Hundstage

 


Als ich ihm mein Taschentuch für sein Ohr gab, kam Fireball um die Theke herumgetrabt. Seine hängenden Lefzen waren blutgerändert. Er kletterte auf den vorspringenden Thekensockel, auf einen Hocker und die Theke. Er arbeitete sich dort entlang, kippte Flaschen um, fing sie mit dem Maul auf und trank sie leer. Dann leckte er seinen Aschenbecher aus, rülpste und sprang auf demselben Weg, den er hinaufgekommen war, wieder hinunter. Mit erschöpftem Watscheln, aus dem bei jedem Schritt ein Seufzer zu kommen schien, wanderte er zum Eingang und streckte sich in einem Flecken Sonnenlicht aus, schlief schon, bevor sein Bauch den Boden berührte und kleine, zarte Schnarcher die Stäubchen in der Luft aufwirbelten.

"Ich glaube nicht, daß ich so etwas schon einmal gesehen habe", sagte ich zu Lester.
"Gottverdammter Mistköter", knurrte Lester, während er zu einer Nische ging, um sich hinzusetzen.
Ich ging hinter die Bar, um nach Oney und Rosie zu sehen. Oney war ohnmächtig geworden, und sie lag wie eine Leiche auf den Laufbrettern. Nur hatte sie die Hände auf die Ohren gepreßt, statt sie auf der Brust zu kreuzen.
"Irgend jemand tot?" fragte sie, ohne die Augen aufzumachen.
"Ein paar gehfähige Verwundete, aber keine Toten", erwiderte ich.
"Wenn Sie warten würden, bis ich meinen Verstand beisammen habe, bevor Sie die Polizei rufen, wäre ich sehr dankbar", sagte sie.
"Wir müssen uns was ausdenken, wie wir den ganzen Scheiß erklären."
"Richtig. Haben Sie Whiskey?"

- Der letzte echte Kuss, James Crumley

 

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