugen". Dick gehörte zu den größten Pionieren der Science-Fiction Literatur und hat viele Künstler nachhaltig inspiriert und gab zahlreiche Vorlagen für Kinofilme. "Zeit aus den Fugen" hatte beispielsweise großen Anteil an Filmen wie "Truman Show" oder "Matrix". Es geht um eine vorgegaukelte Realität.
Philip K. Dick hatte immer diese Vision von einer schwarzhaarigen Frau, die irgendwann vor seiner Tür auftaucht und ihm erzählt, dass er sich nur durch eine Scheinwelt bewegt, in der nichts real ist. Diese Vorstellung prägte Dick wie keine andere und floss in so viele seiner Geschichten ein. Er schrieb bis zu 60 Seiten am Tag, voll mit Amphetaminen, die er damals verschrieben bekam ratterte er Story um Story und Buch um Buch runter, um genügend Geld zu verdienen. "Frau und Kinder waren teuer", so Dick. Sein Haus im sonnigen Santa Ana, in Kalifornien verließ er so gut wie nie und verbrachte seine Zeit, die buchstäblich immer wieder aus den Fugen geriet mit dem Schreiben von Science-Fiction Geschichten. Damit hat er auf dem Buchmarkt bis heute einiges angerichtet. Auch unsere Zeit gerät durch seine Romane aus den Fugen. Auch wir werden inspiriert. Durch Visionen, durch eine eine erfundene Realität, durch das Wort:

Das Verhältnis des Worts zum Gegenstand ... was ist ein Wort? Ein willkürliches Zeichen. Aber wir leben in Wörtern. Unsere ganze Wirklichkeit, zwischen Wörtern, nicht Dingen. Es gibt sowieso nicht so was wie das Ding; alles ist nur eine Denkfigur in unserem Verstand. Die Dinghaftigkeit ... das Gefühl von Substanz. Eine Illusion. Das Wort ist wirklicher als der Gegenstand, den es darstellt.
Das Wort stellt die Wirklichkeit nicht dar. Das Wort ist die Wirklichkeit. Für uns jedenfalls. Vielleicht dringt Gott bis zu den Gegenständen vor. Wir nicht, so viel ist klar. 

"Zeit aus den Fugen" ist eines der bedeutendsten Werke von Philip K. Dick. Erschienen ist das Buch bereits 1959. Zusammen mit Romanen wie "LSD-Astronauten" (im Original "The Three Stigmata of Palmer Eldritch") von 1965, wahrscheinlich eines seiner besten Geschichten.
Es geht um den Junggesellen Reagle Gumm, Mitte vierzig, wohnhaft bei seiner Schwester und seinem Schwager verdient er seinen Lebensunterhalt damit, bei einem Zeitungswettbewerb Rätsel zu lösen. Er gewinnt andauernd, hin und wieder wird er aber auch von der Zeitungsredaktion begünstigt, damit er weiterspielen kann. Warum nur? Reagle hat weder Frau noch Kinder und verlässt so gut wie nie das Haus. Eines Tages ist es dann soweit, dass ihm etwas merkwürdig vorkommt. Was stimmt nur nicht mit seiner Welt? Ist diese Realität, in der er lebt nur inszeniert? Werden er und seine Familie nur "angeschmiert" und warum kennt eigentlich niemand in seinem Haushalt diese Marilyn Monroe? Und was hat es mit diesen Telefonnummern auf sich, die stets ins Leere führen?
Gehen wir gemeinsam der Sache einfach mal auf den Grund und schauen selbst, was real und nur gespielt ist.

Philip K. Dicks Roman gehört ganz bestimmt zu den einflussreichsten und spannendsten Science-Fiction Büchern und muss einfach gelesen werden. Zu jeder Zeit.

256 Seiten, ISBN 978-3-596-90695-6, Fischer Verlag, 10,00 Euro


Freitag, 1. Mai 2020

Kaffee zwischen Liebe und Hass


Alexi Zentner
EINE FARBE ZWISCHEN LIEBE UND HASS

Es passiert und es umgibt uns, es trifft uns zuweilen, wir bemerken es, wir schüren es, wir verurteilen es und wir können es manchmal gar nicht ganz klar verstehen oder erkennen. Der Rassismus ist das Thema von Alexi Zentners neuem Roman "Eine Farbe zwischen Liebe und Hass". Auf dem Cover die Farben der amerikanische Flagge. Blau, weiß und rot. Die ersten drei Wörter in schwarz geschrieben, die letzten drei in weiß. Dieses Werk ist nicht so mystisch wie sein Debüt "Das Flüstern des Schnees" (im Original "Touch") und sein Buch "Die Hummerkönige" ("The Lobster Kings") erzählt zwar die am Ende sehr tragische Geschichte der Fischerfamilie Kings, doch zwischen Nova Scotia und dem Bundesstaat Maine geht es weniger um Hautfarben.
Doch nun befinden wir uns in einer Kleinstadt im Süden der USA. Alexi Zentner, der im kanadischen Ontario aufgewachsen ist, lässt uns teilhaben an dieser Geschichte, an seiner Geschichte, die sehr persönlich ist und die wahrscheinlich nirgends besser funktioniert als genau eben an diesem Ort. Im Hinterland, in den Tiefen des amerikanischen Südens.

"Eine Farbe zwischen Liebe und Hass" trifft einen Nerv und erzählt von den Menschen. Alexi Zentner gräbt tief und offenbart viel, ohne Effekthascherei. Anfangs so amerikanisch, dass ihr liebstes Kind, der Football, doch vielleicht etwas so fein beschrieben wird, aber einige Seiten weiter gerät man schnell in Zentners Sog. Seine Figuren sind authentisch und greifbar. Die Erfahrungen des Autors, natürlich allen voran der Anschlag auf seine Familie fließen deutlich mit ein und machen so aus diesem Roman ein persönliches Plädoyer, ohne allzu dick aufzutragen oder in Klischees zu versinken. Verdammt gut und verdammt echt. Alexi Zentners Buch überzeugt und schlägt ein.

377 Seiten, ISBN 978-3-518-46996-5, Suhrkamp Verlag, 18,00 Euro


Dienstag, 21. April 2020

Der Trip II


"Ist es weg?" fragte sie und schaute sich um.
"Sieht so aus", sagte Melvin und wunderte sich, wo das Rauschen der Wellen herkam.
Er wollte die Kinder nicht fragen, ob sie es auch hörten.
Jester wachte auf dem Rücksitz auf und wollte Hailey und Mel von seinem
Traum erzählen, ließ es dann aber doch lieber bleiben.
Sie fuhren weiter. Niemand sagte etwas. 




Donnerstag, 16. April 2020

Mildred Goes To War


Fantastischer Film. Fantastischer Soundtrack.
Von Mr. Carter Burwell. Immer wieder gut...



Dienstag, 14. April 2020

City Of Angels


Sieht ziemlich gut aus...und Nathan Lane ist auch dabei...
Leider noch keinen deutschen Starttermin...
Ende April geht's erstmal in den Staaten los...






Freitag, 10. April 2020

Amen


Wir haben versucht, Sie zu identifizieren, aber Sie sind nirgendwo registriert. Vielleicht können Sie uns weiterhelfen?
Ich habe Ihnen meinen Namen gesagt.
Ist das Ihr richtiger Name?
Ich glaube schon.
Gibt es einen anderen Namen, den wir überprüfen sollten?
Da gab es einige.
Zum Beispiel?
Die werden Ihnen nichts sagen.
Versuchen Sie's mal. 
Er lächelte wieder, sagte kein Wort, wartete.
Ich starte ihn an, versuchte ihn einzuschüchtern. Genauso gut hätte ich eine Felswand anstarren können. Er saß ganz still und schwieg. Ich sprach wieder. 
Verstehen Sie, was man Ihnen vorwirft?
Ja.
Und verstehen Sie auch, wie schwerwiegend diese Vorwürfe sind?
Wenn Sie es sagen.
Sie können für Jahre, vielleicht Jahrzehnte ins Gefängnis wandern.
Ja.
Und das ist Ihnen egal?
Ja.
Wieso?
Ich kann überall frei sein, so wie man überall gefangen sein kann.

(Das letzte Testament der heiligen Schrift - James Frey)



Montag, 6. April 2020

Der Trip


Hailey blickte aus dem Fenster, auf das, was hinter uns lag. Ich beobachtete sie nur, hätte gern ein Foto von ihr gemacht, um es ihr in zwanzig Jahren zu zeigen und sie dann zu fragen, an was sie in diesem Moment gedacht hatte. Aber was wäre in zwanzig Jahren? Wer wusste das schon? Wir waren jetzt hier und bald würden wir die Grenze zu Iowa überqueren. In der Brieftasche die letzten vier Dollar, im Rucksack eine geladene 45er. 

 - MM





Samstag, 4. April 2020

Kaffee mit den Gefangenen


Debra Jo Immergut
DIE GEFANGENEN

Jetzt stellen Sie sich Folgendes vor: Sie sind ein zweiunddreißigjähriger Mann, und Sie sind Psychologe. Sie sitzen in Ihrem Souterrainbüro im Psychologischen Beratungszentrum einer Justizvollzugsanstalt des Staates New York. Ein Frauengefängnis. Sie sind an einem Montagmorgen leicht verspätet zur Arbeit gekommen und hatten keine Zeit mehr, Ihre Fallakten durchzusehen oder auch nur einen Blick auf Ihren Terminplan zu werfen. Und dann kommt die erste Insassin des Tages in ihrer gelben Gefängniskluft hereinspaziert. 
Und sie ist diese Person.
Sieht dem Mädchen, das zwischen knallenden Spindtüren über den Flur auf Sie zukommt, noch immer erschreckend ähnlich. Die Haare, der Gang.
Würde Sie das nicht ziemlich aus der Fassung bringen?
Seien Sie ehrlich. Sie könnten unmöglich vorhersagen, wie Sie reagieren würden. 



Autorin Debra Jo Immergut kennt sich in Strafanstalten tatsächlich ganz gut aus. Hier unterrichtet Sie schon seit vielen Jahren kreatives Schreiben und hat nicht nur Insassinnen und Insassen zum Schreiben ermutigt, sondern wurde auch selbst zu einer Geschichte inspiriert, die sie uns nun in ihrem Buch "Die Gefangenen" erzählt.
Es handelt vom Gefängnispsychologen Frank Lundquist, der eines Tages seine große High School Liebe Miranda Greene wiedertrifft, aber nicht irgendwo in einem Café oder an einer Straßenkreuzung, sondern in seinem Büro in der Frauenstrafanstalt in Milford Basin, New York. Verurteilt zu über 50 Jahren Haft. Es gebe zwei Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen. Erste Möglichkeit: er könnte die Patientin einfach an einen anderen Psychologen weitervermitteln, was nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich, der richtige Schritt wäre. Zweite und schlechtere Möglichkeit: einfach so tun, als ob nichts wäre und ihren Fall völlig unbefangen behandeln. So sehr er es auch versucht, er kann seine Zuneigung ihr gegenüber einfach nicht leugnen und so geraten beide bald in einen gefährlichen Strudel aus Lügen und Verrat und so gehen die Dinge ihren Lauf, bis hin zu dieser unglaublich fatalen Entscheidung.

Immergut erzählt die fein skizzierten Geschichten dieser beiden Charaktere und lässt uns gemeinsam mit ihnen Richtung Abgrund schlendern. Naiv, verrückt, verzweifelt. Auch die Figuren, die eher am Rande der Geschichte spielen, sind sehr gut ausgearbeitet. Wer hier allerdings einen rasanten Psychothriller erwartet, wird enttäuscht werden. Die US-Autorin lässt es eher langsam angehen und schafft ein wunderbar tragisches Bild einer fatalen Liebesbeziehung. Ein wirklich gelungenes Debüt von Debra Jo Immergut. Man darf gespannt auf ihr nächstes Buch "You Again" sein, das (wahrscheinlich) im Juli auf dem amerikanischen Markt erscheinen wird. 

300 Seiten, ISBN 978-3-328-60019-0, Penguin Verlag, 20,00 Euro


Donnerstag, 2. April 2020

Kaffee Schwarz


Bert Franke sagt, er habe sich gefühlt, als seien sie komplett von der Welt abgeschnitten. Außerdem sei es nach seiner Meinung die schwärzeste Nacht seines Lebens gewesen. Es sei so dunkel gewesen, dass man die Hand vor Augen nicht erkennen konnte. Im Radio fand man keinen Sender mehr, und wenig später habe auch die Autobatterie versagt, was das Pärchen völlig hilflos in der Dunkelheit zurückließ.
In genau dieser "Schwärze", wie es Herr Franke nannte, sei seine Freundin verloren gegangen.




Mittwoch, 1. April 2020

Fargo 4


Der Start der 4. Staffel wurde vorerst auf unbestimmte
Zeit verschoben...

Hier der Trailer:




Montag, 30. März 2020

Kaffee vor dem Tor der Unsterblichen


Ein in Weiß gehaltener Raum, und der stechende, sterile Geruch nach Desinfektionsmitteln war das Erste, was Devon wahrnahm. Der künstliche Schleier begann sich zu lichten. Ihre Sinne waren stumpf. Lediglich auf die subtilsten Empfindungen beschränkt, versuchte sie ihre Umgebung zu erfassen. Da waren Drähte, sie führten zu Maschinen, die in der monotonen Melodie der Technik summten.

(aus "Porta Immortalis" von Stefan Barth)

Bestellungen und Infos über den Autor gibt's hier

268 Seiten, ISBN 978-3-748151630, Book on Demand, 9,99 Euro

Samstag, 28. März 2020

Murder Most Foul


Was Neues von Bob - über das Attentat auf JFK, die 60er
und überhaupt über alles in knapp 17 Minuten...



Mittwoch, 25. März 2020

Kaffee mit Göttern (aber ohne Menschen)


Hari Kunzru
GÖTTER OHNE MENSCHEN

Der britische Autor Hari Kunzru führt uns in die kalifornische Mojave Wüste und macht uns dort mit einer ganz besonderen außerirdischen Botschaft bekannt. Wenn das mal alles wäre...

Es gab Geheimnisse, die sie alle von den Socken hauen würden, wenn sie irgendwann ans Licht kamen. Die Menschen hier in der Wüste wussten, dass etwas Großes bevorstand.


1947 lässt sich der Flugzeugmechaniker Schmidt in der kalifornischen Mojave- Wüste nieder. Dort möchte er endlich Kontakt zu außerirdischen Lebensformen aufnehmen, eine ganz besondere Felsformation soll ihm dabei helfen. Schon im Jahr 1778 soll hier dem Missionar Francesco Garcès eine leuchtende Gestalt erschienen sein. Schmidt glaubt fest an seine Bestimmung, denn schon bald bekommt er wie erwartet seinen außergewöhnlichen Besuch.
Elf Jahre später dann wird er zum "Guide" einer neugegründeten UFO-Sekte, die sich in der Wüste zusammenfindet und noch Jahre später, trotz einen tragischen Unfalls von Bedeutung für viele Menschen sein wird. Verlorene, Hippies, Suchende. Hier finden sie sich ein. Aber nicht nur diese.
2008 verbringen Jaz und seine Frau Lisa, zusammen mit ihrem autistischen 4jährigen Sohn Raj ein paar Urlaubstage in der Gegend bis der kleine Junge schließlich verschwindet. Doch es ist nicht das erste Kind, das in jener Gegend verloren geht. Zur selben Zeit nimmt sich auch ein apathischer britischer Rockstar, der gerade zu Studioaufnahmen mit seiner Band in Los Angeles verweilt, eine Auszeit von dem ganzen Trubel und fährt in die weite, heiße kalifornische Landschaft hinaus. Dort will er Abstand gewinnen. Was möchte eigentlich Autor Hari Kunzru mit dieser ganzen kaleidoskopartigen Geschichte gewinnen? Was will er uns mit seinem Roman "Götter ohne Menschen" sagen? Was möchte er erzählen? Eine ganze Menge zumindest. Viele Charaktere, viele Hintergrundgeschichten und jede Menge Nebenschauplätze und Handlungsstränge.
Dennoch hört man sich das alles gerne an, auch wenn etwas weniger durchaus mehr gewesen wäre und man aus diesem einen Buch wahrscheinlich mindestens zwei hätte machen können.
Wer sich bei seinem früheren Werk "White Tears" (2017) wohlgefühlt hat, wird auch sich auch hier gut zurechtfinden und seine Freude haben.
Makelloser Schreibstil und viel Gefühl für die Figuren. Kunzru ist wirklich ein begnadeter Erzähler, der einem die Wüste bis vor die Füße trägt und einen richtig gut mitnehmen kann bis hin zu Begegnungen der dritten Art. Zwar etwas ausschweifend, aber trotzdem ein wunderbarer Roman mit viel Feuer.

414 Seiten, ISBN 978-3-95438-117-3, Liebeskind Verlag, 24,00 Euro


Donnerstag, 19. März 2020

Kaffee und drinnenbleiben


Wie lange sind Sie schon unterwegs?
Ich war immer unterwegs. Man kann nicht an einem Ort bleiben.
Wovon leben Sie?
Ich mache einfach immer weiter. Ich habe gewusst, dass das passieren würde.
Sie haben gewusst, dass das passieren würde?
Ja, das oder so was Ähnliches. Davon war ich immer überzeugt.
Haben Sie versucht, sich darauf vorzubereiten? 
Nein. Wie würden Sie das denn anstellen?
Ich weiß nicht.
Die Leute haben sich ständig auf das Morgen vorbereitet. Das hat mir nie eingeleuchtet. Das Morgen hat sich doch auch nicht auf sie vorbereitet. Es hat ja gar nichts von ihnen gewusst.
Wahrscheinlich haben Sie recht. 



Freitag, 13. März 2020

Kaffee mit Haarmann


Dirk Kurbjuweit
HAARMANN

Es war dunkel, zehn Uhr, leere Straßen. Er hörte das Plätschern der Leine, ging über die Brücke, schlug den Weg zum "Café Kröpcke" ein. Auf den letzten Metern sprachen ihn Jungs an, die er zum Teil kannte, zum Teil nicht. Es kamen immer neue hinzu. Sie interessierten ihn nicht, nicht heute. Er wusste, wie es war mit ihnen. Sie waren krank, nahmen Gifte, die ihre Augen leuchten ließen. Erst waren sie aufgekratzt, dann schweigsam und teilnahmslos. Und vorsichtig waren sie, stets auf der Hut, mit allen Wassern gewaschen. (aus "Haarmann")


Er ist wieder da. Er war auch nie wirklich weg, wenn ihm auch am 15. April 1925 der Kopf vom restlichen Körper durch ein Fallbeil getrennt wurde. Die Rede ist vom Fritz. Der Haarmann. Serienmörder und Kultfigur, besonders in seiner Heimatstadt Hannover. Verrückt, aber wahr, so wie er selbst. Nun hat sich der Autor Dirk Kurbjuweit um den Fall Haarmann gekümmert und diesem ein Buch gewidmet. Dem Werwolf oder Vampir von Hannover, der junge Männer, zum Teil fast noch Kinder vom Bahnhof in Hannover zu sich in die Wohnung lockte, dort mit Ihnen Sex hatte, tötete und zerstückelte - vielleicht sogar zu Wurst verarbeitete? Es gibt so viele Mythen über den Fall, Bücher und Verfilmungen wie "Der Totmacher" aus dem Jahr 1995 oder auch "Die Zärtlichkeit der Wölfe" aus den frühen 70ern. 1961 erschien das "Haarmann Lied" und hielt sich vier Wochen in den Top Ten der damaligen Hitparade.

Nun also Kurbjuweit, der es unter anderem schon mit seinem Buch "Angst" (2013) geschafft hat selbige in den Kopf des Lesers zu transportieren. Ohne große Schnörkel in seinem Erzähltstil. In "Haarmann" lässt er sich teilweise etwas Zeit, blättert viel im historischen Archiv der Weimarer Republik, lässt uns teilhaben an dem sich schon abzeichnenden braunen Strudel der rechten NSDAP Partei und wie sie das Volk ganz langsam und bald sehr extrem beeinflusst. Inmitten dieser politischen Wirren steht Kommissar Lahnstein, der aus Bochum nach Hannover beordert wurde, um dort das Verschwinden zahlreicher Jungs bzw junger Männer aufzuklären. Kein leichtes Unterfangen, denn er wird bald merken, dass der Fall "Fritz Haarmann" alles andere als ein gewöhnlicher Kriminalfall ist. Intrigen, verbotener Sex, eine bestialische Mordserie und das alles vor der Kulisse der 20er Jahre. Tatsächlich etwas wundersam, dass daraus noch kein neuer Psycho-Thriller wie letztes Jahr "Der goldene Handschuh" in die Kinos gekommen ist, aber das Buch hätte das Zeug dazu. Den Fritz hätte es gefreut. Wenn auch an einigen Stellen etwas zu viel Politik und zu wenig Mordfall-Ambiente, Kurbjuweit schildert ein sehr lesenswertes Porträt einer Ära, einer Stadt und natürlich eines geistesgestörten Serienmörders. Ich ziehe meinen Hut.


Haarmann im Gefängnis


Er ging hinaus, wieder die Jungs, er lachte nur, stellte sich dann hinter einen Baum und klebte den Schnurrbart an. Es war kalt, aber er hatte einen guten Mantel, gedachte dankend des Vorbesitzers, Gott habe ihn selig, und ging in Richtung Hauptbahnhof. Ruhiger Schritt, er hatte es nicht eilig, es war noch nicht einmal Mitternacht. Er freute sich, hohe Erwartungen. Dann tauchte der Bahnhof vor ihm auf, groß, mächtig, sein Revier. (aus "Haarmann")

316 Seiten, ISBN 978-3-328-60084-8, Penguin Verlag, 22,00 Euro


Gute kurze Doku:




Samstag, 7. März 2020

Himmelfahrtskommando


Das Rad fuhr los,
einige winkten, als würden sie sich verabschieden.
Das Rad hielt an und
das Licht verschwand.
Als die Gondeln jeweils wiederkamen,
waren sie alle leer...








Mittwoch, 4. März 2020

Kaffee mit Iain Reid


Iain Reid
THE ENDING

Es gibt viele Möglichkeiten eine Beziehung zu beenden. Iain Reid hat sich eine ganz besondere ausgedacht und diese in eine doppelbödige Psychostory verpackt. Sein Debütroman aus dem Jahr 2017 erzählt in sehr ruhigem Ton die Geschichte von der Ich-Erzählerin und ihrem Freund Jake, die auf dem Weg zu Jakes Eltern durch die nächtliche kanadische Landschaft fahren, während sie sich immer wieder die Frage nach der tieferen Bedeutung ihrer Partnerschaft stellt. Mit Rückblenden und mysteriösen Zwischensequenzen und einem recht merkwürdigen Treffen in Jakes Elternhaus entsteht eine bedrohliche Atmosphäre, die nicht sofort zu fassen ist. Auch nach beenden des Buches werden viele Fragen offen sein.
"The Ending" ist ein Roman, der nicht allen gefallen wird oder kann und das will er auch gar nicht. Dennoch schafft es der kanadische Autor Iain Reid hier ein bedrückendes Fundament für seine witere Arbeiten zu legen. Reid ist ein sehr guter Beobachter und exzellenter Erzähler, der sein Können für Psychospiele auch in seinem zweiten Buch "Enemy" (2019) unter Beweis stellt.
Viel Suspense und Mystery, inmitten zwischenmenschlicher Gedankenspiele, die uns alle beschäftigen und irgendwie so schnell nicht loslassen. Man darf gespannt auf die Verfilmung von "The Ending" von Charlie Kaufman ("Being John Malkovich") sein.

240 Seiten, ISBN 978-3-426-30619-2, Droemer Verlag, 14,99 Euro

Ich war nach seinen beiden Büchern sehr interessiert daran, etwas mehr von Iain Reid selbst zu erfahren....

Interview mit Iain Reid:

Hi Iain! Vielen Dank für deine Zeit. Ich habe deine beiden Bücher gelesen. Wie lange hast du gebraucht, um für "The Ending" einen Verlag zu finden?

Es hat nicht so lange gedauert, aber einige Verlage hielten den Stoff etwas zu merkwürdig und experimentell, von daher war ich sehr glücklich, dass es schließlich geklappt hat.

Beide Bücher beschäftigen sich sehr mit der Atmosphäre und den Gefühlen der Charaktere. Sind es meistens die Dinge, die wir nicht sehen, die uns beunruhigen? Ist das für dich ein gutes Mittel, um deine Leser zu ängstigen?

Ich denke, es gibt viele Wege, um Angst und Spannung zu erzeugen. Ich war mir dessen nicht wirklich bewusst, während ich die Bücher geschrieben habe. Ich habe nur versucht, mich in die Charaktere und die Story hineinzuversetzen. Letztendlich habe ich gehofft, es ergebe ein Gefühl von Not.

Deine Geschichten habe eine Menge mit der Landschaft, wo sie spielen zu tun Ich denke, Kanada dient als große Inspiration für deine Arbeit.

Ja, Kanada und ganze besonders die Farmen und ländlichen Gebiete Kanadas sind eine Inspiration für mich. Ich bin auf einer Farm aufgewachsen und habe sehr viele Jahre dort verbracht. Ich kenne also diese Gegenden sehr gut.

Woher nimmst du sonst deine Inspiration und warum bist du überhaupt Schriftsteller geworden?

Ich interessiere mich einfach für Menschen und Beziehungen und wie Menschen sich in solchen verhalten, Wenn ich schreibe, ist es etwas persönliches, sonst könnte ich es nicht tun.

Welche Bücher hatten Einfluss auf dich?

Da gibt es jede Menge. Zum Beispiel die Bücher von Shirley Jackson, Ivy Compton-Burnett und Michel Faber ein.

Was hast du gedacht, als du gehört hast, dass "The Ending" verfilmt wird?

Ich war sehr überrascht. Es ist ein Buch mit einer sehr speziellen Story, von daher habe ich nie daran gedacht, dass es jemand verfilmen würde. Allerdings bin ich ein großer Fan von Charlie Kaufman, das ist schon ein Glücksfall, dass er es adaptiert und auch noch Regie führt.

Erzähl uns ein bisschen von deinen Figuren. Es geht immer um Pärchen und ihre Beziehungen. Warum Pärchen und wie entstehen sie in deinem Kopf?
Sie entstehen einfach in meiner Vorstellung. Die Ehe ist etwas, das ich sehr spannend finde und es bietet eine gute Grundlage für eine Geschichte, aber ich habe nie das Gefühl, dass ich mehr über die Charaktere weiß, als der Leser.

Seit deinem Buch "Enemy" ist es schon eine Weile her. Arbeitest Du gerade an einem neuen Manuskript?

Ja, aber ich arbeite sehr langsam, daher kann ich nicht genau sagen, wann es fertig sein wird.

Letzte Frage: was liest du im Moment?

Ich habe gerade "The Factory" von Hiroko Oyamada und "Strange Hotel" von Eimear McBride gelesen.

Danke nochmal für das Interview, Iain!

Danke dir fürs Lesen und das Interesse!


Sonntag, 23. Februar 2020

Angel Star



The Dreamer who dreams
10 trillion miles of dark
remembering you as I fall through the nights through the days





Dienstag, 18. Februar 2020

Iron Fists and Kung Fu Kicks


Echt gute Doku über die Geschichte der Kung Fu Filme und ihre
Verbindungen zum Grindhouse Cinema oder der Breakdance Bewegung...





Dienstag, 28. Januar 2020

The Burnt Orange Heresy


Ab März im Kino, ohne deutschen Termin bisher...
Nach Charles Willefords Roman "Ketzerei in Orange"...


Das Buch gibt's übrigens noch als eBook im Pulp Master Verlag
Die gedruckte Ausgabe ist leider vergriffen...





Samstag, 25. Januar 2020

Kaffee mit Killern



John Douglas & Mark Olshaker 
MINDHUNTER - Die spektakulärsten Fälle der FBI-Spezialeinheit für Serienverbrechen

Vor 25 Jahren zum ersten Mal auf dem amerikanischen Buchmarkt erschienen. John Douglas' und Mark Olshakers knapp 450 Seiten Bericht über die spektakulärsten Fälle ihrer FBI Karriere und wie überhaupt dieser ganzer Spuk anfing. Bei Douglas war es mehr oder weniger einem Zufall bzw einem Treffen in einem heruntergekommenen Fitnessclub geschuldet. Unter den brutalen Verbrechen werden natürlich auch einige der bekanntesten Serienkiller beleuchtet oder zum Teil auch befragt. Von Ed Kemper bis Gary Ridgway, der berüchtigte Green River Killer oder auch Dennis Rader, alias BTK. Das Buch wurde damals ein großer Erfolg, gelangte auf die Bestsellerliste und landete zwei Jahre später auch bei uns in Deutschland.


Nun, aufgrund des Erfolgs der gleichnamigen und auf dem Buch basierenden Netflix- Serie als Neuauflage mit aktuellem Vorwort von Douglas und Olshaker im Programm des Riva Verlags. Wer eine Ausgabe aus den 90ern besitzt, der kennt den Inhalt, aber wer beispielsweise erst durch die eben angesprochene Serie auf diesen Band aufmerksam geworden ist, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Aber egal, ob Serie oder nicht. True Crime hat nach wie vor Hochkonjunktur und hier haben wir einen echten Kracher. Die ersten fünf Kapitel befassen sich größtenteils noch mit John Douglas' Weg zum Federal Bereau of Investigation, danach geht es aber zunehmend um berühmte Kriminalfälle, die extrem gut und spannend erzählt werden. Wer sich für das Thema Profiling, Psychologie und Kriminalistik interessiert, wird an diesem Werk seine große Freude haben. Sehr viele Namen geistert durch die Seiten. Von Charles Manson bis zum "Son of Sam" David Berwkowitz und natürlich werden die zentralen Fragen gestellt: Was macht einen Menschen zum Serienkiller bzw was unterscheidet diese Leute von den "normalen" und wie weit ist jeder von uns von eben so einer "kranken" Karriere entfernt? Vor allem aber die Frage, warum uns diese brutalen Verbrechen so faszinieren.

Oft werden wir gefragt, warum wahre Kriminalfälle, bedenkt man die häufig grausige Sachlage und ihren tragischen Ausgang, für Leser und Zuschauer so verlockend sind. Die Antwort lautet, so meinen wir, dass sich wahre Verbrechen naturgemäß um das Wesentliche und die Grundlagen dessen drehen, was wir etwas pathetisch die "condition humaine" nennen. Damit meinen wir die Instinkte und Emotionen, die wir alle fühlen: Liebe, Hass, Eifersucht und Verzweiflung, sowie Empfindungen von Großartigkeit und persönlichem Anspruch ..., oft verbunden mit dem gleichen Maß an einem tief sitzenden Gefühl von Unzulänglichkeit und Selbsthass. Geschichten von wahren Verbrechen repräsentieren die condition humaine ganz offenkundig: gewöhnliche Menschen, die an den furchterregenden Extremen jener Instinkte und Emotionen agieren. Auf diese Weise wird jedes Geheimnis, von dem wir erzählen, jeder Fall, von dem wir berichten, jedes Ergebnis, das wir zurückverfolgen, zu einem eigenen Moralitätenspiel, mit Helden, Schurken und Opfern komplett besetzt. 

(aus dem aktuellen Vorwort "Zwanzig Jahre später")

"Mindhunter" gehört definitiv zu den besten True Crime Büchern und kann auch nach 25 Jahren noch immer fesseln und schockieren. Ein Standardwerk für alle Fans des Genres. Fans der Serie werden allerdings enttäuscht sein, wenn sie lesen, dass die dritte Staffel vorerst auf Eis gelegt wurde, aber bis es vielleicht irgendwann da weitergeht, gibt es ja nun glücklicherweise diese speziellen Geschichten als Neuauflage. Das sollte mehr als trösten.

448 Seiten, ISBN 978-3-7423-1299-0, Riva Verlag, 14,99 Euro



Als kleiner Anreiz, hier der erste Teil der
Dokureihe "Amerikas Albtraum",
gehört noch immer zu besten Serienkiller- Dokus....

Teil 1 über David Berkowitz:


weitere Teile über YouTube....


Donnerstag, 23. Januar 2020

SCHWARZ vorbestellen


Liebe Freunde des Rogue Blogues,

das eBook kann ab dem 25.01.20 erworben werden,
die gedruckte Ausgabe dann ab dem 14.02.20.

Infos zum Buch und Vorbestellungen unter folgendem Link:

Dank + Gruß!

- MM


Sonntag, 19. Januar 2020

Darkness


Guter Song und gutes Video, das sich
mit dem Massaker von Las Vegas aus dem Jahr 2017 
und dem Waffengesetz in den USA beschäftigt -
aus dem neuen Eminem Album -
mit kleiner Hitchcock Hommage....