Kaffee & Cain

 


James M. Cain
DER POSTBOTE KLINGELT IMMER ZWEIMAL

"Frank."
"Was?"
"Morgen kommt er nach Hause. Weißt du, was das heißt?"
"Ja."
"Ich muss mit ihm schlafen statt mit dir."
"Das müsstest du. Aber wenn er nach Hause kommt, werden wir nicht mehr da sein."
"Ich hab gehofft, dass du das sagen würdest."
"Nur du und ich und die Straße, Cora."
"Nur du und ich und die Straße."
"Zwei Tramps."
"Zwei Zigeuner. Aber wir werden zusammen sein."
"Genau. Wir werden zusammen sein."

...und schon nimmt die verträumte, selbstzerstörerische Romanze zwischen Cora und Frank ihren Lauf. James M. Cains bekannter und bitterböser Noir- Roman "Der Postbote klingelt immer zweimal" erschein bereits 1934 und hat bis heute nichts an seiner Intensität eingebüßt. Er hat das Genre geprägt und mit Frank Chambers einen Anti-Helden erschaffen, der in den folgenden Jahrzehnten noch oft kopiert wurde. Mehrmals wurde Cains Geschichte verfilmt, die bekanntesten beiden Adaptionen entstanden in den Jahren 1946...


... mit Lana Turner und John Garfield in den Hauptrollen und 1981 mit Jack Nicholson...


... und Jessica Lange, die die Rollen von Frank und Cora übernahmen. 

1950 ist das Buch zum ersten Mal auf deutsch im Rowohlt Verlag erschienen, damals noch unter dem Titel "Die Rechnung ohne den Wirt" und seit dieser Zeit treibt sich der Roman, wie schon sein Protagonist herum und sorgt für Aufregung. 
Einen Postboten sucht man allerdings bis heute vergebens. Aber wie schon der Übersetzer dieser Neuauflage, kein geringerer als Autor Alex Capus (Léon und Louise, 2011) in seinem Nachwort schildert, ist der Titel als Metapher gemeint. Denn die strafende Hand des Schicksals schlägt immer noch ein zweites Mal zu. Einen besseren Titel hätte sich James M. Cain auch gar nicht einfallen lassen können. 
"Der Postbote klingelt immer zweimal" ist eines der bedeutendsten Werke unter den frühen Noir-Romanen und auch wenn man für einen Augenblick Ruhe einkehrt. Ein neuer Sturm braut sich zusammen am schlussendlich zerfällt das Kartenhaus erneut. Vorbei, verloren, verdammt. Und wieder von vorne...
Sympathische Charaktere gibt es in dieser Geschichte nicht. Ein Happy-End? Wer weiß... 

"Denn beide hatten Sie ein ausgezeichnetes Blatt. Denn das war ein perfekter Mord, Chambers, vielleicht ist Ihnen nicht klar, wie gut der war."

Wer diesen Meilenstein des Genres bis heute noch nicht gelesen hat, sollte dies schleunigst nachholen. Der Kampa Verag hat dazu das passende Angebot...

192 Seiten, ISBN 978-3-311-12001-8, Kampa Verlag, 20,00 Euro


Kommentare